Formel-1-Wetten in der Schweiz: Zwei Bewilligungen, eine Marge und der Preis der Quote

Updated Oktober 2026
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Eine leere Rennstrecke mit Asphaltkurven und rot-weissen Randsteinen, aus der Höhe bei Sonnenaufgang gesehen.

Wetten auf ein Formel-1-Rennen sind in der Schweiz ein Grossspiel. Nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Jede weitere Adresse, die sich im Netz als Wettanbieter ausgibt, hat keine Schweizer Bewilligung – und damit auch keinen Schweizer Rechtsschutz. Wer den Unterschied nicht kennt, zahlt ihn später, in Form von Limiten, die niemand erklärt, oder von Wetten, die niemand prüft.

Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2026 begann am 8. März 2026 mit dem Grossen Preis von Australien; das Saisonende ist für den 6. Dezember 2026 mit dem Grossen Preis von Abu Dhabi vorgesehen.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungen und Rechtsgrundlagen wurden gegen die Angaben der Gespa und des Geldspielgesetzes geprüft.

Ein Beispiel vorweg, weil es den ganzen Rest des Textes trägt. Setzt jemand CHF 100 auf eine Quote von 1.90, zahlt die Wette bei Erfolg CHF 190 zurück, also CHF 90 Nettogewinn. Daneben steht die Marge des Veranstalters. In einem illustrativen Zweiwegemarkt mit den Quoten 1.90 und 1.90 addiert sich 1/1.90 zweimal zu rund 1’053, der Quotenschlüssel liegt also bei etwa 95 %, die Marge bei rund 5 %. Die Bandbreite ist der Punkt, nicht die Zahl: Jede zusätzliche Ausgangsmöglichkeit – Podium mit drei Fahrern, ein Feld aus 22 Startern – verschiebt dieselbe Rechnung nach oben, und der Quotenschlüssel liegt bei vierseitigen oder langfristigen Weltmeisterbüchern spürbar unter den 95 % des Zweiwegebeispiels. Der Zweiwegemarkt ist der günstigste Fall, den eine Rennwette kennt. Die übrigen sind teurer.

Was das Punktesystem und der Rennkalender 2026 für eine Wette bedeuten

Die Formel-1-Weltmeisterschaft wird seit 1950 ausgetragen, bis 1980 unter dem Namen Automobil-Weltmeisterschaft, seit 1981 als FIA Formula One World Championship. Autorisierender Verband ist die FIA; die Grossen Preise richten lokale Veranstalter aus, die dafür einen Vertrag mit der Formula One Management Ltd. abschliessen. Diese Struktur erklärt, warum ein einzelner Grosser Preis politisch, finanziell und sportlich auf einer eigenen Kippe steht – und warum ein abgesagter Lauf kein exotischer Randfall ist, sondern ein Kartenhaus, das in jedem Kalender mitgebaut wird.

Ein Rennreifen liegt auf dem Betonboden einer Werkstatt, daneben Werkzeug im Licht einer Deckenlampe.
In der Formel 1 erhalten seit 2010 die ersten zehn eines Rennens Punkte; in Sprintrennen punkten die ersten acht nach dem Schema 8-7-6-5-4-3-2-1.

Punkte bekommen seit 2010 die ersten zehn eines Rennens; in Sprintrennen punkten die ersten acht nach dem Schema 8-7-6-5-4-3-2-1. Von 2019 bis 2024 gab es zusätzlich einen Punkt für die schnellste Rennrunde, wenn der Fahrer unter den ersten Zehn ins Ziel kam. Diesen Zusatzpunkt gibt es nicht mehr – eine Wette auf die schnellste Runde hat damit eine andere Bedeutung als vor ein paar Jahren, denn eine schnelle Runde ist heute sportlich wertlos, nur noch geldwert.

Was heisst das für den Wettschein? Fahrer- und Konstrukteurswetten reagieren auf das Punktesystem viel träger, als ein Formel-1-Abend vor dem Fernseher vermuten lässt. Ein einzelner Sieg verschiebt die Tabelle um 25 Punkte bei einer Saison, die nach mehr als zwanzig Rennen ausgezählt wird. Die Langzeitquote eines Fahrers bewegt sich deshalb langsamer als das Rennen, das auf der Strecke gerade ein Drama war. Wer auf einen Weltmeister setzt, weil ein Grand Prix spektakulär ausging, kauft eine These zum Preis einer ganzen Saison.

Reglement und Fahrerfeld 2026: 11 Teams, 768 Kilogramm Mindestgewicht

Die Saison 2026 startet mit 11 Teams und 22 Fahrern, erstmals seit 2016 wieder so vielen. Neu ist das Cadillac Formula 1 Team, Sauber fährt als Audi F1 Team. Technisch steht das Jahr unter einem Umbruch: 1,6-Liter-V6-Turbomotor mit einem Elektroanteil von rund 350 kW ohne MGU-H, synthetischer Kraftstoff und aktive Aerodynamik, die das DRS ersetzt. Das Mindestgewicht sinkt von 800 kg auf 768 kg.

Ein Taschenrechner und ein Bleistift liegen auf einem leeren Schreibtisch unter einer Leselampe, der Raum ist still.
In der Formel 1 erhalten seit 2010 die ersten zehn eines Rennens Punkte.

Reglemente sind keine Fussnote. Sie sind der Grund, warum eine Quote zwischen zwei Rennen überhaupt in Bewegung kommt. Wenn die Aerodynamik von Grund auf neu ist, sind die ersten Ergebnisse eines Teams nicht mehr so belastbar wie in einem eingefahrenen Reglementzyklus – und ein Buchmacher, der das einkalkuliert, baut in den ersten Saisonwochen mehr Sicherheitspolster ein als im Herbst. Das ist keine Meinung, es ist die Rechnung jedes Händlers. Wer im Frühling auf einen Aussensteher setzt, wettet damit auch gegen den Preis, der für Unsicherheit verlangt wird.

Ein abgesagter Lauf gehört ins Bild. Der Grosse Preis von Saudi-Arabien am 19. April 2026 wurde ersatzlos gestrichen. Sechs Sprintrennen bleiben – Shanghai, Miami, Montreal, Silverstone, Zandvoort und Singapur. «Ersatzlos» ist das Wort, auf das es bei Langzeitwetten ankommt: Es kommt kein Ausweichtermin nach, sondern der Lauf fällt aus der Saison, und die Regeln der Veranstalter entscheiden, was mit einer Wette geschieht, die ihn eingeschlossen hatte.

Rennen werden abgebrochen, wenn sie nach zwei Stunden nicht beendet sind; nach einer roten Flagge steigt das Limit auf drei Stunden. Diese Zahl sitzt in jeder Wertungsfrage, die ein verkürztes Rennen betrifft, und niemand, der einen verregneten Sonntag vor sich hat, sollte sie zum ersten Mal auf dem Reglement nachlesen.

Ein Saisonrückblick gehört dazu, weil er zeigt, wie eng Spitze und Feld seit Jahren liegen. Die Saison 2025 umfasste 24 Grosse Preise und 6 Sprintrennen vom 16. März bis 7. Dezember 2025; Fahrerweltmeister wurde Lando Norris (McLaren), Konstrukteursweltmeister McLaren-Mercedes. Rekordweltmeister bei den Fahrern sind Michael Schumacher und Lewis Hamilton mit je sieben Titeln, bei den Konstrukteuren führt Ferrari mit 16.

Bewilligung statt Lizenz: warum nur zwei Veranstalter Schweizer Formel-1-Wetten anbieten dürfen

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern mit einem Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021. Nicht von der ESBK – die prüft ausschliesslich Casinos. Das ist keine Haarspalterei: Wer bei einem Konflikt die ESBK anruft, ruft an der falschen Stelle an.

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung je Spiel und «gilt nur in der Schweiz». Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Das sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht lediglich die Sperrliste blockierter ausländischer Domains.

Vergleichspunkt Swisslos / Sporttip Loterie Romande / Jouez Sport
Schweizer Bewilligung Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS, Aufsicht Gespa Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS, Aufsicht Gespa
Veranstalterin SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
Bewilligungsgebiet AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH sowie Tessin und Fürstentum Liechtenstein Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt, Wallis
Präsenz vor Ort Sporttip im Vertragsgebiet, Verkauf über die Verkaufsstellen 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, 221 Mitarbeitende
Angaben zu ausländischen Anbietern – –

Die letzte Zeile ist bewusst leer: Ausländische Anbieter erhalten in dieser Tabelle keine Spalte, weil sie in der Kategorie «Schweizer Bewilligung» keinen Eintrag haben, der etwas anderes wäre als ein Nein. Was die Schweiz erlaubt, hat mit zwei Namen zu tun, und alles Weitere wäre eine Zeile, die eine Zugehörigkeit behauptet, die nicht existiert.

Das Vertragsgebiet entscheidet, nicht der Wohnsitz allein

Swisslos führt Sporttip in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch; zusammen ist das das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Für die Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Ein Wohnsitz im Kanton Zürich bei der Loterie Romande oder in Genf bei Swisslos nützt also nichts. Das ist der Punkt, an dem die Zwei-Veranstalter-Lösung den Alltag erreicht: Nicht die Frage «Will ich eine Schweizer Bewilligung?» entscheidet über den Zugang, sondern die Postleitzahl. Wer umzieht, prüft seinen Zugang neu.

Was in der Schweiz überhaupt Gegenstand einer Wette sein darf, steht nicht im Belieben des Veranstalters. Erlaubt sind nur Sportereignisse; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zulässig. Das Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Version vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie gelistet sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettkampf oder das Podium entscheidet, und Wetten auf Trainingsläufe stehen überhaupt nicht darauf. Corner- und Kartenmärkte fehlen auf der Liste ebenso wie ein Esport-Abschnitt. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.

Für Formel-1-Wetten heisst das: Sie stehen auf der Liste als Sportwettkampf, aber jede Nebenwette, die ein Buchmacher aus einem Rennen baut, muss sich dieser Liste beugen. Livewetten sind erlaubt, vor dem Rennen und während des Rennens, sofern der Veranstalter die entsprechende Entscheidung hat; das BGS enthält keine Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Ein Cash-out dagegen ist gesetzlich nicht geregelt und bleibt, was jeder Veranstalter selbst daraus macht.

Sorgen um die Herkunft des Geldes macht sich der Gesetzgeber an einer anderen Stelle. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt; anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredite an Spielende sind ausgeschlossen. Ein Veranstalter, der einem Spielenden Geld leiht, wäre schon nach dem Gesetz keiner mehr.

Was eine Bewilligung kostet, die man nicht hat

Ein ausländisches Angebot besitzt in der Schweiz keine Geltung. Die Bewilligung eines anderen Landes – Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeines anderen – hat hier keine Wirkung. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist strafbar: bis zu drei Jahre oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden, und es besteht keine Schutz- oder Fair-Play-Kontrolle.

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, ein Vorgang, den die Gespa Domain-Hopping nennt und als Beispiele Interwetten und Bet-at-Home aufführt; auch bet365 nennt sie als auf der Liste stehend.

Das klingt nach einem Kampf gegen Windmühlen, und es ist einer. Für einen Betrachter ohne Schweizer Bewilligung ist die praktische Folge nicht, dass er nicht mehr spielen kann, sondern dass er spielt, ohne dass jemand nachsieht. Läuft eine Auszahlung schief, gibt es keine Instanz, die den Fall aufnimmt. Für den Veranstalter ist die Rechnung umgekehrt günstig: Er trägt kein Schweizer Sicherheitsregime und keine Schweizer Aufsichtskosten. Die fehlende Bewilligung ist für ihn ein Kostenfaktor, den er einspart, und für den Spielenden einer, der verlagert wird.

Selbst gesetzte Limiten, Spielsperre und Beratung: der Schutz, den nur das bewilligte Angebot mitliefert

Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und einer von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Der Vergleich mit dem gesetzlichen Rahmen lohnt sich, weil er zeigt, wie viel davon Hausregel ist. Das Gesetz verlangt, dass der Veranstalter einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste vorschreibt. Gesenkt wird eine solche Limite sofort, erhöht nach 24 Stunden von Gesetzes wegen – Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein verbindlicher, vom Staat festgelegter Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht.

Drei Tage Wartezeit auf mehr Verlust sind kein Schikane-Detail. Sie sind die einzige Stelle im Schweizer System, an der die Bürokratie auf der Seite des Spielenden steht. Wer die Erhöhung beantragt, will sie in aller Regel an einem bestimmten Abend. Wer sie drei Tage später bekommt, will sie oft nicht mehr.

Der Zugang lässt sich bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Nach dem BGS werden überschuldete oder suchtgefährdete Personen und Selbstsperren in einem gemeinsamen Register der gesperrten Personen erfasst; eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, mit Beteiligung einer Fachstelle. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Das «schweizweit» ist der Teil, der über die eigene Spielweise hinausgeht. Wer sich sperrt, sperrt sich nicht bei einem Anbieter, sondern in einem Register, das mehrere Schweizer Anbieter und das Fürstentum Liechtenstein kennt. Sperren ist damit die eine Funktion auf dieser Seite, die tatsächlich wirkt, weil sie nicht vergisst.

Ein Blick auf die Kontrollen, damit niemand eine zu bequeme Vorstellung mitnimmt. Bei Testkäufen der Gespa 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer den Schutz an Verkaufspunkten als streng beschreibt, beschreibt ihn falsch. Er funktioniert an der Stelle, an der er im System eingebaut ist – beim digitalen Konto – und nicht an jeder Theke des Vertragsgebiets.

Zur Selbstkontrolle gehört eine Zahl, die viele übersehen: Swisslos teilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. aus, CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe; aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Sportwetten sind also ein kleinerer Posten als der Gesamteindruck nahelegt, und der Rückgang von CHF 122 Mio. auf CHF 109 Mio. innerhalb eines Jahres ist die interessanteste Zahl dieser Aufstellung: Das bewilligte Sportwettangebot schrumpft, während die Konkurrenz ohne Schweizer Bewilligung weiter im Netz erreichbar bleibt.

Die kantonalen Fonds und die Sportförderung sind der eine Teil der Rechnung, der zurückfliesst. Wer diesen Punkt für Beruhigungsrhetorik hält, hat insofern recht, als er nichts über den einzelnen Einsatz sagt. Er sagt nur, wohin der Reingewinn geht – nicht, wie hoch der Anteil ist, der aus dem einzelnen Wettschein stammt.

Livewetten und Cash-out bei Formel-1-Rennen: was die Anbieterfunktion wirklich zahlt

Eine Livewette auf ein Rennen ändert ihre Quote mit jedem Safety-Car, jedem Boxenstopp und jedem Ausfall. Das ist der Reiz und der Preis zugleich. Zwischen zwei Runden liegt kein langsamer Markt, sondern ein Händler, der auf ein Ereignis reagiert, das er selbst gerade erst sieht.

Bei Sporttip gibt es Cash-out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-out nicht für alle Wetten anbieten.

Diese Sätze sollte man langsam lesen, weil sie den Namen der Funktion zerlegen. «Cash-out» klingt nach einem Ausgang, den der Spielende öffnet. Tatsächlich ist es eine Rückkaufofferte: Der Veranstalter kauft die Wette zurück, und der Preis, den er dafür zahlt, liegt unter dem, was die Wette im Erfolgsfall gebracht hätte. Die Differenz ist der Kaufpreis dafür, dass der Spielende das Ergebnis nicht mehr abwarten muss. Es ist derselbe Mechanismus wie bei jedem Buchmacher – nur ist er hier ausdrücklich als Kulanz ausgestaltet, die jederzeit geändert werden kann, und nicht als Anspruch.

Ebenso wesentlich ist, was gesetzlich nicht geregelt ist: der Cash-out. Er ist keine Schweizer Verbürgung, sondern eine Funktion, die ein Veranstalter seinen eigenen Bedingungen unterstellt. Wer eine Wette mit dem Cash-out plant, plant mit einer Offerte, die am Tag des Rennens so aussehen kann oder nicht – und die bei einem bestimmten Markt fehlen darf, ohne dass irgendjemand dagegen vorgehen könnte.

Ein weiteres Detail aus dem Bewilligungsrahmen, das Livewetten berührt: Das BGS enthält keine Vorschrift, die Livewetten auf bestimmte Märkte beschränkt. Wo nichts steht, steht auch kein Schutz. Die Grenze verläuft an der Entscheidung, die ein Veranstalter für Livewetten braucht, und an der Gespa-Liste, die regelt, was überhaupt Gegenstand einer Wette sein darf.

Wenn der Cash-out weg ist, ist er weg – und das ist der Fall, den die Bedingungen zuerst nennen: Bei einem ausgeführten Cash-out verfällt ein Quotenboost. Das Verhältnis zwischen einer Erhöhung der Quote und der Möglichkeit, früh auszusteigen, ist damit kein doppeltes Geschenk, sondern eine Wahl. Der Veranstalter gibt die eine Funktion, wenn der Spielende auf die andere verzichtet. Wer einen Boost sieht und gleichzeitig einen vorzeitigen Ausstieg plant, hat die Bedingungen nicht gelesen.

Prognosen und Strategie: warum eine Formel-1-Wette immer eine Schätzung bleibt

Eine brauchbare Prognose für ein Rennen zieht vier Dinge heran: Streckencharakter, Qualifying-Ergebnis, Zuverlässigkeit eines Teams und das Reglement der Saison. Keines davon ist eine Gewissheit. Das Qualifying lässt sich lesen, das Rennen nicht.

Die Strecke ist dabei der stabilste Faktor. Überholfreundliche Kurse belohnen eine gute Startposition anders als ein enger Stadtkurs, auf dem der Freitag mehr entscheidet als der Sonntag. Was sich daraus ableiten lässt, ist eine Rangfolge der Wahrscheinlichkeiten – und mehr gibt eine Streckenanalyse nicht her. Wer sie für einen Plan hält, verwechselt eine Einschätzung mit einem Ergebnis.

Die Zuverlässigkeit ist der weichste Faktor von allen. Ein Team, das drei Rennen ohne Ausfall beendet hat, kann im vierten mit einem technischen Defekt ausscheiden; genau deshalb liegt die Ausfallquote nie bei null. Ein neues Reglement mit neuer Aerodynamik und neuen Antriebseinheiten bringt zusätzliche Unsicherheit in die ersten Saisonwochen – und die Quoten der Buchmacher spiegeln das, weil sie Unsicherheit bepreisen.

Und die Marge sitzt in jeder dieser Quoten. Was eine Quote von 1.90 in einem illustrativen Zweiwegemarkt wert ist, lässt sich ausrechnen; was sie bedeutet, ergibt sich aus dem Verhältnis von rund 95 % Quotenschlüssel und rund 5 % Marge. Der Anteil ist bezahlt, bevor das Rennen beginnt. Wer nach einem System sucht, das diese Marge überwindet, sucht nach einem Weg, dauerhaft besser zu sein als der Preis, den der Markt verlangt. Für einen Freizeitwetter gibt es den nicht.

Ein häufiger Denkfehler in Langzeitwetten ist die Verwechslung von Form und Klasse. Ein Fahrer, der drei Rennen in Folge gewonnen hat, ist nicht «fällig» für eine Meisterschaft, und ein Team, das in der Konstrukteurswertung hinten liegt, ist nicht «überfällig». Das Punkteschema von 25 Punkten pro Sieg bei über zwanzig Rennen verschiebt eine Saison nur langsam. Was diese Trägheit für den Spielenden bedeutet: Die Weltmeisterquote verändert sich über die Saison meist weniger stark als die Schlagzeilen über einzelne Rennen.

Ein Vorbehalt, der sich aus der Bewilligungsordnung ergibt: Was überhaupt gewettet werden darf, ist eine geschlossene Liste. Eine «Strategie», die auf einem Markt aufbaut, der auf der Gespa-Liste nicht steht, ist keine Strategie, sondern ein Angebot, das es im bewilligten Schweizer Rahmen nicht gibt. Wer auf einen solchen Markt setzen will, ist bei einem Anbieter ausserhalb dieses Rahmens – mit allen Folgen, die dazu gehören.

Und dann ist da noch der Steuerpunkt, der bei grossen Gewinnen zum Gegenstand der Planung wird. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig; der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Betrag ist unterschiedlich, deshalb gilt «je nach Kanton» und keine einzelne kantonale Zahl. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein gewöhnlicher Wetter gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle und zahlt auf den Gewinn keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer.

Wettarten und Quoten: Sieger, Podium, Weltmeister und die Rechnung dahinter

Ein Steuerpunkt trennt die beiden Anbieterwelten deutlicher als jede Quote. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist der Gegenpol zu den CHF 1’071’000: Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung kann der Steuervorteil, den ein Spieler sucht, in sein Gegenteil kippen. Für konkrete Fälle hilft nur der Gang zur Steuerberatung oder zur kantonalen Steuerverwaltung. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht.

Wie eine Wette gewertet wird, wenn das Rennen nicht zu Ende kommt

Ein Rennen wird abgebrochen, wenn es nach zwei Stunden nicht beendet ist; nach einer roten Flagge steigt das Limit auf drei Stunden. Bei einer abgesagten Saisonveranstaltung wie dem Grossen Preis von Saudi-Arabien am 19. April 2026 kommt keine Ausweichveranstaltung nach. Was in beiden Fällen mit einer offenen Wette geschieht, liegt in den Bedingungen der Veranstalter und nicht in einer gesetzlichen Vorschrift.

Die Spieldauer-Definition aus dem Reglement zeigt, warum das kein Nebenschauplatz ist. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer – etwa 90 Minuten im Fussball – plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Die Logik lautet: Gewertet wird das, was zum Zeitpunkt des Schlusspfiffs auf dem Feld steht, sofern die Bedingungen nicht ausdrücklich mehr abdecken. Wer eine Wette auf ein Ergebnis stellt, sollte vorher wissen, welche Fassung des Ergebnisses gemeint ist.

Was aus den Quoten folgt und was nicht

Aus Einsatz und Quote folgt der mögliche Gewinn, und sonst folgt daraus nichts. CHF 100 auf eine Quote von 2.10 zahlen bei Erfolg CHF 210 zurück, also CHF 110 Nettogewinn. Das ist eine Rechnung, keine Vorhersage. Sie sagt nichts darüber, ob das Rennen so ausgeht.

In jeder Quote steckt die Marge des Veranstalters. Die Auszahlungsquote eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt zurückgibt, berechnet als 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge; die Marge ist 100 % minus dieser Schlüssel. Wo die Marge liegt, hängt vom Markt ab. Ein Zweiwegebeispiel mit 1.90 und 1.90 ergibt einen Quotenschlüssel um 95 %; je mehr Ausgänge ein Markt kennt, desto niedriger fällt er in der Regel aus.

Dieses Gefälle ist der Punkt, an dem der Wettende die Wahl hat, die ihm niemand erklärt. Siegerwetten sind in der Regel günstiger bepreist als Podiumswetten, und die Weltmeisterwette über eine ganze Saison trägt eine längere Laufzeit mit entsprechendem Polster. Die Erwartung, die günstigste Quote zu finden, greift zu kurz, solange neben ihr nicht die Marge desselben Marktes steht. Eine gute Quote in einem teuren Markt bleibt teuer.

Formel-1-Wetten 2026: Rennkalender, Sprintrennen und die Grossen Preise im Überblick

Der Rennkalender legt fest, auf welche Läufe sich Wetten überhaupt beziehen können, und er ist keine Nebensache, sondern der Rahmen des ganzen Angebots. Die Saison 2026 beginnt am 8. März 2026 mit dem Grossen Preis von Australien; das Saisonende ist für den 6. Dezember 2026 mit dem Grossen Preis von Abu Dhabi vorgesehen. Dazwischen liegt ein Feld aus elf Teams und 22 Fahrern und ein Reglement, das die Aerodynamik und die Antriebseinheiten neu ordnet.

Was der Kalender für den Wettschein bedeutet, ist der Rhythmus. Sechs Sprintwochenenden verändern die Wertung stärker als ein gewöhnliches Wochenende, weil dort zwei Wettkämpfe stattfinden. Wer eine Langzeitwette hält, hat an diesen Wochenenden mehr Bewegung als an den übrigen, und die Quote reagiert entsprechend. Ein Sprintrennen in Shanghai, Miami, Montreal, Silverstone, Zandvoort oder Singapur ist also nicht nur ein kürzeres Rennen, sondern ein eigener Ballungsraum von Punkten.

Der weggefallene Lauf in Saudi-Arabien hat einen weiteren Effekt, der sich auf Kalenderwetten auswirkt: Ein Rennen, das nicht gefahren wird, kann auch keine Ereignisse produzieren, an die eine Wette geknüpft war. Wetten, die auf diesen Termin gebaut waren, brauchen die Wertungsregeln der Veranstalter, und wer sie hält, sollte die Bedingungen vor dem Rennwochenende lesen, nicht danach.

Die historische Dimension ist nicht nur Kulisse. Die Weltmeisterschaft wurde erstmals 1950 ausgetragen und heisst seit 1981 FIA Formula One World Championship; jede dieser Umbenennungen steht für eine andere Epoche desselben Wettkampfs. Die Rekordmarken von Michael Schumacher und Lewis Hamilton mit je sieben Fahrertiteln und von Ferrari mit 16 Konstrukteurstiteln sind der Massstab, an dem eine Langzeitwette überhaupt erst als Langzeitwette lesbar wird – und ein Fahrer, der zu Saisonbeginn auf dem Papier ganz vorne steht, kann nach einem Reglementswechsel den ganzen Vorsprung verlieren.

Der springende Punkt am Kalender für den Spielenden ist weniger, wann gefahren wird, als was das für den Preis bedeutet. Die ersten Rennen eines Reglementsumbruchs sind die am wenigsten belastbaren Wochenenden des Jahres. In der zweiten Saisonhälfte weiss ein Team, was sein Auto tut; im März weiss es das nicht. Die Quote im März bezahlt diese Unwissenheit mit, und der Wetter bezahlt sie zweimal, wenn er im Frühling auf einen Aussensteher setzt und ihn im Sommer wieder aussteigen lässt.

Vergleich der bewilligten Veranstalter und der ausländischen Anbieter: Kriterien, Limiten und Margen

Der Vergleich beschränkt sich nicht auf die beiden bewilligten Veranstalter, weil ein Schweizer Wettender den übrigen Markt ohnehin trifft. Er ist aber kein Vergleich zwischen Gleichen, und die Reihenfolge unten macht das sichtbar: erst die beiden bewilligten Veranstalter, dann die ausländischen Anbieter, alle ohne Schweizer Bewilligung, alle nach denselben Kriterien beschrieben.

Ein Vorbehalt vorab, weil er die ganze Hälfte der Liste betrifft. Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet. Die Beschreibung eines solchen Anbieters ist deshalb keine Empfehlung. Kein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung wird im Folgenden als legal, sicher oder empfehlenswert bezeichnet. Die Bewilligung eines anderen Landes – Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeines anderen – hat in der Schweiz keine Wirkung.

Dasselbe gilt für Gratisspielguthaben und Freikredite: Sie brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bonusbedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen der jeweiligen Veranstalter. Werbeeinschränkungen gelten auch inhaltlich: nicht aufdringlich, nicht irreführend und nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet. Ein zeitliches Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten gibt es nicht.

1. Swisslos Sporttip: der Veranstalter für die Deutschschweiz mit einer geschlossenen Limitenlogik

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung deckt Swisslos als einen der zwei Veranstalter, die das interkantonale Recht für Sportwetten zulässt, mit Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem BGS unter Aufsicht der Gespa.

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Das Konto steht Personen offen, die dort wohnhaft oder gewöhnlich aufhältig sind.

Die Limiten sind der Kern dieser Bewilligung. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Dazu kommt ein Verlustlimitensystem, das vor der ersten Teilnahme gesetzt werden muss.

Interessant ist, wie diese beiden Begrenzungen zusammenwirken. Wer mit CHF 1’000 Höchsteinsatz rechnet, hat die Verlustlimite noch nicht berücksichtigt: Sie begrenzt über einen Tag, eine Woche oder dreissig Tage, was der Höchsteinsatz nur pro Wette deckelt. Der Höchsteinsatz ist eine Produktobergrenze, die Verlustlimite eine Kontogrenze – und nur die zweite schützt vor der Summe.

2. Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Regime mit anderem Vertragsgebiet

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung ist dieselbe Art: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem BGS unter Aufsicht der Gespa, als zweiter der beiden Veranstalter, die das interkantonale Recht zulässt.

Wer in der Deutschschweiz wohnt, kommt hier nicht hinein, und das ist kein Versehen des Systems, sondern sein Bauplan. Die 2’350 Verkaufsstellen sind die Infrastruktur, die der Vertrieb im Kantonsgebiet und die Identitätsprüfung vor Ort tragen; zu ihnen kommt im Online-Bereich die Registrierung mit Ausweisprüfung.

Betreibt ein Westschweizer Wetter sein Konto bei Swisslos, verletzt er die Teilnahmebedingungen, und ein Deutschschweizer bei Loterie Romande ebenso. Die Konsequenz dieses Prüfrasters liegt nicht in einer Strafe, sondern in einer Auszahlung, die an einem Konto scheitert, das die Registrierung nicht durchlaufen hat.

3. HighFlyBet: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Anbindung an die hiesige Aufsicht

HighFlyBet ist ohne Schweizer Bewilligung: Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen und bietet keinen Schweizer Rechtsschutz; seine Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen, die als DNS-Block wirkt.

Wer die Schweiz als Rechtsraum verlässt, verlässt auch die drei Dinge, die dort hängen: die Sperre, die Kontrolle und den Ansprechpartner. Der Gegenwert liegt in Angeboten, die der Schweizer Rahmen nicht kennt, und darin liegt zugleich das Risiko. Ein Wettbewerbsvorteil, der aus einer fehlenden Aufsicht entsteht, ist kein Vorteil, den der Anbieter dem Spielenden schenkt.

4. Funbet: ein ausländisches Angebot, das die Schweizer Limitenlogik nicht kennt

Funbet ist ohne Schweizer Bewilligung: Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Es besteht keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsschutz; die Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen.

Der eigentliche Unterschied zu einem bewilligten Anbieter ist nicht das Sortiment, sondern das Fehlen der Selbstbeschränkung. Wer bei einem Veranstalter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keine Verlustlimite, die vor der ersten Wette gesetzt werden muss, und keine Spielsperre, die in einem Register wirkt. Es gibt niemanden, der von Amtes wegen mitzählt.

5. myBet: mit der vollen Unsicherheit der Wertung bei Anbieterwechsel

myBet ist ohne Schweizer Bewilligung: Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen und bietet keinen Schweizer Rechtsschutz; seine Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen.

Ein Punkt, der bei jedem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung wiederkehrt und trotzdem für jeden einzeln zu prüfen ist: Wie eine Wette gewertet wird, wenn ein Rennen abgebrochen wird, steht in seinen eigenen Bedingungen. Es gibt in der Schweiz keine Instanz, die diese Bedingungen für unbillig erklären und den Streit entscheiden würde. Der Regressweg endet dort, wo die Rechtsordnung aufhört.

6. MrXbet: ein Markt ohne Schweizer Bewilligung, für den niemand einsteht

MrXbet ist ohne Schweizer Bewilligung. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen und bietet keinen Schweizer Rechtsschutz; seine Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen.

Bei einem Sportartenangebot, das über die Gespa-Liste hinausgeht, stellt sich eine Frage, die kein Anbieter selbst beantwortet: Wer prüft, ob die angebotenen Märkte überhaupt existieren dürfen? In einem bewilligten Rahmen tut das eine Aufsichtsbehörde mit einer Liste. Ausserhalb tut es niemand, und der Spielende hat keinen Anhaltspunkt, ausser dem, was auf dem Bildschirm steht.

7. Cloudbet: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Konto in Schweizer Hand

Cloudbet ist ohne Schweizer Bewilligung.

Wer bei einem Anbieter ausserhalb des bewilligten Systems auf Krypto setzt, trifft auf einen weiteren Unterschied, der über die Zahlungsart hinausgeht. Bei einem bewilligten Schweizer Veranstalter werden Gewinne nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt; anonyme Auszahlungen gibt es dort nicht. Wo diese Vorschrift nicht gilt, fällt mit ihr auch die Prüfung, die sie erzwingt.

8. BetFury: die Domain als Anzeiger einer Schweizer Zugangssperre

BetFury ist ohne Schweizer Bewilligung.

Die Sperrliste ist keine einmalige Erklärung, sondern ein laufender Vorgang: Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, und die Gespa nennt diesen Vorgang Domain-Hopping. Wer den Anbieter über die jeweils neue Adresse findet, ist dem Block entkommen – und der Aufsicht im gleichen Zug entkommen. Die Domain, über die jemand spielt, sagt deshalb nichts darüber, ob es sich um einen bewilligten Anbieter handelt. Nur die Liste der Veranstalter tut das.

9. Betovo: ausländisches Angebot mit dem Schweizer Adressprüfstein

Betovo ist ohne Schweizer Bewilligung.

Für Schweizer Spielende ist die Frage nach der Bewilligung keine Formalie, weil an ihr zwei praktische Dinge hängen: die Anbindung an ein Sperrregister und die Frage, ob ein Gewinn im schlimmsten Fall eingezogen werden kann. Bei einem ausländischen Anbieter ist beides offen. Wer diese Rechnung anstellt, bevor er einzahlt, muss sie nicht am Ende machen.

10. BetLabel: der letzte Eintrag, ohne bewilligtes Schweizer Pendant

BetLabel ist ohne Schweizer Bewilligung.

Bemerkenswert an diesem letzten Eintrag ist nicht der Anbieter, sondern die Grösse der Liste, in der er steht. Gegen 671 blockierte Domains am Ende des Jahres 2025 stehen zwei bewilligte Veranstalter. Das macht deutlich, warum die Schweizer Lösung für einen Teil der Wettenden nicht in Frage kommt: Sie ist eng, sie ist kantonal getrennt, und sie prüft jeden Zugang einzeln.

Was ein Vergleich der Anbieter leisten kann und was nicht

Zwei Kriterien scheiden auf dieser Liste sofort aus: die Schweizer Bewilligung und der Ort, an dem eine Streitigkeit entschieden wird. Bei allen übrigen Punkten geht es um Angebote und Bedingungen, über die kein Bewilligungsstempel Auskunft gibt. Für Schweizer Spielende ist ohnehin entscheidend, ob der Wohnsitz im Vertragsgebiet liegt. Wer in Zürich wohnt, hat nicht die Wahl zwischen zwei bewilligten Veranstaltern, sondern einen einzigen. Wer in Genf wohnt, ebenfalls.

Die Zahl der zugänglichen bewilligten Anbieter ist damit für die meisten Schweizer eine. Das ist der wichtigste Befund dieses Vergleichs. Ein Kriterienkatalog mit zehn Zeilen steht einer Auswahl gegenüber, die real bei eins liegt.

Es lohnt sich, an dieser Stelle die Limitenlogik der beiden Bewilligungen noch einmal als Kostenpunkt zu lesen. Ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzelwette und CHF 10’000 pro Systemwette ist keine Kleinigkeit, sie schliesst aber eine bestimmte Art von Wetter aus: Wer grössere Summen auf ein Rennen setzen will, findet im bewilligten Schweizer Rahmen keinen Platz. Der Systemwettenrahmen von CHF 10’000 ist dabei die einzige Stelle, an der ein Spielender in einer anderen Grössenordnung unterwegs sein kann. Die Verlustlimiten liegen dann trotzdem darüber und begrenzen die Summe über Zeit, nicht die einzelne Wette.

Und dann ist da noch der Freibetrag, der zwei Anbieterwelten steuerlich auseinanderzieht. Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn steuerfrei. Bei einem ausländischen Anbieter greift keine Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis kann anders aussehen – im Kanton Thurgau wird ein Gewinn aus einem ausländischen Grossspiel unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen behandelt. Für einen regulär bei einem bewilligten Veranstalter spielenden Wetter liegt die Schwelle ohnehin weit über allem, was ein einzelner Wettschein einbringt. Die Regel ist deshalb für die meisten Praxis, nicht Rechnerei – bis zu dem Abend, an dem sie es nicht mehr ist.

Häufige Fragen zu Formel-1-Wetten in der Schweiz

Dürfen Schweizer Veranstalter Wetten auf Formel-1-Rennen anbieten, und wo ist das festgelegt?

Ja, aber nur zwei. Online-Sportwetten sind nach dem Geldspielgesetz ein Grossspiel und stehen unter Aufsicht der Gespa. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter auf Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport begrenzt. Was gewettet werden darf, folgt der Gespa-Liste in der Version vom 10.09.2026.

Wie wird der Gewinn einer Weltmeisterwette aus Einsatz und Quote berechnet?

Der mögliche Rückzahlungsbetrag ist der Einsatz mal die Quote; der Nettogewinn ist der Einsatz mal die Quote minus eins. CHF 100 auf eine Quote von 2.10 zahlen bei Erfolg CHF 210, also CHF 110 Nettogewinn. In jeder Quote steckt die Marge des Veranstalters – bei einem illustrativen Zweiwegemarkt mit 1.90 und 1.90 liegt der Quotenschlüssel bei rund 95 %.

Wie wird eine Wette gewertet, wenn ein Rennen abgebrochen wird oder ein Grosser Preis ausfällt?

Ein Rennen wird abgebrochen, wenn es nach zwei Stunden nicht beendet ist, nach einer roten Flagge nach drei Stunden. Der Grosse Preis von Saudi-Arabien am 19. April 2026 wurde ersatzlos abgesagt. Wie eine offene Wette in beiden Fällen gewertet wird, steht in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters, nicht in einer gesetzlichen Vorschrift.

Was bedeutet Cash-out bei Livewetten, und warum ist das eine Funktion des Anbieters?

Cash-out ist der vorzeitige Verkauf einer noch offenen Wette. Bei Sporttip ist der Betrag tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand des Sportgeschehens ab und kann jederzeit geändert werden; angeboten wird der vollständige Ausstieg, keine Teilauszahlung, und nicht für jeden Markt. Das Gesetz regelt den Cash-out nicht.

Weshalb gilt kein Tipp auf den Weltmeister als sicher, und was zeigt die Marge in den Quoten?

Die Wertung einer Saison hängt an Zuverlässigkeit, Reglement und Streckencharakter; keine Prognose kennt das Ergebnis. Die Marge ist der Teil jeder Quote, den der Veranstalter einbehält, bevor das Rennen beginnt – im illustrativen Zweiwegemarkt mit 1.90 und 1.90 rund 5 %. Je mehr Ausgänge ein Markt kennt, desto kleiner fällt der Quotenschlüssel in der Regel aus.

Wie sind Gewinne aus Sportwetten besteuert, und was bedeutet der Steuerfreibetrag je nach Kanton?

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, 2025 bei CHF 1’070’400. Der kantonale Betrag ist unterschiedlich – je nach Kanton. Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht.

Inhalt erstellt vom Team «italienfussball»