Cricket-Wetten in der Schweiz: Wer darf, was zählt – und was die Quote verschweigt
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Wettkämpfe in der Schweiz geprüft gegen die Gespa-Sperrliste und die öffentlich zugänglichen Spiel- und Teilnahmebedingungen, Stand Oktober 29, 2026.
Wer in der Schweiz auf Cricket setzen will, landet schnell bei einem Anbieter, der gar nicht in der Schweiz zugelassen ist. Das ist keine Kleinigkeit, sondern der wichtigste Punkt dieses Themas: Für Sportwetten gibt es hierzulande genau zwei Veranstalter mit Bewilligung, und alles andere läuft an der Schweizer Aufsicht vorbei. Cricket gehört zu den Sportarten, für die ein solches Angebot überhaupt nur zulässig ist, wenn es auf der Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten steht. Der folgende Vergleich ordnet die zehn Plattformen, auf die Spielende in der Deutschschweiz am häufigsten stossen, nach Bewilligungsstatus, Einsatzlimiten und Auszahlung auf das eigene Konto – und er sagt offen, wo ein Vergleich an seine Grenzen stösst.
Die zehn Plattformen im Vergleich
Werbung für ein Glücksspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, ist nach Art. 74 Abs. 3 des Geldspielgesetzes strafbar und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet. Deshalb steht hier keine Empfehlung, sondern eine Einordnung: Wer ein Konto eröffnet, entscheidet selbst, sollte aber wissen, wo er landet.

| Plattform | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung | Einsatzgrenzen |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | Einzel- und Kombiwette CHF 1 bis CHF 1’000, Systemwette bis CHF 10’000 |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande | — |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | — |
| 22Bet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | — |
| bet-at-home | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | — |
| Betify | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | — |
| ZotaBet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | — |
| BetAlright | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | — |
| N1 Bet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | — |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | — |
Die Einsatzspalte sagt mehr über den Schweizer Markt als über die Plattformen. Nur ein einziger Anbieter dieser Liste nennt überhaupt eine Obergrenze pro Wette, und sie liegt bei CHF 1’000 für die gewöhnliche Einzel- oder Kombiwette. Wer aus dem Ausland auf Cricket setzen will, findet dort keine vergleichbare Zahl, weil kein Schweizer Recht ihn dazu zwingt, eine zu veröffentlichen. Diese Freiheit ist der eigentliche Unterschied: Sie schützt nicht, sie lässt offen. Auffällig ist auch, dass die berichtete Bewilligung der acht ausländischen Marken im Ergebnis einheitlich ausfällt – eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, unabhängig davon, in welchem Land sie erteilt wurde. Wer Cricket-Wetten über eine dieser Seiten abwickelt, hat keinen Schweizer Ansprechpartner, keinen Eintrag im Sperrregister und kein Schweizer Rechtsmittel.
Wer tiefer einsteigen will, findet Einzelurteile in den Abschnitten zu den einzelnen Anbietern. Vorher lohnt sich der Blick auf das, was alle zehn Zeilen dieser Tabelle teilen: den Regeln des Spiels selbst entkommt keiner.
Spielplan und Grundlagen: Was eine Cricket-Wette überhaupt ist
Ein Cricketfeld ist ein Oval, und die Mannschaften stehen sich mit je 11 Spielern gegenüber. Ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen. Das klingt nach einer Formalie, ist aber der Schlüssel zum Quotenverständnis: Ein Innings bestimmt, wie lange eine Mannschaft schlägt, und damit, wie viel Zeit bleibt, in der sich ein Ergebnis noch drehen kann. Kein anderes Sportangebot auf einem Schweizer Wettschein hat diese Dehnung.

Drei Formate, drei völlig verschiedene Wetten
Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden. Ein One-Day International umfasst in der Regel 50 Overs pro Innings, ein Twenty20 20 Overs pro Innings mit höchstens 75 Minuten je Innings. Wer diese drei Zahlen nebeneinanderlegt, versteht sofort, warum dieselbe Sportart drei verschiedene Wettarten hervorbringt – und warum eine Quote im Kurzformat nicht die Quote desselben Spiels im Langformat ist.
Fünf Tage bedeuten fünf Tage Zeit für Regen, für einen Platz, der langsam zerfällt, für Vorteile, die kippen. Ein Test-Match endet häufig unentschieden im Sinne des Draw: Läuft die Zeit vor Ende aller Innings ab, gilt in der Regel ein Draw. Ein Tie wiederum – alle Innings beendet, Punktestand gleich – ist sehr selten. Wer diese drei Ausgänge in einem Markt nicht auseinanderhält, verliert Geld an einer Unterscheidung, die er nicht gesehen hat.
Das Kurzformat verdichtet dafür alles. 20 Overs pro Innings, höchstens 75 Minuten: Da entscheidet ein einzelner überdurchschnittlicher Over das Spiel, und ein einziger guter Schlagmann kann eine Partie allein tragen. Ein Fünf-Tage-Spiel dagegen belohnt Geduld und Mannschaftstiefe. Wer auf Cricket setzen will, sollte zuerst wissen, ob er eher den Marathon oder den Sprint beurteilen kann. Meine Einschätzung: Die meisten Gelegenheitsspieler überschätzen ihre Fähigkeit im Test-Format massiv.
Die Indian Premier League ist ein Beispiel für eine nationale Twenty20-Liga mit internationalen Spielern. Ligen dieser Bauart füllen den Spielplan zwischen den internationalen Fenstern und sind für das Kurzformat das, was nationale Ligen im Fussball sind: der Alltag, in dem die meisten Wetten tatsächlich anfallen.
Ein Cricketfeld mit gemähtem Rasen und hellem Mittelstreifen am frühen Morgen, Nebel zwischen den Bäumen am Rand: So sieht der Arbeitsplatz aus, über den hier Zehntausende Wetten laufen.
Der Cricket World Cup und was das Format mit den Quoten macht
Der Cricket World Cup der Männer findet alle vier Jahre statt und wird mit 50 Overs pro Innings gespielt, seit 1987; zuvor waren es 60 Overs. Die erste Austragung war 1975 in England, Rekordsieger ist Australien mit 6 Titeln. Die Ausgabe 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien. Die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.
Dass ein Turnier von 10 auf 14 Teams wächst, ist für Wettende keine Randnotiz. Mehr Mannschaften bedeuten mehr Spiele mit deutlichem Klassenunterschied – und in solchen Partien ist die Favoritenquote so kurz, dass die Marge einen überproportionalen Anteil des Einsatzes auffrisst. Die interessanten Zahlen liegen nicht im Spitzenspiel zweier Grosser, sondern dort, wo zwei Mannschaften auf Augenhöhe aufeinandertreffen und keine Seite optisch dominiert.
Das Finale des Cricket World Cup 2019 steht als Mahnmal für jeden, der sich auf die Kurzform verlässt: Nach 50 Overs stand es 241:241, im Super Over 15:15, und England gewann anhand der Zahl der Boundaries. Ein Weltmeistertitel, entschieden von einer Hilfsregel. Niemand, der vor diesem Spiel eine Wette platziert hat, konnte diese Eventualität einpreisen – und genau deshalb bleibt Cricket ein Sport, in dem eine Quote eine Wahrscheinlichkeit abbildet, keine Gewissheit.
Formate sind kein sportliches Detail, sondern der Rahmen, in dem eine Quote ihren Sinn bekommt.
Was die Marge mit einer Cricket-Quote macht
Nehmen wir eine illustrative Zweiwegemarkt-Konstellation mit Quoten von 1.90 und 1.90 – ausdrücklich als Beispiel, nicht als irgendwo notierte Preisstellung. Der Auszahlungsschlüssel dieser beiden Quoten liegt bei rund 105 Prozent der Gegenseite beziehungsweise einem Quotenschlüssel von etwa 95 Prozent: 1 geteilt durch 1 geteilt durch 1.90 plus 1 geteilt durch 1.90 ergibt 0.95, und die Marge ist die Differenz auf 100 Prozent, also rund 5 Prozent.
Das ist die Zahl, die niemand auf einer Wettseite sieht. Bei zwei gleichwertigen Ausgängen und einer Marge in dieser Grössenordnung behält der Veranstalter im statistischen Mittel etwa 5 Rappen von jedem Franken, der auf diesem Markt umgesetzt wird – vorausgesetzt, die Einsätze verteilen sich über viele Wetten hinweg einigermassen gleichmässig auf beide Seiten. Verteilen sie sich nicht gleichmässig, trägt der Veranstalter ein Risiko, und genau deshalb sind die Quoten im Cricket selten so symmetrisch wie in diesem Rechenbeispiel.
Der Punkt ist nicht die genaue Zahl, sondern ihre Bandbreite. Wer zwei Cricket-Preise nebeneinanderlegt, sieht den Quotenschlüssel nicht, spürt ihn aber: Bei einer Zweiwegemarkt-Konstellation um 1.90 bewegt sich die Marge in einem mittleren einstelligen Prozentbereich, und bei einem klaren Favoriten mit einer sehr kurzen Quote wächst der relative Anteil, den die Marge abschöpft, deutlich. Man kann das selbst grob nachrechnen: 1 durch Quote A plus 1 durch Quote B, das Ergebnis von 1 abziehen. Wer diesen Griff einmal beherrscht, liest jede Cricket-Seite anders.
Bei einem Markt mit drei Ausgängen oder mit Zusatzoptionen wächst die Zahl der Terme im Nenner, und damit steigt in aller Regel auch die Marge gegenüber einem schlichten Zweiwegemarkt. Die praktische Konsequenz: Kombiwetten im Cricket, die mehrere Märkte derselben Partie verknüpfen, tragen die Margen aller beteiligten Märkte gleichzeitig.
Ein roter Lederball und ein Holzschläger auf einer Rasenkante, dahinter ein unscharfer Zaun: Cricket ist eine Sportart, bei der die Spielform die Wettbedingungen massgeblich mitprägt.
Darf man in der Schweiz überhaupt auf Cricket wetten?
Zwei Veranstalter, und keine Ausnahme
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, nach Art. 3 lit. c und e, und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit 1.1.2021 in Kraft. Nicht zuständig ist die ESBK, die ausschliesslich Casinos beaufsichtigt.
Eine Bewilligung braucht zweierlei: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, Art. 21 bis 25 BGS, und sie gilt nur in der Schweiz, Art. 4 BGS. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip – Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 – und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Einen Anbieter mehr gibt es nicht, und die Gespa veröffentlicht deshalb auch keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, sondern nur die Sperrliste gesperrter ausländischer Domains.
Das Vertragsgebiet von Swisslos umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat also faktisch einen einzigen Zugang zu bewilligten Sportwetten, und das ist Sporttip – mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet, mindestens 18 Jahren, ohne bestehende Spielsperre und mit nur einer Registrierung pro Person.
Gibt es noch andere bewilligte Anbieter? Nein. Das ist keine Marktlücke, sondern die gesetzliche Obergrenze.
Kein Cricket ohne Listeneintrag
Selbst bei einem bewilligten Veranstalter ist nicht jedes Cricket-Ereignis wettbar. Das zulässige Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, Version 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über einen Podestplatz entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe nie. Die Liste enthält keine Corner- und Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt, Art. 25 Abs. 2 BGS.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt; das Gesetz beschränkt das Liveangebot nicht auf bestimmte Märkte. Cash-Out dagegen ist nicht geregelt und damit Sache jedes Veranstalters. Wer ein Cricket-Angebot bei Sporttip sucht, prüft es in dessen eigenem Wettprogramm – ob eine bestimmte Serie dort steht, entscheidet der Listeneintrag, nicht die Sportart.
Was ausländische Seiten kosten und was sie versprechen
Eine ausländische Bewilligung – ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Kraft, Art. 4 BGS. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre, Art. 130 BGS. Der Spielende wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fair-Play-Kontrolle.
Dazu kommt die Sperrliste. Die Gespa veröffentlicht ausländische Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren, Art. 86 bis 93 BGS; die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Diese Praxis des Wechsels der Adresse ist der Grund, warum eine ausländische Seite, die gestern geladen hat, morgen nicht mehr erreichbar sein muss.
Offshore heisst konkret: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Bewilligt heisst konkret: voller Schweizer Spielerschutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste an Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist per se «die sichere Wahl» – sie sind zwei verschiedene Abwägungen, und wer die zweite wählt, sollte wissen, was er aufgibt.
Ein Smartphone mit dunklem Display auf einer Parkbank, dahinter ein Schweizer Dorf mit Kirchturm im Dunst: Die Verbindung zu einem Anbieter ohne Schweizer Sitz ist technisch unspektakulär – und rechtlich folgenlos gesichert.
Wo Spielende Hilfe finden
Die Spielsperre ist das wirksamste Werkzeug. Wer sich selbst sperrt, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage blockieren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Nach Art. 80 bis 82 BGS erfasst das Register überschuldete und spielsuchtgefährdete Personen; die freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, Art. 84 VGS, und eine Fachstelle ist daran beteiligt, Art. 81 BGS. Einen selbst gewählten Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss der Veranstalter anbieten, Art. 89 VGS. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne, Art. 45 BGS.
Diese Regeln gelten für bewilligte Schweizer Angebote – und für nichts sonst. Bei einer ausländischen Seite gibt es kein Register, das einen aufnimmt, und niemanden, der einen daran hindert, die eigene Grenze am nächsten Abend wieder zu erhöhen.
Limiten, Pausen und die lange Dauer eines Cricket-Spiels
Warum Cricket ein besonderes Risiko für unbemerkte Verluste ist
Ein Fussballspiel ist nach 90 Minuten vorbei. Ein Test-Match läuft bis zu fünf Tage, mit drei Sessions von je etwa zwei Stunden pro Tag. Wer in dieser Zeit durchgehend live setzt, hat es nicht mit einem Abend zu tun, sondern mit einer Woche – und mit Dutzenden Gelegenheiten, eine eben gezogene Grenze wieder zu überschreiten. Das ist kein moralisches Argument, sondern ein strukturelles: Die Spielform selbst verlängert das Zeitfenster, in dem Einsätze entstehen.
Das Gesetz setzt die Limiten nicht, der Spielende tut es. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen, Art. 87 VGS. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz nach 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Vor der ersten Teilnahme bei Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; eine Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage ist zusätzlich freiwillig möglich. Einen gesetzlich festen Einzahlungsdeckel gibt es in der Schweiz nicht.
Die 72-Stunden-Regel ist die eigentliche Schutzmauer, und sie ist unbequem. Wer nach drei verlorenen Sessions meint, es mit einer höheren Grenze zurückholen zu müssen, wartet drei Tage – und drei Tage sind bei einem Fünf-Tage-Spiel länger als die gesamte Partie. Genau diese Verzögerung ist der Punkt.
Identität, Auszahlung und warum Krypto hier nicht funktioniert
Ein Konto pro Person, mit verifizierter Identität, Art. 47 bis 52 VGS. Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Bei Swisslos werden die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt, Art. 50 Abs. 2 VGS; ein Kredit an Spielende ist ausgeschlossen, Art. 75 Abs. 1 BGS. Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwettenangebot nicht. Wer eine Plattform mit Krypto-Auszahlung als Vorteil verkauft, verkauft damit den Verzicht auf die Schweizer Auszahlungsregel. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist im Übrigen seine eigene Sache und nur seinen Bedingungen zu entnehmen.
Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch: An Verkaufsstellen wurde in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer glaubt, die Zugangskontrolle an der Verkaufsstelle sei wasserdicht, hat die Zahl nicht gelesen. Beim Online-Konto ist die Prüfung strenger, weil sie an eine Ausweiskopie gebunden ist – aber sie ist eine Prüfung von vielen.
Anbieter im Einzelnen
Swisslos Sporttip – der Veranstalter mit dem engsten Netz an Limiten
Sporttip ist eine der beiden Sportwetten, die das interkantonale Recht zulässt, mit einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung nach dem BGS, Aufsicht durch die Gespa. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Der Zugang steht Personen offen, die im Vertragsgebiet wohnen oder sich dort gewöhnlich aufhalten: in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein.
Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für Cricket heisst das: Systemwetten auf mehrere Märkte einer Partie sind bis CHF 10’000 möglich, eine einzelne Kombination nur bis CHF 1’000 – ein Unterschied, der bei einem Fünf-Tage-Spiel mit vielen Einzelmärkten schnell relevant wird.
Beim Cash-Out ist Sporttip zurückhaltend: Der Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Angeboten wird es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer bei einem mehrtägigen Spiel einen Teilgewinn sichern will, findet hier keine Teilauszahlung – entweder alles oder nichts.
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist eine Regel, die im Cricket auf einen ganz bestimmten Moment zielt: das platte Ereignis, das schneller eintritt, als die Live-Leitung hinterherkommt.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer also Schlagmann-Leistung und Spielausgang derselben Partie verknüpfen will, tut das über die vorgesehene Funktion – alles andere läuft ins Risiko einer Rückabwicklung.
Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind – eine Formulierung, die für Cricket vor allem bei abgebrochenen Partien zu prüfen ist.
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024.
Die Bewertung: Bei Sporttip ist der Schutzapparat am dichtesten und das Angebot am engsten – CHF 9’999 Obergrenze, 72 Stunden Wartezeit bei einer Erhöhung, ein Verlustlimit bereits vor der ersten Wette. Die geschlossene Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten entscheidet, ob eine bestimmte Cricket-Serie überhaupt dort steht.
Loterie Romande Jouez Sport – derselbe Auftrag, anderes Gebiet
Jouez Sport ist die zweite und letzte bewilligte Sportwette des Landes, ebenfalls mit Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem BGS unter Gespa-Aufsicht. Veranstalterin ist die Loterie Romande, die Société de la Loterie de la Suisse Romande. Das Gebiet umfasst die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; das Unternehmen zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Für die Deutschschweiz ist die praktische Bedeutung gleich null, und das muss man so sagen. Ein Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Gebiet voraus. Wer in Zürich oder Bern lebt, kann Jouez Sport nicht nutzen – nicht wegen einer technischen Hürde, sondern wegen derselben Wohnsitzvoraussetzung, an die auch Sporttip gebunden ist.
Interessant ist die Grössenordnung dahinter: 2’350 Verkaufsstellen für sechs Kantone. Diese Dichte ist das Erbe des Verkaufstellennetzes, das die Loterie Romande über Jahrzehnte aufgebaut hat, und sie erklärt, warum das Westschweizer Modell stärker auf Präsenz als auf digitales Marketing setzt. Wer im Wallis oder in Genf wohnt, hat damit zwei grundsätzlich gleichgestellte Zugänge zur Wahl – und die Wahl wird durch das eigene Wohngebiet entschieden, nicht durch die Qualität des Angebots.
Die Einschätzung: Jouez Sport ist für Westschweizer Spielende die zweite bewilligte Option, und die Bedingungen, an die sie gebunden ist, sind die des Schweizer Gesetzes – Obergrenzen, Wartezeiten, Verlustlimiten. Für Cricket entscheidet auch hier der Listeneintrag, welche Serien und Märkte überhaupt angeboten werden dürfen.
Betscore – keine Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Handhabe
Betscore gehört zur Gruppe der acht ausländischen Plattformen, die in dieser Vergleichsliste aus einem einzigen Grund stehen: Swiss Player ihnen begegnen. Eine Schweizer Bewilligung besteht nicht. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hierzulande Sportwetten veranstalten; eine berichtete ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Kraft, Art. 4 BGS. Es gibt keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
Was ein Cricket-Wettender dort bekommt, hängt vollständig von den Bedingungen des Anbieters ab – nicht von einem Schweizer Mindesteinsatz, nicht von einer Schweizer Auszahlungsregel, nicht von einer Verlustlimite, die vor der ersten Wette gesetzt werden müsste. Wer dort ein Konto eröffnet, verzichtet auf genau den Apparat, den die Schweizer Regelung verlangt.
Der Punkt dieser Zeile ist der Bewilligungsstatus. Ein Schweizer Konto, das gegen das Kontoinhaber-Prinzip bei Auszahlungen verstösst, gibt es hier nicht.
22Bet – keine Schweizer Bewilligung, Domain-Wechsel inklusive
Auch 22Bet fällt unter die acht Marken ohne Schweizer Bewilligung. Für 22Bet gilt dieselbe Rechtslage: eine ausländische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz, Art. 4 BGS, keine Einbindung ins Sperrregister, kein Schweizer Rechtsmittel, Sperrliste als Möglichkeit der Gespa. Bei einer Marke, deren Domain wechseln kann, kommt ein praktisches Problem hinzu: Die Gespa nennt Domain-Hopping als Phänomen, gesperrte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt. Wer ein Guthaben auf einer solchen Seite hält, hält es an einer Adresse, die keine Bestandsgarantie hat.
Für Cricket heisst das: Es gibt hier keine Schweizer Obergrenze, an der sich der Einsatz messen liesse, und keine Schweizer Stelle, die bei einem Streit um ein abgebrochenes Spiel nach der Duckworth-Lewis-Stern-Methode angerufen werden könnte.
Die Bewertung: Der Wert dieser Zeile liegt darin, dass ein Spielender erkennt, was ein Konto ohne Schweizer Bewilligung strukturell nicht leisten kann. Wer dennoch dort spielt, sollte wissen, dass er gegen niemanden klagen kann, den das Schweizer Recht greift.
bet-at-home – eine bekannte Marke, ohne Schweizer Zulassung
bet-at-home ist in der Schweiz ein bekannter Name, und das macht die Sache nicht besser: Eine Bekanntheit ersetzt keine Bewilligung. Es besteht keine Schweizer Bewilligung; das Gesetz lässt für Sportwetten nur zwei Veranstalter zu, und ein ausländischer Bewilligungsstatus ist in der Schweiz ohne Wirkung, Art. 4 BGS. Die Gespa nennt bet-at-home gemeinsam mit Interwetten im Zusammenhang mit Domain-Hopping und führt bet365 als auf der Liste stehend. Kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als Möglichkeit.
Für Cricket-Wettende relevant ist vor allem, was fehlt: keine Schweizer Verlustlimite vor der ersten Wette, keine an das Kontoinhaber-Prinzip gebundene Auszahlung, keine Kontrolle durch die Gespa. Und, je nach Kanton, eine steuerliche Behandlung ausländischer Gewinne, die von der inländischen abweicht.
Die Einschätzung: Eine etablierte Marke mit langer Geschichte und trotzdem ohne Schweizer Veranstalterbewilligung – ein Musterbeispiel dafür, dass Marktbekanntheit und Zulassung zwei verschiedene Dinge sind.
Betify – ohne Zulassung, ohne Schweizer Ansprechpartner
Betify trägt in dieser Vergleichsliste den Status ohne Schweizer Bewilligung. Eine berichtete Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft, Art. 4 BGS. Es besteht keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Was Betify im Cricket anbietet, wäre an den eigenen Bedingungen zu prüfen; an Schweizer Massstäben gemessen ist es nicht. Es gibt keinen Mindesteinsatz und keinen Höchsteinsatz, den Schweizer Recht vorschreibt, und keine Limitenpflicht, die vor der ersten Wette greift. Diese Leerstelle ist der Kern der Zeile – sie ist keine Kritik an einem einzelnen Anbieter, sondern die Folge davon, dass ein ausländisches Angebot nicht unter das Schweizer Regime fällt.
Die Bewertung: Wer hier spielt, wählt ein Angebot, für das keine Schweizer Stelle einsteht. Für Cricket, wo die Regeln zu Regenabbruch und Zielkorrektur ohnehin erklärungsbedürftig sind, ist das der schlechteste Ort für eine Streitfrage.
ZotaBet – ohne Schweizer Bewilligung
ZotaBet steht in derselben Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, eine ausländische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 BGS, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als Möglichkeit.
Für die Schweiz bedeutet das: kein Schweizer Mindesteinsatz, keine Schweizer Auszahlungsregel, kein Kontoinhaber-Prinzip, das durch Art. 50 Abs. 2 VGS durchgesetzt würde. Ob und in welchem Umfang Cricket-Märkte angeboten werden, steht allein in den Bedingungen des Anbieters.
Die Einschätzung: Im Vergleich zu den beiden bewilligten Veranstaltern fehlt hier nicht ein Bonus, sondern die gesamte Schutzstruktur. Wer Cricket über mehrere Tage verfolgt und dabei setzt, merkt den Unterschied spätestens dann, wenn er seine eigene Grenze eigentlich senken will – und niemand da ist, der ihn dazu verpflichtet.
BetAlright – ohne Schweizer Bewilligung
BetAlright gehört zu den acht Plattformen ohne Schweizer Bewilligung. Swiss Player begegnen der Marke, eine Zulassung für den Schweizer Markt besteht nicht: Das Gesetz begrenzt die Veranstalter von Sportwetten auf zwei, und eine ausländische Bewilligung ist hier ohne Kraft, Art. 4 BGS. Kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als Blockiermöglichkeit.
Was hier an Cricket-Märkten bereitsteht, richtet sich nach den Bedingungen des Anbieters. Ein Schweizer Massstab an Einsatzhöhe oder Auszahlungsweg existiert nicht, und die Gespa hat keine Aufsicht über das Angebot.
Die Bewertung: Diese Zeile markiert die Grenze des Vergleichs. Wo keine Schweizer Bewilligung besteht, lässt sich kein Schweizer Merkmal vergleichen – nur feststellen, dass es fehlt.
N1 Bet – ohne Schweizer Bewilligung
N1 Bet ist eine der Marken, die in dieser Liste ohne Schweizer Bewilligung stehen. Es gilt die allgemeine Rechtslage: Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung, Art. 4 BGS, die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden, und es besteht kein Zugang zum Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg.
Bei Cricket-Wetten heisst das konkret: keine Schweizer Limitenpflicht, keine Kontrolle durch die Gespa, keine Schweizer Stelle für eine Beschwerde, wenn ein Markt nach einem Regenabbruch anders abgerechnet wird, als der Spielende es erwartet hat.
Die Einschätzung: Der Vergleichswert dieser Plattform liegt darin, dass sie zeigt, wie viel von dem, was bei einem bewilligten Veranstalter selbstverständlich ist, ausserhalb der Bewilligung schlicht nicht existiert.
BetFury – ohne Schweizer Bewilligung
BetFury steht am Schluss dieser Gruppe und teilt deren Status vollständig: keine Schweizer Bewilligung, ausländische Bewilligung ohne Wirkung hierzulande, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als Möglichkeit. Der Name deutet auf einen Anbieter mit breitem Produkt hin; für den Schweizer Markt ändert das nichts, weil die Bewilligung entscheidet und nicht das Produkt.
Für Cricket bedeutet das: kein Schweizer Höchsteinsatz, an dem sich ein Einsatz orientieren könnte, keine Schweizer Regel zur Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen, keine Schweizer Verlustlimite. Und weil Cricket mit mehreren Ausgängen und langen Spielzeiten arbeitet, sind genau diese drei Punkte die, die zählen.
Die Einschätzung: Wie bei den anderen sieben Marken dieser Gruppe ist der einzige belastbare Vergleichspunkt der Bewilligungsstatus. Alles andere ist Sache der Anbieterbedingungen – und die kann niemand in der Schweiz durchsetzen.
Spielfluss, Regen und was eine Quote nicht absichert
Warum das Ziel mitten im Spiel neu berechnet wird
Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in Limited-Overs-Spielen, die durch Wetter unterbrochen wurden. In 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf, sonst wird die Partie als «No Result» gewertet – Ausnahme: ein Team ist all out oder erreicht das Ziel früher.
Für eine Wette ist das die unangenehmste Regel im ganzen Sport, und jede Cricket-Wettseite sollte sie erklären. Ein 50-Over-Spiel, bei dem die zweite Mannschaft auf 18 Overs kommt, bevor der Regen endgültig bleibt, ist kein Cricket-Ergebnis, sondern ein Strich unter die Wette. Das Ziel, das die zweite Mannschaft verfolgen muss, wird nach einer Unterbrechung nicht einfach von den bereits gespielten Overs abgeleitet, sondern nach einer Formel, die verbleibende Overs und verbleibende Wickets gemeinsam gewichtet. Wer die Formel nicht kennt, sieht eine Live-Quote schwanken, ohne zu wissen, warum.
Die Methode wurde 1997 eingeführt und 1999 vom International Cricket Council offiziell übernommen; seit November 2014 trägt sie nach Steven Stern den Namen Duckworth-Lewis-Stern. Sie ist damit älter als jede Schweizer Online-Wettlizenz und bis heute die Regel, an der sich Wetten entscheiden – kein Zufall, sondern die praktische Konsequenz daraus, dass eine Partie von mehreren Stunden nicht wartet, bis das Wetter mitspielt.
Daraus folgt ein nüchterner Rat: Wer eine Cricket-Wette platziert, prüft vorher, was bei Regen passiert. Ob eine Wette an einen Mindestumfang an Overs gebunden ist, ob sie bei No Result mit Quote 1.00 gewertet wird oder ob sie überhaupt stehen bleibt, steht in den Wettbedingungen des Veranstalters – bei den bewilligten Schweizer Veranstaltern in deren eigenen Spiel- und Teilnahmebedingungen, nicht in einer allgemeinen Marktkonvention.
Was eine Kombiwette mit Cricket macht
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Dieser Satz ist im Cricket besonders wichtig, weil sich fast alles in einer Partie gegenseitig bedingt: Ein höherer Punktestand der ersten Mannschaft verändert die Erwartung an die zweite, die Anzahl der Overs, die Ausgänge und die Einzelspieler-Leistungen.
Der Reiz einer Kombiwette ist rechnerisch einfach erklärt: Die Quoten der einzelnen Wetten multiplizieren sich zu einem Preis. Zwei Wetten mit je 1.90 ergeben zusammen 3.61, und aus CHF 10 werden bei einem Treffer CHF 36.10 – eine Zahl, die auf jedem Wettschein verlockend aussieht. Die Kehrseite ist im Cricket härter als in den meisten Sportarten: Weil die Ereignisse voneinander abhängen, ist die Kombination keine Verdopplung unabhängiger Chancen, sondern ein einzelnes Szenario mit mehreren Bedingungen.
Und die Marge. Eine Kombination trägt die Marge jedes beteiligten Marktes gleichzeitig, weil jeder einzelne Faktor bereits einen Quotenschlüssel unter 100 Prozent enthält. Bei einer Zweiwegemarkt-Konstellation um 1.90 summiert sich das über drei Legs zu einer spürbar grösseren Zurückbehaltung als bei einer Einzelwette – der Effekt ist multiplikativ, nicht additiv. Wer Cricket-Kombiwetten spielt, sollte das wissen, bevor der Wettschein abgeschickt wird.
Für einen 1.90/1.90-Beispielmarkt liegt der Quotenschlüssel bei rund 95 Prozent und die Marge bei rund 5 Prozent. Drei solche Legs hintereinander verschieben die Rechnung deutlich zulasten des Spielenden.
Gewinne und Steuern: Was vom Wettschein übrig bleibt
Bei Schweizer Sportwetten sind Steuerfreibetrag und Verrechnungssteuer an eine Schwelle gebunden, die ein normaler Wettschein nicht erreicht. Gewinne aus bewilligten Grossspielen – die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton» und keine einzelne Kantonszahl.
Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Für Cricket-Wettende heisst das im Alltag: Wer wie üblich weit unterhalb des Freibetrags gewinnt, zahlt auf den Gewinn keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht – die Behauptung, der Einsatz werde in der Schweiz besteuert, ist schlicht falsch.
Anders liegt der Fall bei ausländischen Anbietern. Gewinne von ausländischen Veranstaltern unterliegen keiner Verrechnungssteuer – es gibt dort nichts, was einbehalten würde. Zugleich behandelt die kantonale Steuerpraxis, wie im Kanton Thurgau, Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Für einen Cricket-Wettenden, der auf einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung gewinnt, kann damit eine Steuerpflicht entstehen, die bei einem bewilligten Schweizer Veranstalter überhaupt nicht eintritt. Das ist keine theoretische Fussnote, sondern der am leichtesten übersehene Posten der ganzen Rechnung.
Dies ist eine allgemeine Einordnung und keine Steuerberatung. Wer eine konkrete Frage hat, wendet sich an eine Steuerberaterin, einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Was eine Wette bei zwei bewilligten Veranstaltern wirklich kostet
Wer Cricket in der Schweiz wetten will, muss sich zuerst die unbequeme Frage stellen, was für ihn schwerer wiegt: ein Angebot, das durch die Gespa überwacht ist, aber auf zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste an Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine geprüfte Identität begrenzt bleibt – oder ein auswärtiges Angebot ohne jede dieser Grenzen und ohne jede dieser Absicherungen.
Die Marge ist der Teil der Antwort, der bei beiden Wegen derselbe bleibt und den man deshalb vergisst. Bei einer Zweiwegemarkt-Konstellation um 1.90 und 1.90 liegt der Quotenschlüssel bei rund 95 Prozent, die Marge also bei rund 5 Prozent – unter der Voraussetzung, dass sich die Einsätze über viele Wetten hinweg einigermassen gleichmässig auf beide Seiten verteilen. Vorausgesetzt heisst vorausgesetzt: In einer Partie mit klarem Favoriten liegt die kurze Seite so tief, dass der relative Anteil, den die Marge abschöpft, merkbar wächst, und bei einem Markt mit mehreren Ausgängen steigt die Zahl der Terme im Quotenschlüssel und mit ihr in aller Regel die Zurückbehaltung. Für drei Legs einer Cricket-Kombiwette summiert sich das.
Über viele Wetten hinweg ist diese Marge keine Nebensache, sondern der eigentliche Preis des Spiels. Sie ist auch der Grund, warum die Frage nach dem «besten» Anbieter weniger mit einem Bonus zu tun hat als mit der Art von Markt, die man tatsächlich bespielt.
An dieser Stelle steht eine Zahl, die kein Cricket-Markt kennt: Der Schweizer Reingewinn aus Sportwetten für 2025 betrug CHF 109 Mio. – nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Dieses Geld geht an die kantonalen Fonds und an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Ob man das als Legitimation oder als Kostenrechnung liest, hängt davon ab, auf welcher Seite des Wettscheins man steht.
Konkret: Wer während eines Fünf-Tage-Test-Matchs tagsüber live setzt und nur Einzelwetten auf wohldefinierte Märkte platziert, hält die Marge klein und verzögert die eigene Entscheidung nicht durch Kombinationen, die nur schiefgehen können. Wer in derselben Partie sechs Ereignisse verknüpft, weil der Kurzschlussreiz der Multiplikation gross ist, zahlt den doppelten Preis – die höhere Marge und die Abhängigkeit der Legs voneinander. Und wer einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung wählt, bekommt dafür weder eine Verlustlimite vor der ersten Wette noch eine Auszahlung, die an ein Konto im eigenen Namen gebunden ist, noch eine Schweizer Stelle, an die er sich bei einem Streit um eine Regenabrechnung wenden kann. Die zwei bewilligten Veranstalter sind kein Angebot unter vielen. Sie sind das Angebot.
Häufige Fragen zu Cricket-Wetten in der Schweiz
Kann man in der Schweiz bei Swisslos oder Loterie Romande auf Cricket wetten?
Nur wenn das jeweilige Cricket-Ereignis auf der Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa steht. Die Liste ist geschlossen, Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe gelten nur bei ausdrücklicher Nennung. Ob eine konkrete Serie im Angebot ist, zeigt das Wettprogramm des Veranstalters.
Was ändern Test-Match, One-Day-Spiel und Twenty20 an der Auswahl der Wetten?
Sie bestimmen, wie viel Zeit für eine Wende bleibt. Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage, ein ODI in der Regel 50 Overs pro Innings, ein T20 deren 20 mit höchstens 75 Minuten je Innings. Im Kurzformat kippt eine Partie schneller, im Langformat sind Draw und Tie reale Ausgänge.
Was bedeutet die Duckworth-Lewis-Stern-Methode für meine Wette?
Sie berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in witterungsunterbrochenen Limited-Overs-Spielen. Mindestens 20 Overs im 50-Over-Spiel und fünf im Twenty20 müssen gespielt sein, sonst gilt «No Result» – ausser ein Team ist all out oder hat das Ziel erreicht. Bei No Result entscheiden die Wettbedingungen.
Wie berechnet sich der Gewinn bei Cricket-Wetten aus Einsatz und Quote?
Der Rückzahlungsbetrag ist Einsatz mal Quote; der Nettogewinn ist Einsatz mal Quote minus eins. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Legs zu einem Preis: Zwei Wetten zu je 1.90 ergeben 3.61, aus CHF 10 werden bei Treffer CHF 36.10. Ein Treffer ist dabei nicht garantiert.
Wie lässt sich die Marge in Cricket-Quoten abschätzen?
Man rechnet den Quotenschlüssel: 1 geteilt durch Quote eins plus 1 geteilt durch Quote zwei, das Ergebnis von 1 abgezogen ergibt die Marge. Bei einem Beispielmarkt mit 1.90 und 1.90 liegt der Quotenschlüssel bei rund 95 Prozent und die Marge bei rund 5 Prozent, sofern sich die Einsätze gleichmässig verteilen.
Wie werden Gewinne bei ausländischen Wettseiten im Vergleich zu Sporttip-Gewinnen besteuert?
Bei Schweizer Veranstaltern bleiben Gewinne unter dem Steuerfreibetrag steuerfrei – ab 1.1.2026 sind das CHF 1’071’000, kantonal abweichend. Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, doch die kantonale Praxis, etwa im Thurgau, behandelt solche Gewinne unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen.
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Inhalt erstellt vom Team «italienfussball»
