DFB-Pokal-Wetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, ein geschlossener Markt

Updated Oktober 2026
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Ein Stapel unbeschriebener Papierzettel mit einem Gummiband liegt auf einer Werkbank im Seitenlicht

Stand: Oktober 29, 2026 — die Bewilligungsangaben wurden gegen die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und die veröffentlichten Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande geprüft.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wer in der Schweiz Geld auf den DFB-Pokal setzen will, stösst auf eine Zahl, die jede Sportwetten-Erwartung aus dem Ausland zurechtstutzt: zwei. Zwei Veranstalter dürfen hierzulande überhaupt Fussballwetten anbieten, Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Nicht zwei Dutzend, nicht zwei pro Sprache — zwei. Daraus folgt alles, was diesen Text weiter trägt, von den Quoten über die Einsatzlimiten bis zu der Frage, was ein Platz auf einer der beiden Plattformen einem Wetter wirklich bringt.

Der zweite Satz, der alles Folgende bestimmt, betrifft das eigene Konto. Ein Spielerkonto ist an den Wohnsitz im Vertragsgebiet gebunden. Wer in Zürich wohnt, kommt zu Swisslos; wer in Lausanne wohnt, zur Loterie Romande. Ein deutscher Anbieter mit grosser Pokal-Auswahl steht daneben, ohne Bewilligung, ohne Schweizer Spielerschutz — und die Werbung dafür ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS strafbar. Das ist der Rahmen, in dem dieser Vergleich stattfindet.

Was die Quoten angeht, ist Kürze die einzige ehrliche Form: beide Schweizer Veranstalter behalten einen Teil jeder Einheit, die auf einen Markt gesetzt wird, und dieser Anteil ist die Marge. Sie ist keine Gebühr, sie steht nicht auf dem Wettschein. Sie sitzt in der Quote selbst.

Was eine Pokal-Prognose kostet, wenn man sie richtig baut

Am Anfang einer Pokalwette steht kein Gefühl, sondern eine Liste: Form der letzten Wochen, Aufstellungssituation, Wettbewerbskontext. Das klingt banal und ist der einzige Teil einer Prognose, den ein Wetter selbst in der Hand hat. Alles danach hängt an einer Zahl, die er nicht beeinflusst — der Quote.

Ein Fussball liegt im Netz hinter einem Tor, weicher Morgennebel hängt über dem Rasen
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig.

Der DFB-Pokal hat dabei eine Eigenheit, die ihn von der Liga trennt. Es gibt Runden, es gibt ein Finale, es gibt kein Rückspiel als Korrektur. Eine Mannschaft aus der zweiten Liga kann eine Bundesliga-Mannschaft an einem Abend ausschalten, und danach ist die Sache erledigt. Für den Prognostiker heisst das: die Formkurve eines Vereins wiegt schwerer als die Tabellenposition, weil es keinen zweiten Anlauf gibt, in dem sich Klasse durchsetzt. Wer in der Liga auf den Tabellenführer setzt, verkauft ein Risiko über 34 Spiele; wer im Pokal setzt, verkauft es über 90 Minuten plus Nachspielzeit.

Value-Wetten: der Begriff, den jeder benutzt und wenige rechnen

Eine Wette ist im engeren Sinn wertvoll, wenn die eingeschätzte Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ergebnisses höher liegt als die Wahrscheinlichkeit, die in der angebotenen Quote steckt. Die Gegenprobe ist einfach: Quote in den Kehrwert setzen und schauen, ob die eigene Schätzung darüber liegt.

Ein Kiesweg führt durch einen Obstgarten zu einem Bauernhaus mit Holzbalkon, über dem Tal liegt Abendlicht
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Genau hier liegt die Falle, und sie ist rhetorischer Natur. Ein Tipp, der als «Value» verkauft wird, ist erst einmal eine Meinung. Die Behauptung, eine Quote sei zu hoch, ist nicht überprüfbar, bevor das Spiel gespielt ist. Deshalb bleibt die Grenze bei jeder Prognose dieselbe: sie verschiebt Wahrscheinlichkeiten über einen grossen Haufen Wetten, nicht über ein einzelnes Spiel. Kein Tipp ist sicher. Kein Tipp gewinnt verlässlich, und wer das Gegenteil verspricht, verkauft etwas anderes als eine Wettanalyse.

Die praktische Konsequenz für den, der auf den Pokal setzt: die Qualität der Prognose entscheidet nicht, ob eine einzelne Wette gewinnt, sondern ob die eingesetzten Beträge über die Zeit einen Erwartungswert über null tragen. Die Marge der beiden Schweizer Veranstalter steht dabei auf der Gegenseite des Tisches, ob man sie im Wettschein sieht oder nicht.

Wie man Einsatz und Wettschein im Pokal aufteilt

Zwei Grundhaltungen stehen zur Wahl, und sie kosten Unterschiedliches. Wer einen festen Betrag pro Wettschein setzt, hält jeden Ausgang gleich gross und hat nach zwanzig Wettscheinen einen lesbaren Verlauf. Wer progressiv nachlegt, verliert genau in den Serien, in denen Nachlegen psychologisch am verlockendsten wirkt.

Für Einzelwetten auf eine einzige Partie ist der Rahmen bei Sporttip klar gezogen: der Mindesteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000. Eine Systemwette geht bis CHF 10’000. Bei Jouez Sport beginnt der Online-Einsatz bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3 und für Multiples bei CHF 2, während der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500 beträgt; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Diese Zahlen sind der eigentliche Punkt, nicht die Quoten. Wer mit CHF 500 pro Wettschein arbeitet, hat bei Sporttip noch Luft und bei Jouez Sport genau die Decke. Wer mit Kleinstbeträgen arbeitet, zahlt bei Jouez Sport für jede Online-Einzelwette zwei Franken statt einem — ein Aufschlag auf die niedrigste Stückelung, der über einen Abend mehr kostet als manche Quote an Wert trägt.

Weiterkommen, Pokalsieger und die Emotion der K.-o.-Runde

K.-o.-Runden sind das, was den Pokal für Prognosen attraktiv und für Konten gefährlich macht. Ein Spiel, das in die Verlängerung geht, verschiebt das Ergebnis nicht, aber das Wettergebnis. Und ein Elfmeterschiessen entscheidet eine Paarung, ohne dass die reguläre Spielzeit je einen Sieger hatte.

Wie das abgerechnet wird, steht in den Regeln, nicht im Bauchgefühl. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — beim Fussball also 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer also auf «Sieger» setzt und das Programm nicht liest, setzt auf 90 Minuten und nicht auf das Weiterkommen.

Für die Prognose heisst das: die Wahl des Marktes ist eine zweite Wette, die man mit dem ersten Tipp abschliesst. Eine Mannschaft kann die reguläre Spielzeit dominieren, in der Verlängerung verlieren und auf dem Wettschein trotzdem als Verlierer stehen — oder umgekehrt. Zwei Wetter, die dieselbe Partie unterschiedlich beurteilen, brauchen deshalb nicht unterschiedlich klug zu sein. Sie setzen oft nur auf unterschiedliche Spielabschnitte.

Pokal-Quoten lesen: Siegwette, Weiterkommen, Pokalsieger

Die Märkte, die im Schweizer Angebot auf den Pokal zielen, reichen von der Siegwette über Torwetten bis zu Weiterkommen und Pokalsieger. Jede Quote in jedem dieser Märkte trägt denselben Anteil des Veranstalters in sich. Der Unterschied zwischen den Märkten sind die Zusatzrisiken, die eingepreist werden: eine Torwette auf ein K.-o.-Spiel muss mit einem defensiven Spielverlauf rechnen, eine Siegwette auf eine Paarung mit klarem Favoriten muss mit Rotation rechnen.

Wichtig ist, was hier nicht steht. Für ein konkretes Pokalspiel, ein konkretes Finale oder einen konkreten Pokalsieger liegen für diese Seite keine eingefrorenen Quoten vor. Eine Zahl in diesem Text wäre erfunden — Quoten altern ohnehin schneller als alles andere in einem Ratgeber. Was der Leser aus diesem Abschnitt mitnehmen soll, ist kein Preis, sondern eine Rechnung, die er auf jeden Preis anwenden kann, den er selbst im Programm sieht.

Marge und Quotenschlüssel am Zweiwege-Markt

Der Quotenschlüssel eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt an die Wetter zurückzahlt. Bei einem Zweiwege-Markt mit Quoten von 1.90 auf beiden Seiten rechnet er sich als Kehrwert der Summe der Kehrwerte: 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90). Bei Quoten von 1.90 und 1.90 liegt der Schlüssel rechnerisch bei etwa 95 Prozent und die Marge damit bei rund 5 Prozent. Das ist eine Beispielrechnung, kein zitiertes Angebot.

Diese fünf Prozent sind der Betrag, den eine Wette über den Daumen an Wert verliert, sobald sie platziert ist. Zwei Ergebnisfelder, fünf Prozent Abzug, und die Frage, ob eine Mannschaft gut oder schlecht ist, entscheidet dann nur noch, ob der Wetter auf der besseren oder der schlechteren Seite dieses Abzugs landete. Dazu zwei Vorbehalte, die den Rahmen des Beispiels halten. Erstens gilt das Beispiel für einen runden Zweiwege-Markt, nicht für ein Dreiwege-Angebot mit drei Feldern, nicht für jede Sportart und nicht für jeden Markt. Zweitens rechnet der Markt nicht mit dem Quotenschlüssel, den eine solche Formel ergibt, sondern mit dem, den der Veranstalter tatsächlich anbietet — der Beispielwert beschreibt die Grössenordnung, nicht den Preis eines konkreten Spiels.

Wer einen Fünfeuro-Wettschein mit fünf Prozent Marge bewertet, verliert in Erwartung etwa 25 Rappen an Wert im Moment des Absendens. Ein Betrag, der niemanden umbringt. Auf hundert Franken ist es eine Portion Pommes, und auf dem Tiefstbetrag, den ein Veranstalter für ein langes Kombi verlangt, fällt der Abzug zehnmal, weil die Marge bei Kombinationen nicht kleiner wird, sondern sich mit jeder zusätzlichen Voraussage weiter summiert.

Der Gewinn eines Kombis setzt sich anders zusammen

Bei einer Kombination wird die Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten gebildet. Vier Voraussagen mit Quoten von 2.00, 1.80, 2.10 und 1.95 ergeben eine Gesamtquote von 2.00 × 1.80 × 2.10 × 1.95. Bei einem Einsatz von CHF 10 rechnet der Wetter mit einem Rückzahlungsbetrag von CHF 147.42. Das ist die Rechnung, die den Kombi für viele attraktiv macht: dieselben vier Einsätze, multipliziert statt addiert.

Der Preis dafür ist eine zweite Rechnung, die auf dem Wettschein nicht steht. Sobald eine der vier Voraussagen falsch ist, ist die ganze Kombination falsch — die Quoten multiplizieren sich, das Risiko aber auch. Vier Voraussagen mit je achtzig Prozent geschätzter Trefferwahrscheinlichkeit ergeben keine achtzig Prozent, sondern etwa 41 Prozent. Der Kombi macht also aus vier Meinungen ein Produkt, und dieses Produkt kann nur kleiner sein als der kleinste Faktor.

Die 25 Rappen von vorhin multiplizieren sich ebenfalls. Vier Voraussagen bedeuten vier Märkte, deren Margen sich mit der Quotenmultiplikation verschränken. Wer einen Kombi setzt, um dem Veranstalter weniger zu überlassen, macht genau das Gegenteil.

Bei Jouez Sport sind Kombinationen auf zwei bis zehn Voraussagen begrenzt, und die Gesamtquote darf den Wert 100’000 nicht übersteigen; für die Quote einer Einzelwette gilt ein Mindestwert von 1.10. Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 für eine Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Die Begrenzung der Kombigrösse ist also nicht nur eine technische, sondern die Grenze, ab der die Quote den Auszahlungsdeckel trifft.

Auszahlung, Rundung und der Betrag, der am Ende ankommt

Sporttip rechnet den Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal der Gesamtquote — rundet zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Was heisst das für einen Wettschein? Der Rundungsschritt wirkt gegen den Wetter, aber nur um Bruchteile. Der entscheidende Punkt ist ein anderer: die Quote, mit der gerechnet wird, ist die zum Zeitpunkt der Wettabgabe gespeicherte, nicht die, die im Programm stand, als der Wetter überlegt hat.

Jouez Sport setzt die Limits am anderen Ende: Höchstgewinne pro Wettschein und pro Multiple, dazu eine Obergrenze der zulässigen Gesamtquote. Wer ein Kombi auf zehn Voraussagen baut, wird kaum je an die Deckel stossen. Wer ein Kombi mit langen Aussenseitern baut, kann es.

Der DFB-Pokal im Schweizer Wettprogramm

Der deutsche Pokal steht in beiden Schweizer Programmen, weil er ein Fussballwettbewerb ist, auf den die Bewilligung passt. Was tatsächlich zur Wette angeboten wird, ergibt sich aus dem zugelassenen Angebot und aus dem Programm, das der Veranstalter für diesen Spieltag öffnet.

Der Pokal läuft in Runden, und das Finale ist eine einzelne Partie, deren Ausgang über den Titel entscheidet. Die Paarungen ergeben sich aus der Auslosung. Jeder dieser Punkte ist für den Wetter nicht nur sportlich relevant, sondern für die Frage, welcher Markt tatsächlich zu seiner Meinung passt: ein Weiterkommen-Markt braucht eine Meinung über 120 Minuten und allenfalls Elfmeter, ein Siegwette-Markt über 90 Minuten, ein Pokalsieger-Markt über den ganzen Wettbewerb.

Was in der Schweiz überhaupt gesetzt werden darf

Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Wer sich für die Details eines Marktes interessiert, findet diese Liste in der jeweils gültigen Fassung veröffentlicht. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden, und die Liste enthält weder Eckball- noch Kartenmärkte und keine Esport-Sektion.

Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält. Das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte.

Für die eine oder andere Frage, die sich beim Wetten auf den Pokal ergibt, ist das die praktische Antwort: nicht jede Quote, die ein Programm zeigt, ist in der Schweiz auch zulässig. Preis und Zulassung sind zwei verschiedene Dinge, und die Zulassung entscheidet, ob die Wette überhaupt angenommen werden darf.

Liven, Cash-Out und die Grenzen des Vorzeitig-Auskaufens

Wer live auf ein Pokalspiel setzt, sollte wissen, wann die Wette zählt. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Das ist mehr als eine Fussnote. Ein Live-Wettschein, der in der Sekunde vor einem Elfmeter abgeschickt wird, kann mit Quote 1.00 zurückkommen, also mit dem Einsatz. Der Wetter hat dann nicht verloren, aber auch nicht gewonnen, und die Gelegenheit war weg. Livewetten im Pokal belohnen den, der weiss, was auf dem Platz gerade passiert — und bestrafen den, der auf die Verzögerung zwischen Fernsehbild und Buchmacher-Preis vertraut.

Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden.

Der Name «Cash-Out» klingt nach Kontrolle. Die Bedingungen sagen etwas anderes: der Preis für die vorzeitige Auszahlung ist ein Abschlag auf den möglichen Gewinn, und dieser Abschlag gehört dem Veranstalter. Wer mitten in einem Pokalspiel aussteigt, tauscht Unsicherheit gegen einen kleineren Betrag — was eine legitime Entscheidung ist, solange man weiss, dass die Gegenpartei dieses Geschäft nicht aus Nächstenliebe anbietet.

Das 48-Stunden-Fenster bei abgesagten Pokalspielen

Ein Pokalspiel, das abgesagt wird, ist keine Seltenheit. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt — oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt — ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.

Für den Kombi-Wetter ist das die unangenehme Variante. Ein abgesagtes Spiel drückt die Gesamtquote auf das Produkt der übrigen Voraussagen herunter, während die übrigen Risiken bleiben. Der Wetteinsatz ist weder ganz zurück noch ganz im Spiel. Wer einen Kombi mit einer Partie baut, die auf wackligen Beinen steht, trägt ein Risiko, das weder sportlich noch mit der Marge zu tun hat.

Kombiboost, Quotenboost und was daran hängt

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Das ist kein Bonus auf den Einsatz, sondern eine Erhöhung, die sich am Nettogewinn bemisst. Die Schwellen sind gestaffelt, und der Sprung von sieben auf zehn Voraussagen ist grösser als der von vier auf sieben. Wer bei vier Voraussagen stehen bleibt, bekommt fünf Prozent auf den Nettogewinn — auf einen Nettogewinn, der bereits die kumulierte Marge von vier Märkten getragen hat.

Die Mindestquote von 1.50 pro Voraussage ist der eigentliche Filter. Sie schliesst die kurzen Favoriten aus, mit denen sich ein Wettschein sicher anfühlt, und verlangt Aussenseiter-Meinungen. Wer fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 zusammenbringt, hat nicht fünfzehn sichere Tipps gefunden, sondern fünfzehn Risiken, deren kombiniertes Eintreten statistisch sehr unwahrscheinlich ist. Hundert Prozent auf den Nettogewinn klingt grosszügig, bis man ausrechnet, wie selten diese fünfzehn Voraussagen alle zutreffen.

Daneben stehen Quotenboosts und Profitboosts. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Dieser letzte Satz verdient Aufmerksamkeit, weil er zwei Funktionen desselben Programms gegeneinander stellt. Wer den Boost nutzt und dann vorzeitig aussteigt, verliert die Erhöhung vollständig. Cash-Out und Boost schliessen sich also nicht aus, aber sie arbeiten gegeneinander — und der Wetter entscheidet sich in dem Moment, in dem er aussteigt, gegen die Erhöhung, für die er den Wettschein so gebaut hat.

Vergleich der zehn gelisteten Anbieter

Die Bewilligung ist das erste Kriterium, nicht die Quote. In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten führen: Swisslos, das im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein tätig ist, und die Loterie Romande, die Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet. Zusammen bilden die Kantone das jeweilige Vertragsgebiet, und ein Online-Konto ist jeweils nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet offen.

Daneben steht eine Reihe ausländischer Plattformen, die Schweizer Spieler antreffen. Diese Marken sind ohne Schweizer Bewilligung. Ihre Lizenz ist nicht festgestellt, was in der Schweiz keine Wirkung entfaltet, und sie sind nicht an das schweizerische Sperrregister angebunden. Es fehlt ein Schweizer Rechtsweg. Ihre Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS-Sperre umsetzen; gesperrte Domains werden nach Angaben der Aufsicht innerhalb von Stunden über neue Adressen ersetzt. Wer bei einem solchen Anbieter gewinnt, gewinnt dort ohne Schweizer Schutz — und die Erträge sind gemäss der steuerlichen Praxis mindestens eines Kantons als Einkommen steuerbar.

Anbieter Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalter
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
BC.Game keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
22Bet keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BetOnRed keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
20Bet keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
DirectionBet keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BassBet keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
N1 Bet keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Gamdom keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Die Spalte mit dem Veranstalter ist bei den acht ausländischen Marken eine einzige Aussage, die sich achtmal wiederholt — das ist keine Schwäche der Tabelle, sondern ihr Befund. Was diese Marken unterscheidet, liegt nicht im Schweizer Recht, sondern in ihren eigenen Bedingungen, und die liest man beim Anbieter selbst, nicht in einem Vergleichstext.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Die Reihenfolge folgt der Bewilligung, die zwei Schweizer Veranstalter zuerst. Das ist keine Wertung der Sportkompetenz, sondern der Ordnung des Schweizer Rechts.

Swisslos Sporttip — die einzige Plattform mit vollständigem Schweizer Schutz

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Bewilligungsrechtlich ist Sporttip eine der beiden Veranstalter, welche die interkantonale Regelung zulässt: für ein Grossspiel braucht es eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel, und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz.

Die Registrierung schreibt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet vor. Es darf keine Spielsperre bestehen, jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Diese 72 Stunden sind die interessante Zahl. Sie sind kein Schweizer Standard — das BGS verlangt für eine Erhöhung 24 Stunden, Swisslos wendet in seinen eigenen Bedingungen 72 an. Der Veranstalter darf strenger sein als das Gesetz, und er ist es hier. Wer sich also in einer schwachen Minute eine höhere Grenze freischalten will, kann das nicht sofort.

Das Spielguthaben wird über eine Online-Zahlungsmöglichkeit oder einen Einzahlungsschein gekauft, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Zu den angebotenen Zahlungsarten gehört PostFinance Pay, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innerhalb von 3 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen.

Bei der Auszahlung lohnt der Blick in die Bedingungen: innerhalb von 365 Tagen sind zwei Auszahlungen auf ein Konto im eigenen Namen gratis. Ab der dritten kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innerhalb von 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Drei Prozent auf eine Auszahlung ist ein Preis, den kein Quotenvergleich zeigt. Wer häufig Guthaben verschiebt, zahlt ihn trotzdem.

Fazit. Der Vorteil von Sporttip liegt weniger in der Quote als im Rahmen drumherum: ein Konto, das an das Vertragsgebiet gebunden ist, ein Wallet mit Auszahlungsweg auf ein Konto im eigenen Namen, ein Cash-Out ohne Teilauszahlung dafür mit klaren Regeln, ein Kombi-Werkzeug für abhängige Ereignisse derselben Veranstaltung. Wer die zwei kostenlosen Auszahlungen im Jahr braucht und im Vertragsgebiet wohnt, fährt mit dem Veranstalter ohne Bewilligungsfrage — und wer seine Auszahlungen streut, hat selbst bei diesem Preis eine Rechnung zu prüfen.

Loterie Romande Jouez Sport — die Westschweizer Alternative mit tieferer Decke

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschra und 221 Mitarbeitende. Bewilligungsrechtlich steht sie auf derselben Grundlage wie Swisslos: eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht zulässt, mit Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter Gespa-Aufsicht.

Wer in der Westschweiz wohnt, hat damit Zugang zu Jouez Sport, aber nicht zu Sporttip — und umgekehrt. Die beiden Plattformen sind keine Konkurrenzprodukte im üblichen Sinn. Sie sind zwei getrennte Vertragsgebiete, und ein Konto lässt sich nicht nach Wahl anlegen.

Der Mindesteinsatz online liegt bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3 und für Multiples bei CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Kombinationen umfassen 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 für eine Einzel- oder Kombiwette.

Zwei Zahlen stechen heraus. CHF 2 Mindesteinsatz ist doppelt so viel wie bei Sporttip und trifft genau die Wetter, die klein und häufig setzen — ein Abend mit fünf Wettscheinen kostet zehn Franken statt fünf, bevor überhaupt eine Quote ins Spiel kommt. Und CHF 500 als Höchsteinsatz für eine Kombiwette ist eine Decke, die ein ambitionierter Spieler am Finalabend erreichen kann, ohne es zu merken.

Fazit. Jouez Sport ist für die Westschweiz die einzige Wahl mit Bewilligung, und die Einsatzstruktur bevorzugt klar den, der mit kleinen bis mittleren Beträgen auf einzelne Partien setzt. Der Kombi-Wetter mit grösseren Stücken stösst bei CHF 500 an eine Grenze, an der eine zehn Voraussagen umfassende Kombination rechnerisch nicht mehr in einem einzigen Wettschein unterzubringen ist. Wer dort mehr bewegen will, verteilt es oder wechselt den Wettscheintyp.

BC.Game — Casino-Profil ohne Schweizer Bewilligung

BC.Game ist nicht im Besitz einer Schweizer Bewilligung, und das ist hier keine Formalität. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; für BC.Game ist keine Lizenz festgestellt, und eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das Konto hängt an keinem Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

Für die Pokalfrage hat das eine konkrete Folge: kein Schweizer Veranstalterstatus bedeutet auch keinen Anspruch auf den Schweizer Schutzmechanismus und keine Anbindung an die Spielsperre. Wer dort spielt, spielt auf den Bedingungen des Anbieters und ohne die Möglichkeit, sich über eine Schweizer Stelle sperren zu lassen.

Fazit. Die Plattform steht für ein Casino-Profil mit Sportbereich, und die Frage nach der Bewilligung bleibt bei ihr unbeantwortet. Wer ausschliesslich die Schweizer Rechtsordnung als Massstab nimmt, findet hier keinen Anker.

22Bet — Sportbuch ohne Schweizer Zulassung

22Bet tritt als Sportwetten-Marke auf, jedoch ohne Schweizer Bewilligung. Damit fehlt jede Anbindung an das Schweizer System; in der Schweiz hat das keine Bedeutung, weil es hier nur die zwei bewilligten Veranstalter gibt. Kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.

Der Pokal selbst ist Teil des internationalen Wettangebots, aber das Angebot hängt nicht an einer Schweizer Zulassung. Für einen Wetter, der die Schweizer Regeln für den Massstab hält, ist das der entscheidende Punkt: die Bewilligung fehlt, und mit ihr alles, was sie trägt.

Fazit. Wer Sportwetten mit Zulassungsfrage nicht als Nebensache behandelt, hat bei 22Bet nichts zu prüfen — die Antwort steht vor dem Wettangebot.

BetOnRed — Marke ohne Schweizer Veranstalterstatus

BetOnRed ist ohne Schweizer Bewilligung. Lizenz nicht festgestellt, keine Wirkung in der Schweiz, keine Sperrregister-Anbindung, kein Rechtsweg, Sperrliste möglich. Die Marke tritt breit auf, aber in der Schweiz ohne Veranstalterstatus.

Für den Vergleich zählt, dass sich dieser Status nicht durch Produktmerkmale ersetzt. Eine Plattform kann ein gutes Wettprogramm haben und trotzdem ohne Schweizer Bewilligung sein; das eine hebt das andere nicht auf.

Fazit. BetOnRed bleibt eine Referenzmarke für den, der die Grenze zwischen Schweizer Angebot und ausländischem Angebot kennenlernen will, und keine Option für den, der die Schweizer Schutzmechanismen will.

20Bet — ausländisches Sportbuch, Schweizer Rechtsweg fehlt

20Bet operiert ohne Schweizer Bewilligung. Damit gilt dasselbe: keine Sperrregister-Anbindung, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich. Das Angebot ist auf den internationalen Fussball ausgerichtet, wozu auch der DFB-Pokal gehört — aber ohne Schweizer Zulassung.

Diese Marke zeigt besonders deutlich, warum die Rechtslage vor dem Angebot diskutiert werden muss. Die sportliche Frage — welche Märkte, welche Quoten — ist zweitrangig, solange der Veranstalterstatus fehlt.

Fazit. Für den Wetter mit Wohnsitz in der Schweiz unterscheidet sich 20Bet von den anderen acht ausländischen Marken im Kernpunkt nicht, und dieser Kernpunkt entscheidet alles Weitere.

DirectionBet — keine Bewilligung, keine Schweizer Aufsicht

DirectionBet ist ohne Schweizer Bewilligung. Die Lizenz ist nicht festgestellt, es fehlt die Wirkung in der Schweiz, der Sperrregister-Anschluss, der Rechtsweg. Eine Sperrliste-Aufnahme ist möglich.

Die Aufsichtslücke ist hier der Punkt. Eine Schweizer Bewilligung bedeutet Gespa-Aufsicht, ein bewilligtes Spiel und eine Prüfung der angebotenen Sportarten und Wettarten. Ohne sie prüft niemand in der Schweiz, was angeboten wird.

Fazit. DirectionBet bleibt ohne Schweizer Bewilligung, und damit fehlt nicht nur ein Zertifikat, sondern die Kontrolle, die daran hängt.

BassBet — keine Schweizer Bewilligung, kein Sperrregister

BassBet ist ohne Schweizer Bewilligung; keine festgestellte Lizenz, keine Schweizer Wirkung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich. Für Schweizer Wetter mit Konsumentenschutz-Erwartung ist das die relevante Information.

Wer die automatische Sperre über das schweizerische Sperrregister will — die auch Casinos einschliesslich Online-Casinos und das Fürstentum Liechtenstein erfasst — findet sie bei dieser Marke nicht.

Fazit. Der Punkt, der bei BassBet am schwersten wiegt, ist nicht das Wettangebot, sondern die fehlende Verbindung zu dem Mechanismus, der einen Spieler im Ernstfall schützt.

N1 Bet — ohne Zulassung, mit üblichem Bewilligungsrisiko

N1 Bet ist ohne Schweizer Bewilligung; die Lizenz ist nicht festgestellt. Ohne Wirkung in der Schweiz, ohne Sperrregister, ohne Rechtsweg, mit möglicher Sperrliste-Aufnahme. Das Veranstalterrisiko trägt hier der Anbieter, das Auszahlungsrisiko der Spieler.

Was das praktisch heisst: Gewinne sind durchsetzbar auf dem Weg, den die Bedingungen des Anbieters vorsehen, und nicht über eine Schweizer Stelle. Wer im Streitfall einen Schweizer Ansprechpartner will, hat hier keinen.

Fazit. N1 Bet fällt im Vergleich nicht wegen eines Produktmerkmals zurück, sondern weil an der Stelle, an der die Schweizer Aufsicht stehen sollte, eine Lücke ist.

Gamdom — Krypto-nahes Casino ohne Schweizer Bewilligung

Gamdom ist ohne Schweizer Bewilligung; die Lizenz ist nicht festgestellt, und damit fehlen Schweizer Wirkung, Sperrregister-Anbindung und Rechtsweg. Eine Sperrliste-Aufnahme ist möglich.

Bei einer Plattform mit Krypto-Nähe lohnt der Hinweis auf die Schweizer Zahlungsregeln: Gewinne und Guthaben werden in bewilligten Schweizer Sportwetten nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredite an Spieler sind untersagt.

Fazit. Gamdom steht für ein Casino-Profil, das mit den Schweizer Zahlungs- und Schutzregeln wenig gemeinsam hat. Als Referenz ist die Marke brauchbar; als Konto für einen Wetter, der den Schweizer Rahmen will, ist sie es nicht.

Was die Bewilligung in der Schweiz konkret bedeutet

Die Schweizer Rechtslage ist in ihren Grundzügen schnell erzählt und in ihren Folgen weitreichend. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und werden von der Gespa beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur die Casinos prüft. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel und gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis Wohnsitz im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters. Eine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter gibt es nicht, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste gesperrter ausländischer Domains. Die Nettoerträge gehen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.

Auf was gewettet werden darf, hat einen klaren Rahmen: nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das erlaubte Angebot ist die bereits erwähnte geschlossene Liste der Gespa. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.

Ausländische Seiten: der häufigste Irrtum über Schweizer Wettverbote

Der Irrtum lautet, in der Schweiz sei es verboten, bei einer ausländischen Wettseite zu spielen. So steht es nicht im Gesetz. Bestraft wird nach Art. 130 BGS, wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spieler wird nicht bestraft. Das ist die eine Hälfte.

Die andere Hälfte ist, was dem Spieler trotzdem passiert. Eine ausländische Lizenz — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schutz- oder Fairplay-Kontrolle. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren; die erste Liste stammt vom 3. September 2019, und Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt.

Zum Vergleich der beiden Seiten gehört die unbequeme Gegenrechnung. Die bewilligte Seite bringt vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Die andere Seite bringt mehr Auswahl und weniger Schutz, dazu steuerliche Unwägbarkeiten. Keine der beiden Seiten ist per se die sichere.

Limiten, Sperren und der Rahmen, den der Wetter selbst setzt

In der Schweiz setzen die Spielenden ihre Limiten selbst, nicht der Staat. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach dem Gesetz nach 24 Stunden — Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine gesetzlich festgelegte Einzahlungsobergrenze gibt es in der Schweiz nicht.

Das ist der Punkt, an dem die Verantwortung tatsächlich beim Wetter liegt. Wer keine Limite setzt, hat keine, und niemand hindert ihn an einem Nachmittag mit Pokalspielen daran, den Höchsteinsatz mehrfach zu verwenden — solange die vom Veranstalter geforderten Limiten überhaupt konfiguriert sind. Bei Swisslos ist das durch die Pflicht zur L mitigated: die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage müssen vor der ersten Teilnahme gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren.

Die Spielsperre und das schweizweite Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Gesetzlich ist die Spielsperre in den Art. 80 bis 82 BGS geregelt: sie erfasst überschuldete oder spielsuchtgefährdete Personen, und eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, wobei eine Fachstelle beteiligt ist. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.

Wer sich sperren lässt, sollte wissen, was die Sperre tut. Sie ist keine Pause, die man am nächsten Tag zurücknimmt — drei Monate sind drei Monate. Die Sperre ist die stärkste Karte, die ein Spieler auf dieser Seite des Tisches hat, und sie funktioniert genau deshalb, weil sie nicht schnell rückgängig zu machen ist. Ausgeschlossene oder minderjährige Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Die Kontrolle an den Verkaufsstellen ist nicht streng. Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt und in 47,5 Prozent von 200 Fällen an Verkaufsstellen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer sich auf die Alterskontrolle am Schalter verlässt, verlässt sich auf eine Münze.

Eine Wette auf den Pokal ist keine Einnahmequelle

Die Steuerregeln sind der zweite Ort, an dem ein Wetter, der die Zahlen nicht kennt, eine unangenehme Überraschung erlebt. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Die kantonale Schwelle weicht davon ab und ist je nach Kanton zu prüfen. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.

Für einen typischen Wetter liegt der Gewinn weit unter dieser Grenze. Auf dem Wettschein fällt keine Einkommenssteuer an und keine Verrechnungssteuer. Es gibt in der Schweiz auch keine Wettsteuer auf Einsätze. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis mindestens eines Kantons behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe.

Das ist eine allgemeine Information und keine Steuerberatung. Wer eine grössere Summe gewinnt, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Wo ein Wetter tatsächlich Hilfe bekommt

Der Schutzrahmen ist bei den bewilligten Veranstaltern nicht nur Papier. Die Verlustlimiten stehen vor dem ersten Wettschein, nicht danach. Die Spielsperre ist schweizweit registriert und wirkt über Sportwetten hinaus. Die Auszahlung läuft auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers, und Kredite an Spieler sind untersagt. Ein Spieler, der merkt, dass der Pokalabend ihn mehr kostet als geplant, hat bei diesen Veranstaltern einen Mechanismus, der unabhängig von seinem Willen in der schwachen Minute greift. Bei einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung gibt es diesen Mechanismus nicht, und die Werbung für sie ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bedroht.

Häufige Fragen zum Wetten auf den DFB-Pokal in der Schweiz

Darf ich in der Schweiz auf den DFB-Pokal wetten, und wo?

Ja, aber nur bei den zwei bewilligten Veranstaltern: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet voraus — die Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein bei Swisslos, die sechs Westschweizer Kantone bei der Loterie Romande. Eine Liste weiterer bewilligter Anbieter existiert nicht.

Wie werden Verlängerung und Elfmeterschiessen abgerechnet?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf «Sieger» setzt, setzt also auf 90 Minuten — fürs Weiterkommen braucht es den passenden Markt.

Wie sinnvoll sind Tipps zum Pokalfinale?

Ein Tipp ist eine begründete Wahrscheinlichkeitseinschätzung, keine Zusage. Form, Aufstellung und Wettbewerbskontext sind prüfbare Grösse, das Ergebnis ist es nicht. Auch der beste Tipp verliert in einer Einzelpartie regelmässig, weil im Pokal kein Rückspiel korrigiert, was an einem Abend schiefgeht.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Kombiwette?

Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Gesamtquote gebildet, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet. Das Risiko multipliziert sich mit: schon eine falsche Voraussage macht die ganze Kombination falsch.

Was bedeutet der Kombiboost von Sporttip?

Der Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, und ein Cash-Out lässt den Boost verfallen.

Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten?

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 und bei einer Systemwette bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport beginnt der Online-Einsatz bei CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf höchstens CHF 7’500 enthalten.

Inhalt erstellt vom Team «italienfussball»