Schachwetten in der Schweiz – zwei Bewilligungen, eine geschlossene Liste und viele Quoten, die niemand anbietet
Ladevorgang...
Wer in der Schweiz auf Schach setzen will, stösst zuerst nicht auf eine Quote, sondern auf eine Liste. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hierzulande Sportwetten veranstalten, und ein Schachturnier taucht im Wettprogramm erst auf, wenn es die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten hergibt.
Stand: Oktober 29, 2026; geprüft gegen die Bewilligungsangaben und die Sperrliste der Gespa sowie die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos und der Loterie Romande.
Der Vergleich der zugelassenen Anbieter
Zwischen zwei Wegen, nicht zwischen zehn Häusern. Das ist die erste Erkenntnis, die jeder Vergleich in der Schweiz liefern muss, und sie macht die übliche Rangliste nach versprochenen Gewinnen von vornherein gegenstandslos: Wer nach dem höchsten Bonus sucht, sucht nach einem Instrument, das in der regulierten Schweizer Sportwette nicht existiert. Übrig bleiben zwei Veranstalterinnen mit unterschiedlichen Vertragsgebieten, unterschiedlichen Produktnamen und weitgehend ähnlichen Regeln, weil beide unter demselben Gesetz arbeiten.
| Anbieter | Bewilligungsstatus | Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
| Donbet | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht gültige Bewilligung gemeldet |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht gültige Bewilligung gemeldet |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht gültige Bewilligung gemeldet |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht gültige Bewilligung gemeldet |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht gültige Bewilligung gemeldet |
| Gamdom | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht gültige Bewilligung gemeldet |
| MyStake | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht gültige Bewilligung gemeldet |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | keine im Schweizer Recht gültige Bewilligung gemeldet |
Diese acht Zeilen sind kein zweites Angebot. Sie sind der Grund, warum es diesen Abschnitt überhaupt braucht: Schweizer Spielende begegnen diesen Namen im Netz, und der Vergleich gehört zu Ende gedacht. Keiner dieser acht Anbieter hat eine Bewilligung nach Schweizer Recht; die Papiere, auf die sie sich berufen, entfalten hierzulande keine Wirkung. Am rechten Rand der Tabelle steht darum überall dasselbe, und genau das ist die Information. Die Verordnung über die Geldspiele erlaubt ein Spielerkonto nur Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis nur im Gebiet der Veranstalterin — der Kreis möglicher Kunden ist für die beiden bewilligten Häuser also kleiner als für die ausländischen, nicht grösser. Wer in Genf wohnt, kann nicht einfach nach Sporttip ausweichen. Wer im Kanton Zürich wohnt, nicht nach Jouez Sport.
Bei einem Beispielmarkt mit zwei Ausgängen zu je 1.90 — einer Rechnung, nicht einer abgefragten Quote — beträgt der Auszahlungsschlüssel 95,24 %, die Marge also 4,76 %. Der Quotenschlüssel sagt, welcher Anteil aller Einsätze eines Marktes zurückfliesst; die Marge ist die Differenz zu 100 %. Bei einem Zweiwegemarkt liegt die Marge im Bereich von rund 4 bis 7 %, und wo die Grenze innerhalb dieser Spanne verläuft, hängt von der Zahl der Ausgänge und vom Ereignis ab, nicht allein vom Namen des Veranstalters. Bei drei Ausgängen — Sieg, Remis, Niederlage — verteilt sich derselbe Rückfluss auf einen Weg mehr, weshalb die einzelne Quote dort schon aus arithmetischen Gründen niedriger steht. Was das für den einzelnen Wettschein bedeutet, ist unangenehm und leicht zu übersehen: Der Erwartungswert negativ, unabhängig davon, ob der Markt stimmt. Die zweite Zahl der Seite, die Remisquote im Schach von rund 43 % bei Meistern, macht es nicht besser, sondern schlimmer — dazu im Abschnitt über Partieablauf und Quoten.
Swisslos Sporttip (Swisslos.ch): der einzige Weg für die Deutschschweiz
Sporttip ist das Sportwettenprodukt der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, ausserdem das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Das ist die praktisch wichtigste Zeile des ganzen Abschnitts: Ob Sie hier überhaupt ein Konto eröffnen können, entscheidet Ihr Wohnort und nicht Ihre Vorliebe.
Die Einsatzkorridore sind eng, aber sie sind eine andere Grössenordnung als bei einem Freizeittipp. CHF 1 ist der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette oberhalb der Limite wird gar nicht erst angenommen — ein Detail, das beim Ausfüllen eines Wettscheins mehr Ärger verursacht als beim Lesen der Regeln. Wer stumpf mit dem Maximalsatz arbeitet, stösst irgendwann an eine Grenze, die am Vortag noch eine andere war.
Der Schutzmechanismus beginnt vor der ersten Teilnahme: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage müssen gesetzt werden, Oberlimite CHF 9’999 und für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Freiwillig lässt sich zusätzlich eine Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten. Die 72 Stunden sind der eigentliche Kern dieser Regel — sie verhindern die Erhöhung im Moment des Verlusts, also in dem Moment, in dem sie am häufigsten verlangt wird.
Detailtipps, die bei Sporttip in der Praxis zählen: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung begrenzt, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer einen Boost setzt und dann vorzeitig aussteigt, verliert die Erhöhung — die Erhöhung hing nicht am Gewinn, sondern am Durchhalten.
Fazit Sporttip: Die Einsatzspanne von CHF 1 bis CHF 1’000 und die harte Ablehnung darüber machen Sporttip zu einem Haus für den sauber abgesteckten Wettschein, nicht für den grossen Coup; wer aus der Deutschschweiz, dem Tessin oder Liechtenstein kommt und ein Konto mit Schweizer Rechtsschutz will, hat hier seine einzige Adresse.
Loterie Romande Jouez Sport (jeux.loro.ch): dasselbe Recht, anderes Gebiet
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Diese Zahlen sagen mehr über den Vertrieb als über das Sportwettenangebot: Die Westschweiz spielt über ein Netz, das physisch verankert ist, und wer das Onlinekonto mühsam findet, kann dieselbe Produktfamilie an einer Verkaufsstelle erreichen.
Die Bewilligungslage ist mit Swisslos identisch — Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa. Wer auf eine unterschiedliche Aufsichtsintensität spekuliert, spekuliert auf nichts. Der Unterschied liegt in der Geografie und in der Sprache, und er liegt in einer Zahl, die beide Gruppen betrifft und in einem eigenen Abschnitt wieder auftaucht: Die Aufsicht hat 2025 in 200 Testkäufen an Verkaufsstellen in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz am Schalter existiert, aber er ist nicht streng, und niemand sollte die Selbstverständlichkeit annehmen, mit der die Branche davon spricht.
Auch hier gilt: Für ein Onlinekonto braucht es Wohnsitz im Vertragsgebiet. Ein Umzug von Zürich nach Lausanne verändert die Wahlmöglichkeit, ein Besuch nicht. Die Verlustlimiten folgen den Vorgaben des Gesetzes und den Bedingungen des Veranstalters; die Statuten verlangen von der Veranstalterin eine oder mehrere Oberlimiten für Tages-, Wochen- oder Monatsumsätze oder -verluste, während eine Senkung sofort wirkt und eine gesetzliche Erhöhung nach 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.
Fazit Jouez Sport: Jouez Sport spricht sechs Kantone an und lässt sich über ein dichtes Netz von Verkaufsstellen erreichen; wer nicht in der Westschweiz wohnt, hat hier nichts zu suchen, und wer dort wohnt, bekommt dasselbe Recht wie die Deutschschweiz unter einem anderen Logo.
Grundlagen: Partieablauf, Remis und Quoten
Ein Schachbrett hat 64 Felder, 8 mal 8, und zu Beginn stehen 32 Figuren darauf, je 16 pro Seite — König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Diese Zahlen entscheiden mehr über die Quoten als jedes Wettprogramm, weil aus ihnen hervorgeht, was im Schach überhaupt als Ergebnis zählt und wie oft das Ergebnis «unentschieden» lautet.

Eine Partie endet remis durch Patt, durch Einigung, durch dreifache Stellungswiederholung und durch die 50-Züge-Regel, wobei die beiden zuletzt genannten Mittel nur auf Antrag greifen. Automatisch remis ist eine Partie bei fünffacher Stellungswiederholung, nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall sowie bei toter Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann. Der Unterschied zwischen «auf Antrag» und «automatisch» ist keine Fussnote, sondern die zweite, dritte und vierte Verteidigungslinie einer Partie, die niemand mehr gewinnen kann.
Zwei Zahlen machen den Markt verständlich. Weiss erzielt im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte, und bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %. Über alle Partien gerechnet, ist etwa jede zweite bis jede dritte Meisterpartie ein Remis — die Quote auf Remis ist also kein Nischenmarkt, sondern der häufigste ernsthafte Zweifelsfall. Rund 43 % Remis bedeutet auch: Von 100 Meisterpartien enden etwa 43 unentschieden, und nur der Rest verteilt Sieg und Niederlage. Ein dreigliedriger Markt — Sieg Weiss, Remis, Sieg Schwarz — verteilt seinen Rückfluss damit auf einen Ausgang, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit fast der Hälfte der Partien entspricht. Wer auf eine der beiden Siegoptionen setzt, wettet auf den selteneren Fall und erhält dafür eine höhere Quote; wer auf Remis setzt, bekommt eine niedrigere Quote für den häufigeren Fall. Auszahlungsschlüssel, 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ), ist der Anteil aller Einsätze eines Marktes, der zurückfliesst; die Marge ist 100 % minus diesem Schlüssel. Dieses Verhältnis, und nicht die Wahl des Ausgangs, entscheidet darüber, was ein Wettschein in Erwartung wert ist — und es ist der Grund, warum ein Remis zu einer tiefen Quote kein «sicherer» Tipp ist. Es ist ein häufiges Resultat zu einem kleinen Preis, und der Preis enthält dieselbe Marge wie jeder andere.
An dieser Stelle zahlt sich der Blick auf das Auszahlungsschema in einem zweiten Durchgang aus. Bei einem Zweiwegemarkt zu je 1.90 liegt der Auszahlungsschlüssel bei 95,24 % und die Marge bei 4,76 %. Bei einem Dreiwegemarkt wie Sieg/Remis/Niederlage verteilt sich derselbe Rückfluss auf drei Ausgänge, und die Marge des Veranstalters liegt typischerweise höher — die Spanne reicht je nach Markt und Ereignis bis in den mittleren einstelligen Bereich, und eine feste Zahl lässt sich dafür nicht nennen. Was bleibt, ist eine Regel, die keine Ausnahme kennt: Je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto grösser die Summe der eingebauten Margen über alle Ausgänge, und desto drückender die Erwartungswert-Rechnung für den Wettschein.
Rechtslage in der Schweiz: wer darf, was erlaubt ist und was es kostet
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021) beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.

Nur Sportereignisse dürfen Gegenstand einer Wette sein — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind es nicht. Das zulässige Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der autorisierten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet, Trainingsläufe nie. Die Liste zeigt weder Eckball- noch Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Für die Suche nach einem Schachwettmarkt heisst das konkret: Ob und welche Schachpartien im Programm stehen, lässt sich nicht erraten, sondern nur nachschauen — im Wettprogramm des Veranstalters und in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Wer prüfen will, ob ein Schachturnier dort steht, sucht in der Liste nach der Sportart und dem Wettkampf und vergleicht die dort genannten Wettarten mit dem, was das Wettprogramm anbietet. Steht ein Turnier nicht in der Liste, darf es nicht angeboten werden, und zwar unabhängig davon, wie populär es ist. Die Liste wird fortgeschrieben; ein Datum neben der Version sagt, welchen Stand Sie gerade lesen.
Ausländische Bewilligungen — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — haben in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat, bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schutz- oder Fairplay-Kontrolle. Das ist die nüchterne Fassung der wichtigsten Warnung dieser Seite: Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung fehlen der Schutz des Sperrregisters, der Rückgriff nach Schweizer Recht und die Kontrolle des Wettprogramms; die Gewinne bleiben nach kantonaler Praxis steuerbar, und die Domains des Anbieters können auf der Sperrliste landen, die die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS sperren (Art. 86–93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt; die Gespa nennt dieses Domänen-Hopping beim Namen. Eine Sperrliste ist ein bewegliches Ziel, und wer sich auf den Zugriff verlässt, verlässt sich auf etwas, das offiziell ersetzt wird.
Für Grischa-Nutzer und alle, die zwischen Bezahlung und Auszahlung unterscheiden: Auszahlungen und Guthaben gehen nur an ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen kennt die bewilligte Schweizer Sportwette nicht. Ein Kredit an Spielende ist nicht erlaubt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen. Ein Instrument, mit dem Banken oder Kartenorganisationen Zahlungen an unerlaubte Wettseiten blockieren, gibt es in der Schweiz nicht.
Zum Steuerfreibetrag eine Regel mit einer Jahreszahl, die man sich merken kann: Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert; der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb heisst es «je nach Kanton» und nicht «CHF 1’071’000». Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden. Der typische Wettende gewinnt weit darunter: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht. Alle Angaben sind allgemein; Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Verlustlimiten, Spielsperre und der Umgang mit langen Partien
Die Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat. Die Veranstalterin muss eine oder mehrere Oberlimiten für Tages-, Wochen- oder Monatsumsätze oder -verluste verlangen (Art. 87 VGS); eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz nach 24 Stunden — Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine gesetzlich festgelegte Obergrenze für Einzahlungen kennt die Schweiz nicht.
Bei Swisslos heisst das konkret: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme, Oberlimite CHF 9’999 und unter 21 Jahren CHF 1’000, Senkung sofort, Erhöhung nach 72 Stunden, dazu optional eine Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Die Regel ist so gebaut, dass sie im aufsteigenden Moment nichts bringt und langsam wird. Wer die Limite dann braucht, wenn er sie erhöhen will, verliert diese Auseinandersetzung mit dem eigenen Konto.
Die Spielsperre steht in Art. 80–82 BGS: Überschuldete oder spielsüchtige Personen werden gesperrt, die Selbstsperre ist möglich, alles wird in einem gemeinsamen Register der gesperrten Personen erfasst. Eine freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), und es ist eine Fachstelle beteiligt (Art. 81 BGS); eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine Spielsperre ist insofern das wirksamste Instrument auf dem Wettschein überhaupt: Sie trifft nicht einen Anbieter, sondern alle, und sie lässt sich nicht durch einen Klick zurücknehmen.
Lange Partien sind für die Limiten der unangenehmste Fall. Eine Schachpartie kann über Stunden laufen, und Livequoten verschieben sich währenddessen; ein Konto mit festen Tageslimits merkt das an einer einzigen Partie. Verlustlimiten und Spielsperre gelten für jede Wette, unabhängig davon, ob sie gestartet oder durchgezogen wird, und auch für Wetten, die sich über Stunden hinziehen und bei denen die Livequote noch aussieht wie eine Chance, obwohl sie längst eine Reaktion auf das ist, was gerade auf dem Brett passiert. Daraus folgt die Haltung, die auf dieser Seite öfter auftaucht: Die Limite gehört an den Anfang, nicht an das Ende eines Verlusts, und die abendliche Livewette auf ein zähes Langspiel ist der Moment, in dem sie ihre Funktion am ehesten verfehlt.
Ein Gesetzespunkt bleibt hier bewusst flach: Gibt es eine Liste zulässiger Live-Märkte, gilt sie für alle bewilligten Veranstalter gleich; Cash-Out ist gesetzlich nicht reguliert und wird darum bei jedem Anbieter an seinen eigenen Bedingungen gemessen, nicht an einer Vorschrift.
Spielplan: Kandidatenturnier und Weltmeisterschaftskampf
Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und verleiht seit 1948 den Titel des Schachweltmeisters. Die Weltmeisterschaft wird als Zweikampf zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer ausgetragen, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert; 1948 und 2007 wurde sie als Turnier ausgespielt. Das Kandidatenturnier ist also nicht ein Qualifikationswettbewerb unter anderen, sondern der Weg, über den der Herausforderer überhaupt entsteht — nur wenige Wettereignisse im Sport funktionieren so.
Der erste Weltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 den Zweikampf gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann. Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen und im Modus Best of 14 klassische Partien gespielt; für den Sieg waren mindestens 7½ Punkte nötig. Dommaraju Gukesh gewann sie mit 7½:6½ gegen Ding Liren (3 Siege, 2 Niederlagen, 9 Remis); ein Tiebreak war nicht nötig. Bei Gleichstand nach 14 Partien hätte ein Tiebreak entschieden: erst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod.
Diese neun Remis in vierzehn Partien sind die Zahl, die den Markt erklärt. Wer damals auf einen der beiden Sieger setzte, setzte auf ein Ergebnis, das in zwei Dritteln der Partien nicht eintrat; wer auf Remis setzte, traf in neun von vierzehn Partien. Und dennoch: Die tiefe Quote auf Remis trägt dieselbe Marge wie die hohe Quote auf den Sieg. Wer aus der Remishäufigkeit einen Vorteil ableiten will, muss gegen die Quote rechnen, nicht gegen das Gefühl. Genau hier trennt sich der nüchterne Schachwetter von dem, der die Statistik für einen Tipp hält.
Aus dem Spielplan folgt für Schweizer Wettende eine Reihenfolge von Prüfungen, die nichts mit Sympathie zu tun hat. Zuerst: Steht die Sportart Schach und stehen die Wettkämpfe in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten? Nur wenn ja, darf ein Schweizer Veranstalter überhaupt Quoten darauf anbieten. Dann: Zeigt das Wettprogramm des Veranstalters dieses Ereignis, und in welchen Wettarten — Sieg/Remis/Niederlage, Zweikampf-Gesamtergebnis, Anzahl Partien? Ein Wettkampf über 14 klassische Partien ist kein Fussballspiel; die Quoten beziehen sich auf das Gesamtergebnis des Zweikampfs oder auf einzelne Partien, und der Unterschied ist bei jedem Markt mitzudenken. Steht das Ereignis nicht in der Liste, hilft auch ein vollständiges Wettprogramm nicht weiter.
Ein Hinweis, der nur die Schachwette betrifft: Ob eine Schachpartie im Schweizer Programm auftaucht, ist nicht selbstverständlich. Das Schachprogramm steht zwischen einem sehr grossen Angebot an Fussball- und Eishockeymärkten und einem kleinen Set an Nischenmärkten, und die verfügbaren Wettarten folgen der Liste, nicht dem Kalender. Wer für ein bestimmtes Turnier planen will, prüft den Kalender des Veranstalters, sobald das Ereignis näher rückt.
Und noch eine Formalität, die bei einem mehrtägigen Zweikampf ihren eigenen Charakter bekommt: Als reguläre Spielzeit zählt die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei einem Zweikampf über zwei Wochen bedeutet das, dass ein Auszahlungszeitpunkt auch dann erst nach dem letzten Punkt der letzten Partie liegt, wenn die Entscheidung schon gefallen zu sein scheint.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Die Reihenfolge dieses Abschnitts folgt der Sache: erst die zwei Veranstalterinnen, die eine Schweizer Bewilligung haben, dann die acht ausländischen Namen, die Schweizer Spielende im Netz antreffen. Eine Rangfolge nach versprochenen Gewinnen gibt es nicht, weil keiner der gelisteten Anbieter eine solche Zahl liefert, die belastbar wäre. Jeder Eintrag endet mit einem Urteil, und das Urteil beantwortet in jedem Eintrag eine andere Frage — ob das Haus zum eigenen Wohnort passt, wie die Limiten wirken, was eine Regel den Einzahlenden kostet.
Swisslos Sporttip: Schweizer Bewilligung, enge Einsätze, harte Cash-Out-Regeln
Sporttip ist eine von zwei veranstaltenden Organisationen, die das interkantonale Recht zulässt — Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa, Sitz der Veranstalterin in Basel. Für alle, die in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnen, ist das die einzige Adresse mit Schweizer Rechtsschutz. Der Preis dafür ist die Enge. Der Mindesteinsatz von CHF 1 und der Höchsteinsatz von CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten stecken den Rahmen ab, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen, ohne dass Swisslos die Limiten begründen müsste, wenn sie sie ändert.
Cash-Out ist bei Sporttip als Feature vorhanden, aber nicht als Versprechen. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Möglich ist er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Wer hier aussteigt, verkauft einen Teil des möglichen Gewinns an den Veranstalter — und der Preis dafür steht nicht fest, weil er dem Verlauf folgt. Das ist kein Skandal, aber es widerspricht dem Bild vom «sicheren Ausstieg», das das Wort Cash-Out gern erzeugt.
Dazu kommen Regeln, die den Livewettenden unmittelbar betreffen. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Die Quote 1.00 gibt den Einsatz zurück und sonst nichts — wer auf einen Livevorteil spekuliert, muss damit rechnen, dass die Wette im entscheidenden Moment neutralisiert wird. Das ist die unangenehmste Regel für Livewetter, und sie steht nicht im Werbetext.
Die Verlustlimiten sind der Grund, warum Sporttip trotzdem die richtige Adresse für viele ist: 1, 7 und 30 Tage müssen vor der ersten Teilnahme gesetzt werden, die Erhöhung wartet 72 Stunden. Wer weiss, dass er die Grenze nicht öffnen will, findet hier ein Konto, das ihm dabei hilft. 18 Jahre Mindestalter, Schweizer Wohnsitz im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, eine einmalige Registrierung pro Person, Ausweisprüfung gegen Adressdatenbanken — die Liste der Hürden ist lang und ihr Zweck ist der Schutz des Kontos, nicht die Abschreckung.
Fazit Sporttip: Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, findet hier den vollständigen gesetzlichen Schutz mit einer Einsatzkappe von CHF 1’000, einem Cash-Out, dessen Bedingungen sich jederzeit ändern können, und der Quote-1.00-Klausel, die jeden Livevorteil im entscheidenden Moment zunichtemachen kann — der faire Preis für ein Konto, das unter Schweizer Aufsicht steht.
Loterie Romande Jouez Sport: dieselbe Bewilligung, anderes Gebiet
Die Loterie Romande ist die zweite Veranstalterin des Landes. Ihre Sportwette heisst Jouez Sport, das Vertragsgebiet umfasst die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, die Kontaktadresse liegt an der Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne. Das Haus beschäftigt 221 Mitarbeitende und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz. Diese Dichte ist der eigentliche Unterschied zu Swisslos, nicht die Bewilligung: Wer morgens nicht online registriert, kann einen Teil desselben Angebots physisch erreichen.
Die Bewilligung ist identisch — Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa. Eine unterschiedliche Aufsichtsintensität zwischen beiden Häusern ist nicht feststellbar und auch nicht zu erwarten, weil die Aufsicht dieselbe ist. Wer hier eine Wahlfreiheit sucht, die über die Sprache hinausgeht, sucht vergeblich.
Praktisch entscheidend ist der Wohnsitz: Ein Onlinekonto setzt Wohnsitz im Gebiet der Veranstalterin voraus; wer in Zürich wohnt, kann nicht einfach nach Jouez Sport ausweichen. Die Verlustlimiten folgen demselben Muster wie bei Swisslos mit der 72-Stunden-Erhöhungssperre, weil beide Häuser dieselbe Praxis anwenden. Von den 200 Testkäufen der Aufsicht im Jahr 2025, in denen in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an Minderjährige verkauft wurde, sind die 2’350 Verkaufsstellen ebenfalls betroffen — die Dichte des Netzes ist ein Vorteil für die Erreichbarkeit und ein Risiko für die Kontrolle zugleich.
Ein Hinweis für alle, die ihre Wahlmöglichkeit überschätzen: Die Zahl der bewilligten Häuser in der Schweiz ist zwei. Das ist keine Marktlücke, die geduldig gefüllt wird, sondern der bewusste Schluss des interkantonalen Rechts. Wer in der Westschweiz wohnt, hat also genau eine bewilligte Adresse, und das ist eine harte Tatsache, keine Kaufempfehlung.
Fazit Jouez Sport: Für die Westschweiz ist Jouez Sport die eine Adresse unter Schweizer Recht, die über ein dichtes Netz von Verkaufsstellen erreichbar ist — und der Kontrast zu Swisslos liegt nicht in der Aufsicht, sondern darin, dass die Wahl hier faktisch nicht existiert, weil das Gebiet exklusiv ist.
Donbet: ohne Schweizer Bewilligung
Donbet steht in dieser Liste, weil Schweizer Wettende ihm im Netz begegnen, und er wird hier beschrieben, nicht empfohlen. Er hat keine Bewilligung nach Schweizer Recht, und eine ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung (Art. 4 BGS). Es gibt keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister: Wer sich hier freiwillig sperren lassen will, findet keine Sperre, die schweizweit gilt. Die Domains des Anbieters können auf die Sperrliste der Aufsicht kommen, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS sperren. Wer hier auf Schweizer Schutz zählt, zählt auf nichts.
Fazit Donbet: Keine Schweizer Bewilligung, kein Platz im Schweizer Sperrregister und keine Schweizer Rückgriffsmöglichkeit — wer die Aufsicht als Schutzfaktor braucht, ist hier am falschen Ort.
Sportuna: ohne Schweizer Bewilligung
Sportuna teilt dieses Profil. Ohne Schweizer Bewilligung, ohne Sperrregister, ohne Rückgriff nach Schweizer Recht. Die Aufsicht kann die Domains des Anbieters auf die Sperrliste setzen; die Schweizer Telekommunikationsanbieter sperren sie per DNS, und gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden durch neue ersetzt. Diese Ersetzung ist kein Qualitätsmerkmal, sondern eine Warnung: Ein Anbieter, der den Zugang wechselt, wechselt auch die Adresse, an die sich ein Anliegen richten liesse.
Fazit Sportuna: Kein Schweizer Schutz und eine Zugangsadresse, die wechseln kann — für einen Wettenden, der im Streitfall jemanden erreichen will, ist das ein Nachteil, der nicht durch ein grösseres Wettprogramm aufgewogen wird.
AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung
Auch AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt derselbe Rahmen: keine Verbindung zum schweizweiten Sperrregister, keine Aufsicht über das Wettprogramm, keine Durchsetzung nach Schweizer Recht. Die Domains können auf der Sperrliste landen. Wer sich für einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung entscheidet, entscheidet sich zugleich gegen die Kontrolle, dass die angebotenen Wettarten überhaupt zulässig sind — bei einem Schweizer Haus ist das die Aufgabe der Aufsicht.
Fazit AmunRa: Der Fall unterscheidet sich nicht von den übrigen acht: keine Bewilligung, kein Register, kein Schweizer Rechtsschutz — und wer auf die Zulässigkeit des Angebots vertraut, vertraut auf eine Stelle, die es hier nicht gibt.
myBet: ohne Schweizer Bewilligung
myBet ist ein weiterer Name ohne Schweizer Bewilligung. Eine Verurteilung trifft den Anbieter, nicht den Spielenden, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Das ist die Konstellation mit dem grössten Risiko für jemanden, der einfach nur eine Wette platzieren will: nicht das Wetteplatzieren selbst, sondern die rechtliche Lage um die Auszahlung.
Fazit myBet: Der Anbieter trägt das rechtliche Risiko, aber der Wettende trägt das Risiko der Einziehung und den Verlust des Zugangs — der Fall ist ein Argument gegen die Bequemlichkeit.
Betscore: ohne Schweizer Bewilligung
Betscore reiht sich in dieselbe Gruppe ein. Keine Bewilligung nach Schweizer Recht, keine Verbindung zum Sperrregister, keine Fairplay-Kontrolle durch eine Schweizer Stelle. Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer sich registriert, verlässt die Zone, in der die Gespa das Wettprogramm prüft und das Sperrregister gilt.
Fazit Betscore: Wer die Kontrolle des Wettprogramms und das schweizweite Sperrregister für verzichtbar hält, findet hier nichts Neues gegenüber den anderen Namen der Gruppe — neu ist es aber auch nicht, und wer das Register schon einmal gebraucht hat, wird es nicht aufgeben.
Gamdom: ohne Schweizer Bewilligung
Gamdom ist der fünfte ausländische Name in dieser Liste. Der Rahmen ist derselbe: keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, keine Schweizer Rückgriffsstelle. Die Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden. Was bei allen diesen Anbietern offen bleiben muss, ist die Frage, wer im Streitfall über das Ergebnis einer Wette entscheidet: Bei einem bewilligten Schweizer Haus ist die Aufsicht die letzte Instanz, bei den anderen nicht.
Fazit Gamdom: Kein Schweizer Rechtsschutz, und die letzte Instanz im Streitfall ist keine Schweizer Aufsicht — wer sich mit einem Wettschein nicht beschweren kann, hat die Auszahlung bereits verloren, bevor sie fällig wird.
Beschwerdeweg, eine Bemerkung für alle acht: Der Unterschied zwischen dem bewilligten und dem nicht bewilligten Weg liegt zuletzt beim Geld. Ein Streit über ein Ergebnis führt bei einem Schweizer Haus zu einer Stelle, die über das Programm wacht; bei den acht anderen bleibt nur der Anbieter selbst. Wer diese Frage beantworten kann, bevor er das erste Mal setzt, hat den Vergleich bereits entschieden.
MyStake: ohne Schweizer Bewilligung
MyStake gehört zur Gruppe ohne Schweizer Bewilligung. Keine Verbindung zum Sperrregister, keine Rückgriffsmöglichkeit, keine Schweizer Aufsicht über das Wettprogramm, das Angebot also auch auf Schach nicht überprüfbar. Ob diese Anbieter überhaupt Schachwetten führen, lässt sich deshalb nicht überprüfen: Das Wettprogramm richtet sich hier nicht nach der Gespa-Liste, die Schach als Sportart führt oder nicht führt.
Fazit MyStake: Ohne Schweizer Bewilligung kontrolliert niemand das Wettprogramm, also auch nicht, ob etwas auf einem Brett steht, das in der Schweiz gar nicht angeboten werden darf — kein guter Ausgangspunkt für einen Markt, der ohnehin nur wenige Quoten kennt.
Jackbit: ohne Schweizer Bewilligung
Jackbit schliesst die Liste der acht Namen ohne Schweizer Bewilligung. Keine Bewilligung, keine Wirkung ausländischer Papiere (Art. 4 BGS), keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Bei einer Auszahlung hängt der Schutz an den Bedingungen des Anbieters, nicht an einem Schweizer Verfahrensweg.
Fazit Jackbit: Wer die Auszahlung verdient hat, ist hier auf die Bedingungen einer anderen Rechtsordnung angewiesen — bei einem Markt mit tiefen Quoten und viel Remis ist das eine zusätzliche Unsicherheit, die niemand braucht.
Verrechnung, Cash-Out und Garantien: was die Regeln den Einzahlenden kosten
Wo kein Bonus lockt, wird die Rechnung schnell zu einer Frage der Regeln. Drei Punkte lassen sich aus den Bedingungen der beiden bewilligten Häuser ableiten, und jeder kostet Geld. Erstens der Auszahlungsschlüssel: Ein Markt zahlt 95,24 % zurück, wenn zwei Ausgänge zu je 1.90 stehen — 4,76 % bleibt als Marge. Das ist ein Durchschnittswert, kein Ereigniswert; bei drei Ausgängen verteilt sich derselbe Rückfluss auf einen Weg mehr, und die Marge steigt typischerweise über diesen Wert. Aus dem Zweiwert lässt sich der Dreiweg nicht herleiten, und wer mit der Zahl 4,76 % rechnet, rechnet einen anderen Markt.
Zweitens der Cash-Out. Bei Sporttip liegt der angebotene Betrag unter dem möglichen nicht vorzeitigen Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden; angeboten wird nur ein vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, und ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Die Differenz zwischen dem Cash-Out-Betrag und dem möglichen Wettgewinn ist der Preis der Sicherheit, und dieser Preis wird nicht vom Wettenden bestimmt, sondern vom Anbieter. Das ist die eigentliche Natur des Cash-Out: keine Versicherung, sondern ein Verkauf zu einem Kurs, den der Käufer setzt.
Drittens die Steuerfreibeträge. Der Bundesfreibetrag von CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn ab 1.1.2026 liegt so hoch über allem, was ein typischer Schachwetter gewinnt, dass für ihn weder Einkommens- noch Verrechnungssteuer anfallen. Bei einem Anbieter mit Schweizer Bewilligung; bei einem ausländischen Anbieter ist die kantonale Praxis entscheidend — im Thurgau gelten Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen.
Was diese Regeln zusammen genommen bedeuten: Bei einem Sieg bleiben rund 95 % des Einsatzes zurück, im Durchschnitt und vor Steuern, und bei einem vorzeitigen Ausstieg wird ein zweites Mal abgegeben, diesmal nach einem Kurs, der nicht verhandelbar ist. Wer das mit den «boosts» der Marketingtexte zusammenbringt, kommt zu einer einfachen Rechnung: Eine Erhöhung des Gewinns um einen Prozentpunkt ist ein Bruchteil dessen, was die Marge ohnehin abzieht. «Boost» klingt wie ein Geschenk, funktioniert aber nur solange wie die Wette durchläuft — bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Häufige Fragen zu Schachwetten in der Schweiz
Darf in der Schweiz überhaupt auf Schach gewettet werden, und bei wem?
Nur zwei veranstaltende Organisationen dürfen hierzulande Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Schach steht nur dann im Programm, wenn das Turnier in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten aufgeführt ist. Ausländische Anbieter haben in der Schweiz keine Bewilligung und keine Wirkung nach Art. 4 BGS.
Wie lässt sich prüfen, ob Schachturniere in der Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten stehen?
Die Liste der autorisierten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten wird von der Gespa geführt und trägt eine Versionsangabe; in der Fassung vom 10.09.2026 zeigt sie weder Eckball- noch Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Wer ein Schachturnier sucht, prüft dort die Sportart und den Wettkampf und vergleicht die gelisteten Wettarten mit dem Wettprogramm des Veranstalters.
Warum ist die Remisquote für Schachwetten und Quoten so wichtig?
Bei Schachmeistern enden etwa 43 % der Partien remis; Weiss erzielt im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte. Im Zweikampf um den Titel 2024 endeten 9 von 14 Partien unentschieden. Ein häufiger Ausgang hat eine niedrige Quote, und diese Quote trägt dieselbe Marge wie jede andere — die Remisstatistik ist kein Vorteil, sondern eine Eigenschaft des Spiels.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?
Der Rückfluss ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn ist Einsatz mal (Quote minus 1). Bei einem Zweiwegemarkt zu je 1.90 liegt der Auszahlungsschlüssel nach der Formel 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) bei 95,24 %, die Marge also bei 4,76 %. Sie beschreibt den durchschnittlichen Betrag auf einem Wettschein, nicht das Ergebnis einer einzelnen Wette.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und was bewirkt die Spielsperre?
Bei Swisslos müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, Oberlimite CHF 9’999 und unter 21 Jahren CHF 1’000; eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Die Spielsperre steht in Art. 80–82 BGS, gilt produkt- oder personenbezogen und wird bei unbefristeter Sperre in einem schweizweiten Register geführt.
Was fehlt Wettenden bei Auslandsseiten ohne Schweizer Bewilligung an Schutz?
Es fehlen die Anbindung an das Schweizer Sperrregister, der Rückgriff nach Schweizer Recht und die Kontrolle des Wettprogramms durch die Aufsicht. Zwar wird der Spielende nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Die Domains können per DNS gesperrt werden, werden aber innerhalb von Stunden ersetzt.
Sportarten – italienfussball
Inhalt erstellt vom Team «italienfussball»
