EuroLeague-Wetten in der Schweiz: zwei Bewilligungen, ein paar Prozent und die eigene Verlustlimite

Updated Oktober 2026
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Ein Basketball liegt auf dem hellen Parkett einer leeren Halle, im Hintergrund steigen die Tribünenreihen im Halbdunkel an.

Ein Punkt, der am 18. Dezember 2025 beim Stand von 95:90 durch die Reuse fiel, war der millionste der EuroLeague-Geschichte. Théo Maledon von Real Madrid erzielte ihn gegen Paris Basketball. Für einen Wettenden ist das eine Fussnote. Für die Rechnung, die auf seinem Wettschein steht, ändert sich nichts: Quote mal Einsatz, abzüglich der Marge, die der Veranstalter schon vor dem Sprungball eingepreist hat.

Ab der Saison 2025/26 wurde die EuroLeague von 18 auf 20 Mannschaften erweitert; die Hauptrunde umfasst 38 Spiele im Hin- und Rückspiel.

Ab Oktober 29, 2026 geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa und die Veranstalter- und Teilnahmebedingungen von Swisslos und Loterie Romande.

Wer in der Schweiz auf Basketball aus der EuroLeague setzen will, hat keine grosse Auswahl. Zwei Veranstalter besitzen hier eine Bewilligung, sie teilen sich das Land untereinander auf, und die Liste der erlaubten Sportarten ist geschlossen. Alles andere, was im Netz unter einem europäischen Logo um Basketball-Wetten wirbt, läuft ohne Schweizer Bewilligung. Das ist keine Fussnote im Kleingedruckten, sondern der erste Kostenpunkt dieses Themas: Wer bei einem ausländischen Anbieter setzt, verliert den Zugang zum Schweizer Spielerschutz, zum Sperrregister und zum hiesigen Rechtsweg — und gewinnt dafür ein breiteres Wettprogramm, das er selbst nicht kontrollieren kann. Beides gleichzeitig gibt es nicht.

Was die EuroLeague ist und was eine Wette darauf bedeutet

Der Wettbewerb ist keine Liga im nationalen Sinn, und wer das verwechselt, verwechselt auch die Märkte. Die EuroLeague wurde im Jahr 2000 von grossen Klubs wie Real Madrid, dem FC Barcelona und Olympiakos Piräus unter dem Dach der ULEB gegründet. Die erste Saison 2000/01 wurde mit 24 Teams gespielt. Betrieben wird das Ganze heute als Gemeinschaftsunternehmen von Euroleague Basketball und der International Management Group (IMG), die zur Endeavor Group gehört. Das ist der Grund, weshalb ein Sponsorenname auf dem Trikot und ein Spielplan, der über halb Europa verteilt ist, nicht getrennt voneinander zu denken sind: Der Wettbewerb wird zentral vermarktet, seine Spiele finden aber überall dort statt, wo die Klubs zu Hause sind.

Ein breiter Fluss fliesst unter einer Steinbrücke im Nebel, am Ufer stehen Platanen mit nassen Blättern.
Ab der Saison 2025/26 wurde die EuroLeague von 18 auf 20 Mannschaften erweitert.

Ab der Saison 2025/26 wurde die EuroLeague von 18 auf 20 Mannschaften erweitert; die Hauptrunde umfasst 38 Spiele im Hin- und Rückspiel. Das ist die Zahl, an der sich alles Weitere aufhängt. 38 Spielrunden pro Team, dazu Play-ins und Playoff-Serien — macht zusammen ein Programm, das über die Saison hinweg mehr Wetten zulässt, als ein Fussball-Wettbewerb mit Pokalcharakter je hergibt. Wer das für ein reines Komfortargument hält, übersieht die zweite Seite: Ein langes Programm mit vielen Einzelspielen bedeutet viele Einzelentscheidungen, und jede davon ist eine Gelegenheit mehr, dem Gefühl statt der Quote zu folgen.

In der EuroLeague 2025/26 qualifizieren sich die ersten sechs Teams direkt für die Playoffs; die Plätze 7 bis 10 spielen in Play-ins um die letzten beiden Plätze, danach folgen Playoff-Serien im Modus «Best of five». Für Wettende ist die wichtigste Folge dieser Mechanik eine ganz schlichte: Das Ende der Hauptrunde ist keine Phase, in der Mannschaften abschalten. Nach dem sechsten Platz ist die Saison für einige schon verlängert, für die anderen noch nicht — und ob ein Klub noch um die Play-ins kämpft oder seinen Platz bereits sicher hat, lässt sich in keiner Quote ablesen, sondern nur im Umgang mit dem Programm.

Das Final Four der EuroLeague 2025/26 wurde im Telekom Center Athens in Athen ausgetragen; die Saison lief vom 30. September 2025 bis zum 24. Mai 2026. Olympiacos Piräus gewann die EuroLeague 2025/26 und war damit der erste Hauptrunden-Erste überhaupt, der auch den Titel holte. Zum wertvollsten Spieler des Final Four wurde Evan Fournier gewählt. Dieser Sieg taugt als Beispiel dafür, wie wenig eine Tabellenspitze am Ende wert sein muss. Man kann eine Hauptrunde dominieren wie kein Klub vorher — und trotzdem wird der Titel in einem einzigen Wochenende entschieden.

Handicaps, Totale, Siegerquoten — was auf dem Wettschein steht

Wer zum ersten Mal auf Basketball setzt, kommt oft mit dem Kopf des Fussballs. Dort kennt man 1X2, und dort gibt es das Unentschieden als eigenes Ergebnis. In der EuroLeague gibt es das in der Regulären Zeit, also im Markt der 1X2-Wette, durchaus — der Markt selbst aber sieht anders aus. Der gängige Zugang ist das Handicap, dazu die Totale über die erwarteten Punkte, dann die reine Siegerquote ohne Zwischenergebnis.

Dazu kommt eine Bedingung, die man bei diesen Spielen kennen sollte: Die reguläre Spielzeit umfasst bei Swisslos die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, im Basketball also die vier Viertel und die Verlängerung nur dann, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist. Auf einem Fussballwettschein schaut man auf die 90 Minuten; im Basketball steht dieselbe Frage — zählt die Verlängerung? — jeden Abend auf dem Zettel. Wer eine Handicap-Wette auf ein knappes Spiel setzt, ohne zu wissen, welche Spielzeit sie umfasst, hat nicht auf den Ausgang gesetzt, sondern auf eine Annahme.

Der Punkt, an dem sich die Rechnung eines Wettscheins entscheidet, ist ohnehin der einfachste: Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Bei Swisslos wird dieser Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Ein Einsatz von CHF 10 auf eine sehr niedrige Quote verliert auf dem Weg zum ausgezahlten Franken ein paar Rappen — unbemerkt, aber systematisch. Bei einem einzelnen Zehner ist das nichts. Bei einer Saison mit hundert Wetten ist es ein Betrag, der nie auf dem Konto ankommt, und das ist der Punkt: Diese Rappen sind nicht der Rede wert, aber sie sind der Beweis, dass Swisslos jeden Franken des Wettscheins durchrechnet, bevor er ausgezahlt wird.

Dasselbe gilt für abgesagte Spiele. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betreffende Voraussage Quote 1.00. Das ist fair geregelt und trotzdem ein Kostenpunkt der eigenen Art. Eine Kombination aus vier Voraussagen, von der eine auf 1.00 fällt, ist keine Kombination aus vier Quoten mehr. Wer die Summe vorher im Kopf überschlagen hat, muss sie danach neu überschlagen.

Was am Ende der Wettschein wert ist: die Marge

An dieser Stelle kommt die Zahl ins Spiel, die auf keinem Marketingbild steht. In einer Quote steckt immer die Marge des Veranstalters, und sie lässt sich aus den Quoten selbst ausrechnen. Nehmen wir den Fall, den das Zahlenbeispiel dieses Themas vorschreibt: einen Markt mit zwei Ausgängen, beide zu einer Quote von 1.90.

Der Auszahlungsschlüssel, also der Anteil aller Einsätze auf diesen Markt, den das Angebot insgesamt zurückzahlt, ergibt sich aus eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten — hier also 1 geteilt durch 0,5263 plus 0,5263, das sind rund 95,0 Prozent. Die Marge, also der Anteil, der beim Veranstalter bleibt, bewegt sich damit in einem Bereich zwischen vier und sechs Prozent. In Worten: Von jedem Franken, der auf diesen Markt gesetzt wird, sind die ersten Rappen bereits als Marge einbehalten.

Zwei Einschränkungen gehören in denselben Satz. Erstens ist 1.90/1.90 ein Rechenbeispiel, kein Zitat irgendeines Anbieters an irgendeinem Tag. Zweitens gilt die Zahl nur für diesen einen Markt an diesem einen Spiel. Ein Handicap-Markt, eine Totale, eine Kombination aus mehreren Begegnungen — jeder davon trägt seine eigene Marge, und in der Praxis ist sie dort nicht niedriger. Zwischen vier und sechs Prozent ist das, was ein ausgewogener Zwei-Weg-Markt in dieser Grössenordnung kostet. Wer diesen Kostenposten einmal verstanden hat, liest jede weitere Quote anders: Sie ist nie der Preis einer Chance, sondern immer der Preis einer Chance abzüglich eines Abschlags, den er nicht sieht.

Rechtliche Lage: warum es hier nur zwei Veranstalter gibt

Wetten auf die EuroLeague sind in der Schweiz ein Grossspiel, geregelt im Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Beaufsichtigt wird das von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern — nicht von der ESBK, die nur die Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht den Veranstalter und zusätzlich ein Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Das ist keine Formalie, sondern der Grund dafür, dass eine Konzession aus Curaçao, Malta oder einem deutschen Bundesland hier keinerlei Wirkung entfaltet. Der Veranstalter aus dem Ausland handelt ohne Schweizer Bewilligung, und der Spieler hat keinen Schweizer Anspruch, an den er sich halten könnte.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt sie also nicht, die lange Liste einheimischer Anbieter mit Bewilligung — es gibt zwei. Wer heute nach weiteren bewilligten Schweizer Sportwetten-Anbietern sucht, sucht nach etwas, das es nicht gibt. Das ist in einem Markt, in dem jede zweite Website mit einem europäischen Lizenzlogo wirbt, eine Information von einigem Wert.

Die Gespa führt entsprechend auch keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher. Sie führt die Sperrliste, und das ist etwas anderes: eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren. Sie wird ersetzt, sobald eine gesperrte Domain gegen eine neue getauscht wird, teils innerhalb von Stunden. Wer sich also auf eine gesperrte Adresse verlässt, verlässt sich auf etwas, das morgen weg sein kann. Der Weg zu einem gesperrten Anbieter ist damit keine stabile Grösse, sondern ein Zustand, der sich ohne Vorwarnung ändert.

Der Sporttip-Vertrag und das Gebiet von Loterie Romande

Die beiden bewilligten Veranstalter teilen die Schweiz nicht durch eine Marktentscheidung, sondern durch ihre Konzessionsgebiete. Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel) veranstaltet ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip; sie beruhen auf der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Für einen Wettenden heisst das: Das Konto, das er eröffnen kann, richtet sich nach seinem Wohnsitz. Das ist keine Bequemlichkeitsfrage, sondern eine Zulassungsbedingung. Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Eine bestehende Spielsperre schliesst die Registrierung aus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Wer in Zürich wohnt und mit dem Gedanken spielt, bei Loterie Romande ein Konto zu eröffnen, wird also nicht an einer Quote scheitern, sondern an einer Adresse. Wer in Genf wohnt und das Sporttip-Programm prüfen will, ebenso. Der Spielraum, den man beim Anbieter hat, beginnt mit der Postleitzahl und endet mit dem Wettprogramm der dort zugelassenen Veranstalterin.

Was überhaupt gesetzt werden darf

Der erlaubte Sportwetten-Katalog ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der autorisierten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Es dürfen nur Sportwetten auf Sportereignisse abgeschlossen werden; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe ebenso, und Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gesetzt werden. Die Liste enthält keine Ecken- oder Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.

Das ist die Stelle, an der Fans bestimmter Sportarten an die Grenze stossen, und Basketball ist ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich die Grenze verläuft. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern die Veranstalterin über eine entsprechende Bewilligung verfügt; das BGS enthält keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out dagegen ist gesetzlich nicht geregelt und damit Sache des jeweiligen Anbieters. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Dieser letzte Halbsatz ist wichtiger, als er aussieht. Der Cash-Out-Betrag liegt immer tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, er hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Das ist kein Auszahlungsknopf, sondern ein Angebot, das der Veranstalter nach eigenem Ermessen zuschalten kann — und der Preis dafür, dass man es sofort hat, ist genau die Differenz zwischen dem, was auf dem Wettschein steht, und dem, was jetzt auf dem Konto landet.

Der Bonus-Markt und was Werbung darf

Gratisspielguthaben und Freispiele brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Diese Hürde ist der Grund, weshalb der Schweizer Markt in Sachen Willkommensangebot anders aussieht als das, was man aus dem Ausland kennt. Bei den bewilligten Veranstaltern stehen keine Werbeschlachten, sondern Bonuskonditionen in den eigenen Bedingungen. Bei Sporttip etwa gilt der Kombiboost nur online (Prematch, Live und Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen — Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Der Satz «100 Prozent Bonus» auf einer Werbefläche klingt dort, wo er steht, nach einer Verdoppelung von irgendetwas. Er bezieht sich auf den Nettogewinn, nicht auf den Einsatz, und er verlangt fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50. Wer fünfzehn Basketball-Spiele hintereinander richtig vorhersagt — auf einem Wettschein, der nur dann steht, wenn jedes einzelne Ergebnis stimmt — hat den Bonus nicht einkassiert, sondern eine Serie geschafft. Der Prozentsatz ist dann korrekt und trotzdem eine Zahl über einen Fall, der kaum eintritt. Genau das passiert, wenn ein Prozentsatz ohne die Anzahl der Bedingungen zitiert wird, die zu ihm führen. Wer den Kombiboost bewerten will, liest die Wahrscheinlichkeit der Voraussetzung, nicht die Höhe des Bonus.

Quotenboosts gelten bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Diese letzte Zeile bindet zwei sonst unabhängige Funktionen aneinander. Wer den Boost annimmt und dann vorzeitig aussteigt, verliert ihn — der Vorteil, den er sich geholt hat, fällt in dem Moment weg, in dem er das Spiel nicht mehr zu Ende laufen lässt.

Rund um Werbung gelten Regeln, die man kennen sollte, wenn man im Netz unterwegs ist. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Adressen ausländischer Anbieter, die hier auftauchen, sind also nicht der Vorbote eines freien Marktes, sondern ein Verstoss. Es gibt keine zeitliche Beschränkung für Werbung. Freie Spielguthaben brauchen die Zustimmung der Gespa — im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Diese Zahlen sagen nichts über die Qualität eines Angebots; sie sagen, dass die Zahl der Gratisangebote in der Schweiz von einer Aufsichtsbehörde begrenzt wird, während sie im Ausland eine Marketingentscheidung ist.

Spielerschutz: was Limiten, Sperren und Altersgrenzen verlangen

Das Schweizer Modell setzt die Grenze nicht beim Anbieter an, sondern beim Kontoinhaber. Der Veranstalter muss von den Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für den täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust verlangen. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Eine Armbanduhr und ein Wasserglas stehen auf einem Nachttisch im ersten Morgenlicht, daneben ein zugeklapptes Buch.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

Ein gesetzliches Limit gibt es nicht — die Schweiz kennt keine feste staatliche Einzahlungsobergrenze. Die Zahl, die zählt, ist deshalb die, die der Spielende selbst setzt, bevor er zum ersten Mal spielt. Das ist die eine Entscheidung auf diesem Gebiet, die man nicht delegieren kann, und man trifft sie zu einem Zeitpunkt, an dem man das Verlustrisiko noch nicht kennt. Die 72-Stunden-Regel macht daraus eine faire Falle: Wer in einer schlechten Woche erhöhen will, kann das tun — aber erst nach drei Tagen. Wer die Limite dagegen senken will, merkt die Änderung sofort. Die Asymmetrie ist gewollt und sie ist der Grund, weshalb eine tief angesetzte Limite mehr wert ist als eine, die man später korrigieren muss.

Das gesetzliche Vorbild dieser Frist ist kürzer: Das BGS verlangt in Art. 87 VGS das Setzen von Höchstwerten, die Senkung greift sofort, die Erhöhung nach 24 Stunden. Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Wer nachfragt, warum es drei Tage sind und nicht einer, bekommt also keine gesetzliche Zahl, sondern die Bedingung des Veranstalters. Das ändert am Effekt nichts, an der Zuschreibung schon.

Die zweite Schutzfunktion ist die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, und eine Fachstelle ist daran beteiligt; ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer eine kürzere, befristete Sperre wählt, bindet sich damit für die Dauer — es gibt kein Zurück vor Ablauf. Wer eine unbefristete wählt, bindet sich nicht nur beim Sportwetten-Anbieter, sondern landesweit. Das ist die eine Stelle im System, an der der Schutz weiter reicht als das Produkt, das ihn ausgelöst hat.

Die Altersschwelle liegt bei 18 Jahren; Minderjährige sind online nicht zugelassen. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, unter 18-Jährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität ist die Regel, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Gesperrte oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Bei den Verkaufstellen ist die Kontrolle keineswegs lückenlos. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch: In 47,5 Prozent von 200 Fällen wurde an einem Verkaufspunkt eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Knapp die Hälfte der Testkäufe endete also mit einer Wette für eine Person, die nicht teilnehmen darf. Wer die Schweizer Regelung als besonders streng beschreibt, sollte diese Zahl daneben legen. Die Regeln sind streng; ihre Durchsetzung am Schalter ist es nicht.

Ein weiterer Punkt betrifft das Geld selbst. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt — anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten-Angebot nicht. Kredite an Spielende sind untersagt. Wer sein Konto im Ausland führt oder auf eine Auszahlung in einer Kryptowährung hofft, verlässt damit den Bereich der bewilligten Veranstalter. Diese beiden Regeln gehören in jeden Vergleich, weil sie die praktische Freiheit einschränken: Man zahlt und erhält Geld über ein Konto, das mit dem eigenen Namen verknüpft ist. Das ist bürokratischer, aber es macht die Rückzahlung nachvollziehbar.

Steuern: wann ein Gewinn überhaupt auffällt

Gewinne aus einem in der Schweiz erlaubten Grossspiel sind bis zu einem Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei — die ESTV nennt die Sportwette ausdrücklich — und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt hier nur: je nach Kanton. Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückholt.

Für realistische Sportwetten-Beträge heisst das: Der typische Wettende gewinnt weit unterhalb dieser Grenze. Auf seinen Gewinn fallen weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Diese Zahl ist keine Nebensache, sondern der Punkt, an dem die Rechnung des Wettscheins endet: Ein Gewinn bleibt ein Gewinn, ganz gleich, ob er aus einer Quote von 1.20 oder aus einer Kombination mit einer Gesamtquote von 40 stammt. Eine Steuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht — wer eine «Wettsteuer» auf dem Wettschein findet, findet sie nicht im Schweizer Recht.

Anders liegt der Fall bei Gewinnen von ausländischen Anbietern. Sie sind nicht Gegenstand der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa von Thurgau behandelt Gewinne aus einem ausländischen Grossspiel als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist der Teil, der in keiner Anzeige steht. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt und gewinnt, hält keine steuerfreie Quittung in der Hand, sondern Einkommen, das je nach Kanton vollständig in die Steuererklärung gehört. Die genaue Behandlung klärt man am besten mit der Steuerberatung oder der kantonalen Steuerverwaltung.

Warum ausländische Lizenzen hier nichts wert sind

Ein ausländischer Bewilligungsnachweis — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Wirkung. Das folgt aus Art. 4 BGS und hat eine strafrechtliche Kehrseite: Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar, im gewerbsmässigen Betrieb mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft. Er trägt ein anderes Risiko: In einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und eine Schutz- oder Fairplay-Kontrolle zu seinen Gunsten gibt es nicht.

Wer sich für einen solchen Anbieter entscheidet, entscheidet sich also nicht für einen Grenzfall, sondern für einen Zustand ohne Schiedsrichter. Es gibt niemanden, an den man sich wenden kann, wenn eine Auszahlung nicht kommt, und keine Stelle, die die Spielregeln im Nachhinein prüft. Bei den bewilligten Veranstaltern ist beides vorhanden, dafür ist das Angebot enger: zwei Namen, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzbedingung und eine Identitätsprüfung. Die ehrliche Zusammenfassung lautet nicht, dass das eine der sichere Weg sei. Sie lautet, dass man sich zwischen einer strengen Ordnung mit wenig Auswahl und einer offenen Ordnung ohne Rechtsbehelf entscheidet.

Vergleich der Anbieter: zehn Namen, zwei Bewilligungen

Der Vergleich folgt einer einzigen Frage: Wer darf in der Schweiz Sportwetten auf die EuroLeague anbieten, und was bedeutet das für die, die es nicht dürfen? Zwei Anbieter tragen eine Schweizer Bewilligung, acht weitere erscheinen regelmässig auf Schweizer Bildschirmen, ohne eine zu haben. Sie stehen hier, weil Leser sie kennen und weil ein Vergleich, der nur die bewilligten Namen nennt, das Bild verzerrt. Ausdrücklich nicht bewertet werden darf dabei, was ein Anbieter von der Gespa genehmigt bekam und was nicht — die acht ausländischen Marken tragen in dieser Übersicht alle denselben Vermerk: ohne Schweizer Bewilligung.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin bzw. angegebene Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
PowBet ohne Schweizer Bewilligung angegebene Lizenz nicht feststellbar
Cloudbet ohne Schweizer Bewilligung angegebene Lizenz nicht feststellbar
MrXbet ohne Schweizer Bewilligung angegebene Lizenz nicht feststellbar
Rabona ohne Schweizer Bewilligung angegebene Lizenz nicht feststellbar
Betovo ohne Schweizer Bewilligung angegebene Lizenz nicht feststellbar
DirectionBet ohne Schweizer Bewilligung angegebene Lizenz nicht feststellbar
1Bet ohne Schweizer Bewilligung angegebene Lizenz nicht feststellbar
N1 Bet ohne Schweizer Bewilligung angegebene Lizenz nicht feststellbar

Die Tabelle liest sich auf den ersten Blick wie eine Zweiteilung, und genau das ist sie auch. Der interessante Teil steckt in der dritten Spalte. Zwei Anbieter können einen Veranstalter nennen, der in Basel oder Lausanne sitzt und dessen Bewilligung sich in einem interkantonalen Vertrag wiederfindet. Acht Anbieter können das nicht. Wer bei einem von ihnen ein Konto eröffnet, eröffnet es bei einer Firma, deren Bewilligungsgrundlage er nicht überprüfen kann — nicht weil sie geheim wäre, sondern weil keine vorliegt, die in der Schweiz etwas bedeutet. Die leere Zelle ist hier die Aussage.

Für die Engführung des Angebots ist damit alles gesagt, was die Bewilligungen hergeben. Was die acht Marken an Wettprogramm, Quoten und Limiten bieten, steht in ihren eigenen Bedingungen und ändert sich dort; es ist der Massstab, an dem man sie misst, nicht der Massstab, an dem man ihre Zulässigkeit prüft. Bei den zwei bewilligten Veranstaltern gibt es dagegen harte Grenzen, die man mit einer Zahl nachlesen kann: Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Die beiden bewilligten Veranstalter im Vergleich

Die zwei Namen sind nicht austauschbar, und der Grund dafür ist keine Marketingfrage. Swisslos und Loterie Romande bedienen unterschiedliche Gebiete, was man nicht an der Grösse ablesen kann, sondern an den Kantonslisten — und die entscheiden, wer überhaupt ein Konto eröffnen darf. Zur Online-Registrierung bei Swisslos gehört der Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthalt im Vertragsgebiet, eine bestehende Spielsperre schliesst aus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Wer also nicht im Gebiet wohnt, hat das Thema erledigt, bevor die erste Quote erscheint.

Swisslos, also die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, unterliegt der IKV 2020 und betreibt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer in einem dieser Kantone lebt, kann sich registrieren. Lebt er in Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt oder Wallis, dann ist Loterie Romande mit Jouez Sport zuständig. Diese sechs Westschweizer Kantone machen das gesamte Gebiet der Loterie Romande aus, die in der Westschweiz 2’350 Verkaufstellen und 221 Mitarbeitende zählt.

Die praktische Folge für den Leser ist unbequem: Innerhalb der Schweiz gibt es keine Wahl. Man nimmt den Veranstalter des eigenen Kantons oder gar keinen. Was sich vergleichen lässt, sind die Bedingungen innerhalb des Angebots, das der eigene Veranstalter führt — die Limiten, die Wettarten, die Boni, die Bearbeitung einer Auszahlung. Ein Vergleich, der Swisslos gegen Loterie Romande stellt, ist für einen einzelnen Leser wenig wert, weil er nicht beide wählen kann. Ein Vergleich der beiden in einer Zeile nebeneinander sagt dagegen etwas über den Schweizer Markt: Beide stehen auf derselben gesetzlichen Grundlage, beide treiben die gleiche Aufsicht und beide dürfen nur die Wettarten anbieten, die auf der Gespa-Liste stehen. Der Unterschied ist die Landessprache und die Adresse der Generaldirektion.

Swisslos Sporttip — der Vollsortimenter unter gesetzlicher Schranke

Swisslos tritt mit dem Produkt Sporttip als einer der zwei Veranstalter auf, die das interkantonale Recht für Sportwetten zulässt. Die Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51) unter der Aufsicht der Gespa — juristisch eine Bewilligung pro Spiel, nicht eine allgemeine Konzession für alles. Wer daraus schliesst, Swisslos dürfe einfach «alles anbieten, was mit Sport zu tun hat», verwechselt das Produkt mit dem Katalog: Der erlaubte Katalog ist die geschlossene Gespa-Liste, und deshalb ist der Umfang des Wettprogramms zwar gross, aber nicht frei wählbar.

Beim Umfang hilft eine Zahl. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der CHF 1 ist bemerkenswert niedrig und öffnet das Produkt auch für sehr kleine Einsätze — aber die zweite Zahl ist die interessantere. Bei CHF 1’000 liegt die Grenze für die Einzelwette, bei CHF 10’000 die für die Systemwette. Wer mit einem Vier- oder Fünf-Stellen-Einsatz arbeiten will, findet in der Schweiz keine Sportwetten, die das mitmachen.

Was Sporttip an Funktionen anbietet, lässt sich an den eigenen Bedingungen ablesen. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor dem Spiel und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out; der ausgezahlte Betrag liegt tiefer als der mögliche Wettgewinn und kann jederzeit geändert werden. Der Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50, mit einem Bonus auf den Nettogewinn von 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Quoten- und Profitboosts sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und verfallen bei einem Cash-Out.

Zwei Eigenheiten der Regeln verdienen beim Basketball besondere Aufmerksamkeit. Erstens gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Im Basketball mit seinen schnellen Punktfolgen ist das eine reale Fallgrösse, denn ein Spiel kann sich in vierzig Sekunden entscheiden. Wer auf einem langsamen Stream setzt, wettet möglicherweise auf ein Ergebnis, das schon gefallen ist — mit dem Ergebnis, den Einsatz zurückzubekommen statt zu gewinnen. Das ist korrekt geregelt und trotzdem ein Grund, Livewetten nur mit einem Stream zu setzen, der dem Hallengeschehen wirklich hinterherkommt.

Zweitens verbindet Sporttip voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung ausschliesslich über die «Bet-Builder-Funktion». Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für Basketball heisst das: Wer Sieger und Gesamtpunkte aus derselben Begegnung kombinieren will, tut das über diese Funktion und nicht über den freien Kombinationszettel. Wer die Regel kennt und sie umgeht, riskiert, dass die Kombination nach dem Spiel verschwindet.

Im Kern ist Swisslos Sporttip der Anbieter, der am weitesten in den Schweizer Alltag hineinragt: eine Bewilligung mit klarer Adresse, Einsätze ab CHF 1, ein Bonus-System, das an Bedingungen hängt statt an Versprechen, und ein Wettprogramm, dessen Grenzen nicht von der Marketingabteilung gezogen werden, sondern von einer Liste. Wer die Marge kennt, weiss, dass auch hier rund fünf Prozent eines ausgewogenen Zwei-Weg-Marktes nicht ausgeschüttet werden — dieselbe Mechanik wie überall, nur mit dem Unterschied, dass hier niemand mit einer Quote wirbt, für die es keine Aufsicht gibt.

Loterie Romande Jouez Sport — dasselbe Produkt in sechs Kantonen

Die Loterie Romande ist die zweite Veranstalterin, die das interkantonale Recht zulässt, und sie führt ihre Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport. Sie steht auf derselben Grundlage wie Swisslos: eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51) unter der Aufsicht der Gespa, als Organisatorin die Société de la Loterie de la Suisse Romande. Wer die beiden Anbieter in einem Punkt nebeneinander stellen will, kann das mit den Zahlen ihrer Reichweite tun: Die Loterie Romande nennt 2’350 Verkaufstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Das ist ein Verkaufsnetz, an dem sich zeigt, wie stark dieses Angebot an den physischen Handel gebunden ist.

Das Entscheidende an dieser Marke liegt aber nicht in ihrer Grösse, sondern in ihrer Grenze. Die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura machen ihr ganzes Gebiet aus. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet möglich. Wer in Bern lebt, kann bei der Loterie Romande nicht spielen, und wer in Genf lebt, nicht bei Swisslos. Dieses Ausschlussprinzip ist keine Härte des Anbieters, sondern der Preis dafür, dass es nur zwei gibt: Jeder der beiden deckt die Kantone ab, die ihn mitgetragen haben.

Für einen Wettenden in der Westschweiz ändert das den Blick auf die Bedingungen, weil er nicht zwischen zwei Anbietern wählen kann. Er misst die Bedingungen des einen, der ihm offensteht: die Höchstwerte für Einsatz und Verlust, die er vor der ersten Wette ohnehin selbst setzen muss, die Bearbeitungszeit einer Auszahlung und die Frage, ob seine Wettart im Katalog steht. Wer Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt oder Wallis als Wohnkanton hat, hat die Wahl zwischen Jouez Sport und einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung — und damit zwischen einer eng begrenzten Ordnung und einer offenen ohne hiesigen Rechtsbehelf.

Die ausländischen Marken: was sie in diesem Vergleich sind

Die acht folgenden Namen teilen in dieser Übersicht ein Merkmal, und es wiegt schwerer als alles, was sie sonst unterscheiden mag. Keiner von ihnen besitzt eine Schweizer Bewilligung. Jeder von ihnen trägt in der Tabelle denselben Vermerk, und die dritte Spalte bleibt bei jedem von ihnen leer, weil keine Bewilligung angegeben ist, die in der Schweiz Geltung hätte. Was sie sonst mit Schweizer Spielenden zu tun haben, ändert daran nichts.

Was sich bei jedem von ihnen nachlesen lässt, ist die Rechtsfolge, nicht das Produkt. Wer bei ihnen spielt, ist nicht ans Schweizer Sperrregister angeschlossen und hat keinen Schweizer Rechtsweg. Ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS gesperrt werden — die Gespa nannte als Beispiele für solche Wechsel Interwetten und Bet-at-Home und führte bet365 auf der Liste. Gesperrt wird also nicht eine einzelne Adresse dauerhaft, sondern jeweils die aktuelle; die Anbieter wechseln sie, teils innerhalb von Stunden.

Die acht Namen — PowBet, Cloudbet, MrXbet, Rabona, Betovo, DirectionBet, 1Bet und N1 Bet — stehen hier also als das, was sie in der Schweiz sind: vertraute Oberflächen ohne hiesige Zulassung. Wer ein Konto bei einem von ihnen führt, führt es bei einer Firma, deren Bewilligungsgrundlage er nicht prüfen kann, und die im Streitfall nicht über die Gespa erreichbar ist. Ein Vergleich der acht untereinander wäre ein Vergleich ihrer Bedingungen, und die sind Sache ihrer eigenen Terms. Für die Frage, die diesen Abschnitt trägt — was ist in der Schweiz erlaubt, und was kostet der Weg daran vorbei —, unterscheiden sie sich nicht.

Häufige Fragen zum EuroLeague-Wetten in der Schweiz

Dürfen Schweizer Veranstalter Wetten auf die EuroLeague anbieten, und wo ist das geregelt?

Ja, aber nur die zwei bewilligten Veranstalter und nur im Rahmen der geschlossenen Liste, die die Gespa für Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten führt. Die Grundlage ist das Geldspielgesetz mit der Aufsicht durch die Gespa; ausländische Bewilligungen haben in der Schweiz keine Wirkung.

Wer darf in der Schweiz überhaupt Sportwetten veranstalten, und wofür steht die Bewilligung?

Nur Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide brauchen eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel unter dem BGS, beaufsichtigt von der Gespa. Die Bewilligung gilt ausschliesslich in der Schweiz, und jeder Veranstalter bedient nur sein eigenes Kantonsgebiet.

Wie viele Teams und Spiele umfasst die EuroLeague-Hauptrunde, und wie wirkt sich das auf die Wettmärkte aus?

Seit der Saison 2025/26 sind es 20 Mannschaften, die Hauptrunde umfasst 38 Spiele im Hin- und Rückspiel. Ein so langes Programm ergibt viele Einzelbegegnungen und damit viele einzelne Wetten — und jede davon trägt die Marge des Veranstalters, ohne dass sich diese von Spiel zu Spiel verringert.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge des Anbieters?

Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen das Produkt der Einzelquoten; Swisslos rundet zuerst auf zwei Nachkommastellen auf, dann auf fünf Rappen ab. Die Marge ist der Anteil, den ein Markt nicht ausschüttet: bei zwei Ausgängen zu je 1.90 rund fünf Prozent.

Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden, und wann gilt eine Erhöhung?

Wer zum ersten Mal bei Sporttip teilnimmt, setzt Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort; eine Erhöhung wird erst nach 72 Stunden wirksam. Eine Einzahlungslimite für 30 Tage ist zusätzlich möglich.

Wie werden Gewinne steuerlich behandelt, und was bedeutet der Steuerfreibetrag je nach Kanton?

Gewinne aus einem in der Schweiz erlaubten Grossspiel bleiben bis zum Freibetrag je Einzelgewinn steuerfrei — ab 1.1.2026 bundesweit CHF 1’071’000. Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt «je nach Kanton». Darüber hinaus behält die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man in der Steuererklärung zurückholt.

Inhalt erstellt vom Team «italienfussball»