Live Wetten Schweiz: Was zwei bewilligte Veranstalter wirklich bieten
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Stand: Oktober 29, 2026 — die Bewilligungsangaben wurden gegen die Veröffentlichungen der Gespa und die Bedingungen von Swisslos und Loterie Romande geprüft.
Wer in der Schweiz auf ein laufendes Spiel setzen will, stösst zuerst auf eine Zahl, die kaum zu glauben ist: zwei. Zwei Veranstalter dürfen überhaupt Sportwetten anbieten, und nur diese zwei dürfen es auch live. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Alles andere, was ein Schweizer beim Suchen findet, hat hierzulande keine Bewilligung — eine ausländische Lizenz entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, und das ist keine Formalie, sondern die ganze Entscheidung.
Die Wahl ist damit enger als in fast jedem anderen Wettmarkt. Das ist unbequem für alle, die Auswahl mit Qualität verwechseln, und beruhigend für alle, die vor allem wissen wollen, woran sie sind. Zwischen den beiden Bewilligungsinhabern gibt es trotzdem Unterschiede, die für den einen Leser entscheidend sind und für den anderen gar nichts bedeuten. Genau darum geht es hier.
Rangliste der Live-Anbieter in der Schweiz
Bewertet wird nach den Dingen, die bei Live-Wetten tatsächlich zählen: welcher Kanal live überhaupt bedient wird, wie die Annahme geregelt ist, was mit einer Wette geschieht, die zu spät kommt, und ob es einen vorzeitigen Ausstieg gibt. Werbeversprechen kommen nicht vor. Ein Angebot, das mit «Topquoten» wirbt, sagt nichts über den Quotenschlüssel, und ein Bonus sagt nichts über die Annahmeregeln.

| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. massgebende Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja — Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Swisslos, Basel, gestützt auf die IKV 2020 |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja — Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Loterie Romande, Lausanne, für sechs Westschweizer Kantone |
| Cloudbet | Nein | Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung |
| DirectionBet | Nein | Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung |
| ZotaBet | Nein | Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Interwetten | Nein | Von der Gespa als Sperrlisten-Fall genannt |
| BetLabel | Nein | Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung |
| BetAlright | Nein | Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung |
| BetPanda | Nein | Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Fezbet | Nein | Ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung |
Die Übersicht sortiert die Anbieter nach ihrem Bewilligungsstatus: Oben stehen die beiden in der Schweiz zugelassenen Veranstalter, die unter Schweizer Aufsicht stehen. Darunter folgen Angebote, die zwar technisch erreichbar sind, aber über keine Schweizer Bewilligung verfügen. Wer sich für ein Angebot ohne Schweizer Sitz entscheidet, nutzt einen Dienst, der nicht an das Schweizer Recht gebunden ist und dessen Adresse auf der Sperrliste der Gespa landen kann.
Was Live-Wetten überhaupt sind
Live-Wetten erweitern das traditionelle Wettangebot: Gewettet wird noch während des laufenden Spiels, und die Annahme endet erst nach Spielbeginn, gegebenenfalls zuzüglich einer Karenzzeit. Bis zum Anpfiff läuft die Wette als normale Prematch-Wette. Danach beginnt ein Markt, der nicht stillsteht.
Der Unterschied ist nicht das Ereignis, sondern der Zeitpunkt. Bei einer Wette vor dem Spiel ist die Quote fest, und man kann den Wettschein in Ruhe ausfüllen. Bei einer Live-Wette ist die Quote ein Momentwert. Ein Tor, eine Rote Karte, ein Elfmeter — und der Preis für dieselbe Voraussage ist ein anderer. Die Anpassung erfolgt teils automatisch anhand von Spielstand, Einsätzen oder Spielzeit.
Für einen Leser heisst das etwas sehr Konkretes: Die Quote, die man sieht, ist nicht die Quote, die man bekommt. Zwischen dem Klick und der Annahme liegt eine Zeitspanne, in der sich der Preis ändern kann. Das ist kein Fehler des Systems, sondern seine Bauart. Live-Wetten leben von der Tatsache, dass sich die Einschätzung eines Spiels mit dem Spiel verändert.
Ganz grundsätzlich gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wer kein Bild hat, kann trotzdem live wetten. Die Annahme hängt nicht vom Livestream ab, und kein Anbieter macht die Gültigkeit einer Wette davon abhängig, ob der Spielende zuschaut.
Die beliebtesten Live-Wettarten
Zu den beliebtesten Live-Wettarten zählen die Wette auf das nächste Tor, die Restzeitwette und die Tore-ab-jetzt-Wette, deren Marktanteil Branchenangaben zufolge bei etwa 60 bis 70 Prozent liegt. Eine deutliche Mehrheit, und sie verrät, wie dieser Markt benutzt wird: nicht als Ersatz für die Prematch-Wette, sondern als Ergänzung.
Die Wette auf das nächste Tor ist die einfachste dieser drei. Sie interessiert sich nicht für das Endergebnis, sondern für das nächste Ereignis, und ist damit in wenigen Minuten entschieden. Die Restzeitwette bezieht sich auf das, was in der verbleibenden Spielzeit noch passiert. Die Tore-ab-jetzt-Wette nimmt den aktuellen Spielstand als Nullpunkt und wettet auf alles, was danach kommt.
Wer diese Märkte zum ersten Mal sieht, wird feststellen, dass sie mit dem Spiel, das man gerade anschaut, wenig zu tun haben. Es geht nicht darum, wer gewinnt. Es geht darum, was als Nächstes passiert. Das ist ein anderer Blick auf dasselbe Spiel — und für viele der Grund, warum Live-Wetten überhaupt existieren. Nebeneinander gestellt mit der Aussage eines Anbieters, seine Live-Quoten seien «unschlagbar», bleibt davon nicht viel übrig: Ein Markt, der sich sekündlich neu bildet, ist kein Markt, den man schlägt.
Wie sich Quoten im Spielverlauf bewegen
Die Quote einer Live-Wette ist eine Momentaufnahme des Spiels. Fällt ein Tor, steigt die Quote auf den Rückstand und sinkt die auf weitere Tore. Ein Platzverweis verschiebt die Wahrscheinlichkeiten in Sekunden. Nach Ereignissen wie einem Tor oder einer Roten Karte müssen die Quoten angepasst oder die Wettabgabe kurz ausgesetzt werden.
Wer eine Live-Wette platziert, sollte sich darüber klar sein, dass er nicht gegen einen statischen Preis wettet, sondern gegen einen Preis, den jemand anders laufend nachführt. Der eigene Blick aufs Spielfeld verändert, was man für möglich hält — aber die Gegenseite sieht dasselbe Bild. Der vermeintliche Vorteil «ich sehe das Spiel» ist in Wahrheit keiner, sobald das Ereignis live übertragen wird, und bei den grossen Wettbewerben wird es das.
Es bleibt ein echter Vorteil, den Live-Wetten bieten: Man kann auf eine Situation reagieren, die in der Prematch-Phase nicht absehbar war. Ein früher Rückstand, eine plötzliche Überlegenheit, eine Verletzung. Die Quote vor dem Spiel konnte das nicht wissen.
Was eine Wette im Markt kostet
In jedem Preis steckt der Anteil, den der Veranstalter behält. Der Quotenschlüssel — die Auszahlungsquote eines Marktes — summiert die reziproken Einzelquoten aller Ausgänge und dreht das Ergebnis um. Über alle Ausgänge eines Marktes ergibt sich so der Anteil, der an die Wettenden zurückfliesst. Die Marge ist der Rest, also 100 % minus dieser Anteil.
Der Rechenweg lässt sich am einfachsten an einer Einzelwette zeigen. Wer im Live-Betrieb CHF 10 zu einer Quote von 2,50 setzt, erhält bei einem Treffer CHF 25 zurück. Das ist ein Beispiel für den Rechenweg, kein tatsächlich notierter Kurs eines Veranstalters.
Nur beantwortet dieses Beispiel nicht die Frage, die ein Wettender eigentlich hat. Es zeigt, was eine gewonnene Wette auszahlt. Es sagt nichts darüber, wie wahrscheinlich dieser Gewinn ist, und es sagt nichts über die Marge des Marktes, aus dem die Quote stammt. Beides zu verwechseln ist der häufigste Denkfehler in einem Markt mit nur zwei Anbietern: Wer CHF 25 zurückbekommt, hat 15 Franken mehr als vorher — ob das ein gutes Geschäft war, entscheidet der Preis, nicht die Auszahlung.
Was passiert, wenn die Wette zu spät ankommt
Ein Punkt, den erstaunlich wenige Leser kennen, obwohl er jede Live-Wette betreffen kann: Wird bei Sporttip eine Wette platziert, nachdem der Wettausgang tatsächlich eingetreten ist, zählt sie mit Quote 1.00. Die Wette gilt also — aber sie zahlt nur den Einsatz zurück. Der Gewinn ist dahin, der Einsatz nicht.
Das ist keine Ausnahme für exotische Fälle. Die Annahme endet erst nach Spielbeginn, gegebenenfalls zuzüglich einer Karenzzeit, und in dieser Spanne passieren Tore. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten ausdrücklich mit Quote 1.00 werten. Die Regel ist damit kein technisches Detail am Rand, sondern Teil des täglichen Betriebs.
Wer live wettet, sollte diese Möglichkeit im Kopf haben, bevor er den Einsatz bestätigt. Sie bedeutet nicht, dass Live-Wetten unsicher sind. Sie bedeutet, dass eine Wette, die zu spät kommt, keine Chance mehr hat.
Einsätze, Limits und Kombinationen
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1. Der Höchsteinsatz liegt bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Für die Wertung ist die reguläre Spielzeit entscheidend: Sie umfasst die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf ein Endergebnis nach 90 Minuten setzt, ist also gut beraten, das Wettprogramm zu prüfen — ein spätes Tor in der Nachspielzeit ist Teil der Wette, ein Tor in der Verlängerung nicht.
Der Kombiboost und was er verlangt
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online — Prematch, Live und Systemwetten — und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.
Die Staffelung liest sich wie ein Geschenk, ist aber eine Rechnung. «100 % Bonus» gilt ab fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 — und eine Kombination aus fünfzehn solchen Voraussagen ist extrem unwahrscheinlich, so unwahrscheinlich, dass der beworbene Prozentsatz für die meisten Wettenden ein Wert bleibt, den sie nie erreichen. Wer vier Voraussagen kombiniert, bekommt 5 %. Das ist das realistische Versprechen hinter dem grossen Wort.
Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer die Kombination vorzeitig auflöst, verliert also nicht nur einen Teil des Gewinns, sondern auch die Erhöhung — ein Detail, das in der Werbung selten steht.
Quotenboosts bei Sporttip und ihre Grenzen
Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Das «pro Wettendem nur einmal nutzbar» ist der Satz, an dem die meisten Boosts scheitern. Ein Boost, der wie ein dauerhafter Vorteil aussieht, ist ein Einmalartikel. Und weil er bei einem Cash-Out verfällt, zwingt er zum Durchhalten: Wer den Boost nutzen will, muss die Wette auslaufen lassen — mit dem Risiko, das ein Cash-Out gerade abfangen sollte. Der Boost ist damit ein Anreiz, auf Sicherheit zu verzichten.
Cash-Out: eine Funktion, kein Versprechen
Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt, sondern eine Funktion des jeweiligen Anbieters. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Das «voller Cash-out bei Sporttip» bedeutet also nicht «mehr Geld» — es bedeutet «ganz oder gar nicht». Wer eine Kombination mit fünf Positionen auflösen möchte und bereits drei davon mit Gewinn sieht, kann nicht nur diese drei verkaufen. Es geht die ganze Wette, zum Preis des Anbieters. Der Abschlag ist der Preis für die Sicherheit, und dieser Preis wird nicht vom Wettenden bestimmt.
Die Rechtslage: nicht verboten, aber bewilligungspflichtig
Live-Wetten sind in der Schweiz nicht verboten. Sie sind erlaubt — aber nur für Veranstalter mit der entsprechenden Bewilligung. Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern (Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021) — nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht.

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.
Wer in einem Diskussionsforum liest, Live-Wetten seien «Grauzone», hat den entscheidenden Punkt verpasst: Es gibt keine Grauzone, sondern eine Bewilligung mit Namensliste. Entweder ein Veranstalter steht auf der Liste, oder er hat keine Bewilligung. Dazwischen liegt nichts.
Zwei Veranstalter, zwei Gebiete
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Ihr Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Zwei Zahlen, und sie erklären fast alles über die beiden Anbieter. Swisslos deckt die grosse Mehrheit der Kantone ab, die Loterie Romande ein zusammenhängendes Gebiet im Westen mit einem dichten Netz an Verkaufsstellen. Für einen Leser ist die Aufteilung keine Auswahl, sondern eine Zuweisung: Wo man wohnt, entscheidet, wo man ein Konto eröffnen kann.
Was man setzen darf und was nicht
Erlaubt sind nur Sportwetten. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS).
Diese Liste ist strenger, als man vermuten würde. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind nie zugelassen. Corner- oder Kartenmärkte zeigt die Liste nicht, und eine Esports-Sektion gibt es in ihr ebenfalls nicht.
Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt — das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte.
Wer aus einem ausländischen Angebot gewohnt ist, jede erdenkliche Kombination zu finden, wird hier Abstriche machen müssen. Das ist der Preis des geschlossenen Systems. Es ist derselbe Preis, der verhindert, dass auf Dinge gewettet wird, die niemand kontrollieren kann.
Alter, Identität und das eine Konto
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Es gilt ein Konto pro Spieler mit verifizierter Identität (Art. 47–52 VGS). Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Der Kontrollapparat ist damit stärker als in vielen anderen Märkten. Ausweiskopie, Adressabgleich, ein Konto — und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Für den Leser bedeutet das einen zusätzlichen Aufwand vor der ersten Wette und danach Ruhe. Es bedeutet aber auch, dass es in der Schweiz keine Mehrfachkonten gibt, mit denen man eine selbst gesetzte Limite umgehen könnte. Die Identitätsprüfung ist unbequem im Moment der Anmeldung und nützlich an jedem Tag danach.
Abhängige Kombinationen und abgesagte Veranstaltungen
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Das ist eine Regel, die man verstehen sollte, bevor man sie ausprobiert. Wer ein Tor und das Endergebnis desselben Spiels kombiniert, wettet auf zwei Ausgänge einer einzigen Ursache — beide können nicht unabhängig voneinander eintreten. Genau das soll verhindert werden. Wer die Kombination trotzdem baut, riskiert die ganze Wette, nicht nur die eine Voraussage.
Abgesagte Veranstaltungen sind anders geregelt: Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Auch hier gilt: Die Regel ist präzise, und wer sie kennt, wird von ihr nicht überrascht.
Gewinnbetrag, Guthaben und Verfall
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten) und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die zweistufige Rundung klingt nach Buchhaltung, ist aber der Unterschied zwischen dem Betrag auf dem Wettschein und dem Betrag auf dem Konto.
Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Das Guthaben ist also selbst limitiert — ein zweites Sicherheitsnetz neben der Verlustlimite.
Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer einen Gewinn auf dem Wettschein vergisst, verliert ihn nicht an den Veranstalter als Gewinn, sondern an den öffentlichen Zweck. 26 Wochen sind lang — aber es sind keine zwei Jahre.
Verlustlimiten: die Zahl, die vor der ersten Wette steht
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Anders als in vielen Märkten setzt hier nicht der Staat die Zahl, sondern der Spielende — der Gesetzgeber verlangt lediglich, dass überhaupt Höchstwerte gesetzt werden (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Statut nach 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.
Diese 72 Stunden sind der wichtigste Satz im ganzen Spielerschutz-Kapitel. Sie verwandeln eine Verlustlimite von einem Regler in eine Entscheidung, die man überdenken muss. Wer an einem spielfreudigen Abend die Limite hochsetzen will, bekommt sie nicht an diesem Abend. Genau das ist der Zweck. Bei Live-Wetten, wo sich jede Wette in Sekunden ergibt, ist eine Senkung sofort verfügbar — die Bremse wirkt also genau in die Richtung, in die sie wirken soll.
Die Spielsperre und das schweizweite Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Die Spielsperre nach Art. 80–82 BGS erfasst überschuldete oder suchtgefährdete Personen sowie Selbstsperren, und sie wird in einem gemeinsamen Register der gesperrten Personen geführt. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Der letzte Satz ist der härteste im Schweizer Geldspielrecht, und er trifft nicht den Zugang, sondern das Geld. Eine Spielsperre ist keine Auszeit, die man nachträglich rückgängig macht, wenn eine Wette gewonnen hat. Sie ist eine Tür, die zugeht — und ein Gewinn, der dahinter entstanden ist, bleibt dahinter.
Dass die Sperre auch für Online-Casinos und Liechtenstein gilt, macht sie zu mehr als einem Hausverbot bei einem Anbieter. Wer sich sperrt, sperrt sich im System. Wem die Vorstellung unangenehm ist, sich bei einem Anbieter sperren zu lassen und dann bei einem anderen weiterzumachen — genau dafür existiert das Register.
Wie der Spielerschutz bei Live-Wetten wirkt
Live-Wetten haben eine Eigenschaft, die sie von Prematch-Wetten unterscheidet, und sie ist für den Spielerschutz zentral: Sie laufen, während das Spiel läuft. Wer eine Verlustlimite braucht, um im Griff zu bleiben, braucht sie hier besonders. Die Schnelligkeit des Angebots verlangt Disziplin — das ist keine Floskel, sondern eine Beschreibung dessen, wie eine Live-Wette funktioniert.
Der Schweizer Ansatz setzt auf Selbstverantwortung. Der Gesetzgeber verlangt Limiten, die Höhe bestimmt der Spielende. Die Oberlimite von CHF 9’999 und die Grenze von CHF 1’000 für unter 21-Jährige sind Höchstwerte, keine Empfehlungen. Eine wirksame Limite liegt tiefer.
Zusätzlich gibt es die Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage und die Obergrenze für das Wallet-Guthaben. Wer sein Guthaben begrenzt, begrenzt auch, was er einsetzen kann — ein zweites Werkzeug für dieselbe Sache. Und bei einem Schweizer Veranstalter ist der Weg zum Geld begrenzt: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im lizenzierten Schweizer Wettbetrieb nicht, und ein Kredit an Spielende ist nicht möglich (Art. 75 Abs. 1 BGS).
Was die Schweiz dagegen nicht hat, ist ein gesetzlich fester Einzahlungsdeckel. Es gibt keine staatlich festgelegte Obergrenze, die für alle gilt. Das ist der Unterschied zu Ländern, in denen der Staat die Zahl vorgibt — hier setzt sie der Spielende, und das ist eine bewusste Entscheidung des Gesetzgebers. Wer sie für Bequemlichkeit hält, sollte sich die 72 Stunden für eine Erhöhung vor Augen halten.
Wo die Grenzen der Anbieter liegen
Jede Regel bei Swisslos steht in den Sporttip-Spielregeln und Teilnahmebedingungen, die eine Versionsnummer tragen. Mindest- und Höchsteinsätze, die Wertung der regulären Spielzeit, der Kombiboost, die Boosts, die Cash-Out-Bedingungen — alles dort, und vieles davon kann der Veranstalter ändern. Eine Versionsnummer bedeutet, dass sich die Bedingungen ändern können, ohne dass sich die Wette auf dem Wettschein ändert.
Wer eine Live-Wette plant, sollte vor der ersten Bestätigung drei Dinge nachschauen: die im eigenen Konto geltenden Mindest- und Höchsteinsätze, die Bedingungen für Cash-Out bei dem konkreten Markt und die Regelung für eine Wette, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs ankommt. Alle drei stehen in den Teilnahmebedingungen des Veranstalters, und alle drei beziehen sich auf das eigene Konto, nicht auf eine allgemeine Beschreibung.
Swisslos Sporttip: das vollständigste Regelwerk im Feld
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und betreibt Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51), unter Aufsicht der Gespa. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft.
Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet möglich — den deutschsprachigen Kantonen, dem Tessin und dem Fürstentum Liechtenstein. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, online, vor Spielbeginn und live, aber nur vollständig und ohne Garantie für jeden Markt. Der Kombiboost gilt online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote; Quoten- und Profitboosts sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und verfallen bei einem Cash-Out.
Diese Dichte an Regeln ist der eigentliche Charakter des Angebots. Man kann fast jede Frage vorher beantworten, wenn man die Bedingungen liest — und fast keine, wenn man es nicht tut. Wer bei Swisslos live wettet, hat es mit einem System zu tun, das keine Lücken lässt und keineswegs spontan ist. Zwischen der Quote auf dem Bildschirm und dem Wettschein liegt eine Reihe von Regeln, die im Zweifel gegen die Erwartung des Wettenden stehen: die reguläre Spielzeit ohne Verlängerung, die zweistufige Rundung des Gewinns, der verfallende Boost.
Ihren Vorteil spielt die Regeldichte dort aus, wo etwas schiefgeht. Eine abgesagte Partie, eine Wette nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs, eine irrtümlich angenommene abhängige Kombination — für jeden dieser Fälle gibt es einen festgelegten Ausgang, und der ist nachlesbar. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist an dieser Stelle nichts nachlesbar, weil es keine Schweizer Aufsicht gibt, die eine Regel durchsetzen könnte.
Loterie Romande Jouez Sport: die Alternative mit getrennten Kanälen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Sitz an der Avenue de Provence 14 in Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Jouez Sport ist an Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal zugänglich; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren. In den Verkaufsstellen gibt es nur Prematch-Wetten — Livewetten bietet ausschliesslich die Internet-Spielplattform der Loterie Romande.
Das ist die Einschränkung, an der sich für einen Live-Wetter alles entscheidet. Wer in der Westschweiz an der Verkaufsstelle steht, kann dort nicht live setzen, und keine noch so dichte Präsenz im Kanton ändert das. Live heisst hier: zu Hause am Bildschirm. Die 2’350 Verkaufsstellen sind für den Prematch-Wetter relevant, für den Live-Wetter sind sie Kulisse.
Der Vergleich mit dem Nachbarn im Osten fällt entsprechend aus: Ein Schweizer Veranstalter mit 2’350 Verkaufsstellen ist kein Angebot, das Live-Wetten über die Verkaufsstelle trägt, und die Loterie Romande versucht es gar nicht. Wer in Genf oder Lausanne wohnt und live wetten will, ist damit auf dieselbe Situation verwiesen wie jeder Nutzer in Zürich — er sitzt vor einem Bildschirm.
Cloudbet: ohne Schweizer Bewilligung
Cloudbet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Sportwetten sind hierzulande den beiden bewilligten Anbietern Swisslos und Loterie Romande vorbehalten. Eine ausländische Lizenz ist in der Schweiz rechtlich wirkungslos (Art. 4 BGS). Der Anbieter ist zudem nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und es besteht kein Schweizer Rechtsschutz. Seine Webseiten können von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden.
Wer dieses Angebot nutzt, agiert ausserhalb des Schweizer Regulierungsrahmens. Das bedeutet: Weder greift die Pflicht zur Verlustlimite, noch existiert ein Schutz, den der Schweizer Markt durch seine strengen Auflagen bietet. Es fehlt schlicht die durchsetzende Instanz.
DirectionBet: ohne Schweizer Bewilligung
DirectionBet besitzt keine Schweizer Bewilligung, da der Markt ausschliesslich Swisslos und der Loterie Romande vorbehalten ist. Eine Lizenz aus dem Ausland entfaltet hier keine rechtliche Wirkung. Es gibt keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister und keinen Rechtsschutz nach Schweizer BGS. Die Webseiten unterliegen der DNS-Sperre durch die Gespa.
Wer dort wettet, agiert ausserhalb der Schweizer Aufsicht. Bei Unstimmigkeiten zeigt sich der Unterschied zu einem lizenzierten Veranstalter: Es gibt keine Anlaufstelle für Beschwerden oder rechtliche Prüfungen. Das Geld und der Anspruch hängen allein vom Anbieter ab.
ZotaBet: ohne Schweizer Bewilligung
ZotaBet bietet seine Dienste ohne Schweizer Bewilligung an. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten. Ausländische Lizenzen sind in der Schweiz nicht anerkannt und haben keine Wirkung. Kunden geniessen hier keinen Schweizer Rechtsschutz und das Unternehmen ist nicht an das hiesige Sperrregister angebunden. Eine Sperrung durch die Gespa ist jederzeit möglich.
Wer das Angebot nutzt, bewegt sich abseits des Schweizer Systems. Bei Anbietern dieser Art ist das sogenannte Domain-Hopping üblich: Eine Seite wird blockiert und unmittelbar durch eine neue ersetzt. Der Nutzer folgt der neuen Adresse, ohne dass sich an der fehlenden rechtlichen Sicherheit etwas ändern würde.
Interwetten: ohne Schweizer Bewilligung, aber namentlich auf der Sperrliste
Interwetten offeriert Wetten ohne Schweizer Bewilligung. Der Schweizer Markt ist strikt auf Swisslos und die Loterie Romande begrenzt. Eine ausländische Bewilligung ist hier ohne rechtliche Relevanz. Es besteht kein Schweizer Rechtsschutz. Die Gespa führt Interwetten explizit als Fall für ihre Sperrliste, was bedeutet, dass der Zugang für Schweizer Kunden via DNS blockiert werden kann.
Der Unterschied zu den übrigen ausländischen Anbietern auf dieser Liste ist die Belegbarkeit. Die Gespa nennt diesen Namen ausdrücklich als Beispiel für Domains, die auf der Sperrliste stehen und über DNS blockiert werden, neben einem weiteren Anbieter mit ähnlicher Geschichte. Bei den anderen Marken ist die Sperre eine Möglichkeit, hier ist sie eine Feststellung der Aufsichtsbehörde.
Für einen Leser ist das die einzige Information, die bei diesem Anbieter wirklich ins Gewicht fällt. Wer ihn nutzt, muss damit rechnen, dass die Adresse, über die er sein Konto erreicht, eine ist, die Schweizer Telekom-Anbieter bereits auf einer Liste führen. Das betrifft nicht das Wettangebot, sondern die Erreichbarkeit des eigenen Kontos — und damit des eigenen Guthabens.
BetLabel: ohne Schweizer Bewilligung
BetLabel agiert ohne Schweizer Bewilligung. Da nur Swisslos und die Loterie Romande für den Schweizer Markt zugelassen sind, ist jede ausländische Lizenz hier rechtlich wirkungslos. Rechtsschutz oder Schutz durch das Schweizer Sperrregister existieren bei diesem Anbieter nicht.
Wer dort wettet, agiert ausserhalb des geschützten Raums. Eine Live-Wette ist hier weder durch Schweizer Recht abgesichert noch gibt es eine unabhängige Stelle, die eine umstrittene Spielwertung oder Abrechnung prüfen könnte.
BetAlright: ohne Schweizer Bewilligung
BetAlright verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Sportwetten sind in der Schweiz exklusiv Swisslos und der Loterie Romande vorbehalten. Eine ausländische Zulassung ist hier rechtlich bedeutungslos, und ein Schweizer Rechtsschutz findet keine Anwendung.
Wer das Angebot nutzt, agiert ausserhalb des Schweizer Systems. Wie belastbar die Live-Quoten tatsächlich sind, lässt sich nicht objektiv überprüfen, da die Schweizer Aufsicht hier keinen Einblick hat. Man ist vollständig auf die Angaben des Betreibers angewiesen.
BetPanda: ohne Schweizer Bewilligung
BetPanda besitzt keine Schweizer Bewilligung. Der Schweizer Markt ist rechtlich auf die beiden Veranstalter Swisslos und Loterie Romande beschränkt. Ausländische Lizenzen haben in der Schweiz keine Gültigkeit, und Kunden steht kein Schweizer Rechtsschutz zur Verfügung.
Wer dort wettet, agiert ausserhalb des Schweizer Systems. Die Frage nach der langfristigen Erreichbarkeit des Kontos oder des Guthabens kann in der Schweiz niemand beantworten, da keine rechtliche Bindung besteht.
Fezbet: ohne Schweizer Bewilligung
Fezbet bietet Wetten ohne Schweizer Bewilligung an. Der Betrieb von Sportwetten ist in der Schweiz ausschliesslich Swisslos und der Loterie Romande gestattet. Lizenzen aus dem Ausland sind rechtlich irrelevant. Ein Rechtsschutz nach Schweizer BGS existiert nicht.
Wer dort wettet, agiert ausserhalb des Schweizer Systems. Das Risiko einer Blockade ist hier real: Tritt der Fall genau während einer Live-Wette ein, ist der Zugriff sofort unterbunden, was die Platzierung oder Überwachung einer Wette verunmöglicht.
Wo das Geld ankommt
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im lizenzierten Schweizer Wettbetrieb nicht; ein Kredit an Spielende ist nicht möglich (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen.
Was die Schweiz nicht hat, ist ein Zahlungsblockierungsinstrument gegen unzulizenzierte Wettseiten. Wer darauf hofft, dass die Bank oder das Kartensystem eine Zahlung an einen ausländischen Anbieter abfängt, verlässt sich auf etwas, das es nicht gibt. Die Gespa blockiert über DNS, also über die Erreichbarkeit der Domain — nicht über den Zahlungsweg. Ein Konto, das über einen anderen Weg geladen wird, wird von dieser Sperre nicht berührt.
Steuern auf Live-Wetten
Gewinne aus Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum jeweiligen Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (CHF 1’070’400 im Jahr 2025); der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton», nicht eine einzelne kantonale Zahl. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle und zahlt daher weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.
Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Praxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht — wer eine solche in einer Abrechnung sucht, sucht etwas, das nicht existiert.
Das ist eine steuerliche Information allgemeiner Art, keine Beratung. Für den eigenen Fall ist der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung die richtige Adresse. Der Punkt für einen Live-Wetter ist ein anderer: Der Steuerfreibetrag gilt für Gewinne aus Schweizer Grossspielen, und ein ausländischer Anbieter fällt nicht darunter — die steuerliche Behandlung unterscheidet sich also je nachdem, wo das Konto liegt.
Was Werbung darf und was nicht
Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS).
Der letzte Satz richtet sich an die Werbenden, aber er erklärt dem Leser etwas über seine eigene Umgebung: Ein ausländischer Anbieter, der gezielt für Schweizer Kunden wirbt, handelt rechtswidrig. Wer über eine solche Anzeige zu einem Konto kommt, ist einem Angebot gefolgt, das hier nicht hätte beworben werden dürfen.
Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Und wer ein «Gratisspielguthaben» beworben sieht: In der Schweiz hängt jede Gratisleistung an einer Zustimmung, die die Aufsicht vorher erteilt haben muss. Die beiden bewilligten Veranstalter tragen dafür die entsprechenden Summen — eine Zahl, die kein ausländischer Anbieter in einer Schweizer Statistik vorweisen kann.
Die Sperrliste und das Domain-Hopping
Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS). Die erste Liste erschien am 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Geblockte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping.
Beide Zahlen zusammen beschreiben einen stillen Wettkampf. 671 Domains und eine Ersetzungszeit von Stunden bedeuten, dass die Liste nie fertig wird und die Erreichbarkeit eines ausländischen Anbieters nie gesichert ist. Wer dort ein Guthaben hält, hält es an einer Adresse, die auf einer Liste stehen kann, die er nicht einsehen muss, um sie zu treffen.
Was Courtsiding mit Live-Wetten zu tun hat
Beim Courtsiding wird vom Veranstaltungsort aus gewettet und die Zeitverzögerung bei der Quotenanpassung für Wettbetrug ausgenutzt. Der Täter sitzt in der Halle oder am Spielfeldrand und ist damit schneller als der Markt.
Für den normalen Leser ist das weit entfernt. Es erklärt aber zwei Dinge, die in Live-Märkten immer wieder auffallen: warum die Annahme nach einem Tor kurz ausgesetzt wird und warum die Quoten automatisch angepasst werden. Beides sind Versuche, den Markt fair zu halten. Und es erklärt, warum Live-Wetten mit einem Live-Bild nicht automatisch ein Vorteil sind: Alle sehen dasselbe — auch der Markt.
Was Live-Wetten für das eigene Spiel bedeuten
Eine Live-Wette ist kein Spiel gegen das Spiel, sondern ein Angebot, das sich dem Spiel anpasst. Fällt ein Tor, verändert sich der Markt. Wer das als Einladung versteht, immer noch eine Wette nachzulegen, findet hier sein Angebot — und genau darum ist die Verlustlimite die wichtigste Einstellung im Konto.
Der schnellste Weg in ein Problem ist nicht die eine grosse Wette. Es ist die eine Wette, die einen Verlust zurückholen soll, während das Spiel noch läuft. Der Live-Markt ist dafür besonders anfällig, weil er immer eine neue Gelegenheit anbietet und die Quote sich ständig ändert. Genau dafür gibt es Limiten, und genau deshalb senkt eine Limite sofort, während sie erst nach 72 Stunden steigt. Wer sie vor der ersten Wette konservativ setzt, muss sie später nicht mehr setzen.
Was am Ende übrig bleibt
Die Wahl bei Live-Wetten in der Schweiz ist keine Wahl zwischen zehn Angeboten. Es sind zwei bewilligte Veranstalter, aufgeteilt nach Sprachregion, mit unterschiedlichen Kanälen und unterschiedlichen Regeldichten im Detail.
Wer sein Konto bei Swisslos Sporttip eröffnet, bekommt das vollständige Schweizer System: verifizierte Identität, verpflichtende Verlustlimiten, Zugang zum schweizweiten Sperrregister, einen mehrstufigen Datenschutz bei der Registrierung und Gewinne, die bis zum Freibetrag steuerfrei bleiben. Bezahlt wird das mit einer geschlossenen Liste erlaubter Wettarten, mit einer Herkunftsklausel und mit einer Regeldichte, die man lesen muss, um sie zu nutzen.
Wer in der Westschweiz wohnt, hat mit Jouez Sport den zweiten Zugang. Die Live-Wetten laufen dort ausschliesslich über die Internet-Plattform, die Verkaufsstellen bleiben dem Prematch vorbehalten. Für einen Live-Wetter ist der Unterschied zum östlichen Nachbarn deshalb kleiner, als die Zahlen vermuten lassen.
Und wer darüber nachdenkt, auf einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung auszuweichen, sollte eine Sache nüchtern abwägen: Er tauscht Auswahl gegen Schutz. Kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, ein Domain-Risiko und eine Steuerbehandlung, die von Kanton zu Kanton verschieden ausfallen kann. Der Ausstieg ist schnell gemacht, der Rückweg nicht.
Der dritte Weg — live zu wetten, ohne je ein Konto zu eröffnen — existiert nicht.
In der Schweiz ist Live-Wetten kein Wettbewerb um Kunden mit immer neuen Werbegeschenken. Es ist ein reguliertes Produkt mit klaren Grenzen, und die Grenzen sind das Produkt. Wer sie akzeptiert, bekommt ein Angebot, das keine bösen Überraschungen kennt; wer mehr will, findet es — und zahlt dafür mit dem Schutz, den er zurücklässt.
Häufige Fragen zu Live-Wetten in der Schweiz
Wie funktionieren Live-Wetten und worin unterscheiden sie sich von Wetten vor dem Spiel?
Bei Live-Wetten wird noch während des laufenden Spiels gewettet; die Annahme endet erst nach Spielbeginn, gegebenenfalls zuzüglich einer Karenzzeit. Anders als bei einer Prematch-Wette steht die Quote nicht still: Sie wird nach Ereignissen wie einem Tor oder einer Roten Karte angepasst oder die Abgabe wird ausgesetzt.
Sind Live-Wetten in der Schweiz verboten?
Nein. Live-Wetten sind in der Schweiz nicht verboten, setzen aber eine Bewilligung voraus, die ausschliesslich zwei interkantonale Veranstalter besitzen. Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt. Das Gesetz kennt keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte.
Wer darf in der Schweiz Live-Wetten anbieten — nur Sporttip und Jouez Sport?
Ja. Sportwetten dürfen in der Schweiz nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport anbieten. Jeder bedient sein eigenes Gebiet: Swisslos die deutschsprachigen Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein, die Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone. Ein Online-Konto braucht Wohnsitz im jeweiligen Gebiet.
Was geschieht mit einer Wette, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird?
Bei Sporttip zählt eine solche Wette mit Quote 1.00. Sie gilt also, zahlt aber nur den Einsatz zurück. In spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Ein Live-Bild braucht es dafür nicht.
Gibt es bei Live-Wetten einen Cash-out, und was bedeutet voller Cash-out bei Sporttip?
Cash-Out ist keine gesetzliche Leistung, sondern eine Funktion des Anbieters. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn und kann jederzeit geändert werden.
Wie schützen Verlustlimiten und die Spielsperre bei schnellen Live-Wetten, und wann gilt eine Erhöhung der Limite?
Bei Swisslos müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre gilt schweizweit auch für Online-Casinos und Liechtenstein.
Wettarten – italienfussball
Inhalt erstellt vom Team «italienfussball»
