Wettquoten auf den Europameister: die Marge sitzt in jeder Quote
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026 · Bewilligungen und Veranstalterangaben geprüft gegen die Gespa und das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51).
Wer im Schweizer Sportwettmarkt nach einer Quote auf den Europameister sucht, landet bei einer kurzen Liste. Nicht weil die Nachfrage fehlt, sondern weil der Kanton Bern die Zahl der Veranstalter klein hält: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, mehr nicht. Was das für die Quote selbst bedeutet, ist der eigentliche Gegenstand dieses Textes. Eine Siegerwette ist kein Produkt mit Preisen, die man munter gegeneinander stellen kann — sie ist eine Schätzung, aus der der Veranstalter seinen Anteil vorab herausnimmt. Wer das versteht, liest jede Zahl danach anders.
Dazu kommt eine Eigenheit dieses Themas, die viele übersehen: Eine Fussball-Europameisterschaft findet 2026 nicht statt. Das Jahr im Suchbegriff ist das laufende Jahr, nicht das Turnierjahr. Die letzte Ausgabe war die EURO 2024 in Deutschland, sie lief vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 und endete mit dem 2:1 von Spanien gegen England am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin. Die nächste Ausgabe ist die EURO 2028 in England, Schottland, Wales und Irland, mit dem Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff und dem Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Wer heute auf den Europameister wettet, wettet also auf ein Turnier, dessen Qualifikation noch nicht einmal ausgelost ist.
Warum Geld auf dem Spielerkonto nur in Franken liegt
Swisslos und die Loterie Romande führen Spielerkonten in Franken. Das ist keine marketingtechnische Entscheidung, sondern folgt aus dem Kontozwang: Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto überwiesen, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Krypto, anonyme Auszahlungen, fremde Konten — das gibt es im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht, und die Konten laufen in der Landeswährung, nicht in Euro. Wer sein Sportwettenkonto in der Schweiz führt, führt es in Franken.
Die zweite Regel dieser Art ist weniger bekannt und trifft einen Teil der Kundschaft hart: Ein Kredit an Spielende ist verboten. Kein Überziehen, keine Stundung, keine «Zahlung beim nächsten Mal». Ein Wettschein braucht bei Swisslos mindestens CHF 1, bei Jouez Sport online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3. Wer also einen Euro-Betrag im Kopf hat, muss ihn selbst umrechnen — und der Wechselkurs kommt zu der Entscheidung hinzu, ob eine Wette ihr Geld wert ist.
Wettmärkte und die Verkaufsstellen als zweiter Weg
Der Weg zur Wette führt über zwei Kanäle, und die unterscheiden sich preislich wie praktisch. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz in Verkaufsstellen bei CHF 3, online bei CHF 2; für Multiples verlangt das Reglement CHF 2. Swisslos verlangt generell CHF 1. Die Loterie Romande betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, Swisslos ein Netz über sein gesamtes Vertragsgebiet. Wer eine Long-Term-Wette über ein halbes Jahr hält, mag das Papier in der Hand schätzen. Wer nachlegen will, mag das Konto.
Wie viel auf einen Schein darf, unterscheidet sich deutlicher als die Einstiegshürde: Bei Sporttip sind für eine Einzel- oder Kombinationswette höchstens CHF 1’000 Einsatz möglich, für eine Systemwette CHF 10’000. Bei Jouez Sport liegt der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Swisslos behält sich vor, diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen zu ändern; eine Wette über der Limite wird gar nicht erst angenommen. Wer eine grössere Position auf den Turniersieger aufbauen will, verteilt sie also zwangsläufig, und das kostet ihn Zeit und jeweils einen neuen Schein.
Die Auszahlung selbst hat bei Swisslos eine Rundungsstufe, die in keiner Marketingzeile steht: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten. Dieser Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Das ist juristisch sauber und betragsmässig winzig. Es erklärt aber, warum ein nachgerechneter Gewinn und die Anzeige im Konto um ein paar Rappen auseinanderliegen können.
| Sporttip einordnen | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin oder gemeldete Zulassung |
|---|---|---|
| Swisslos (Sporttip) | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande (Jouez Sport) | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Rollbit | ohne Schweizer Bewilligung | Eine Zulassung ist nicht ausgewiesen; sie hätte in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Bruce Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Eine Zulassung ist nicht ausgewiesen; sie hätte in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | Eine Zulassung ist nicht ausgewiesen; sie hätte in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | Eine Zulassung ist nicht ausgewiesen; sie hätte in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Betovo | ohne Schweizer Bewilligung | Eine Zulassung ist nicht ausgewiesen; sie hätte in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| ZotaBet | ohne Schweizer Bewilligung | Eine Zulassung ist nicht ausgewiesen; sie hätte in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| N1 Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Eine Zulassung ist nicht ausgewiesen; sie hätte in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | Eine Zulassung ist nicht ausgewiesen; sie hätte in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
Bleibt eine dritte Eigenheit des Geldweges, und sie betrifft jede Long-Term-Wette: Der Einsatz bleibt gebunden, solange das Turnier läuft. Ein Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, sowohl vor Spielbeginn als auch live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out — eine Teilauszahlung sieht das Angebot nicht vor. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie, dass ein bestimmter Markt cash-out-fähig ist, besteht nicht. Wer einen EM-Sieger tippt und nach dem Achtelfinale kalte Füsse bekommt, hat also nicht automatisch einen Ausweg.
Wie aus Form, Kader und Auslosung eine Einschätzung wird
Eine Siegerquote ist kein Orakel. Sie ist die Summe mehrerer sehr verschiedener Informationen, und wer sie selbst nachvollziehen will, muss diese Ebenen trennen.
Da ist zuerst das sportliche Material: Kader, Formkurve, Ausfälle. Dann die Auslosung — bei einem Turnier mit sechs Vierergruppen entscheidet nicht nur die Qualität eines Teams, sondern auch, gegen wen es in der K.-o.-Phase zuerst antreten muss. Die EURO 2028 wird in sechs Vierergruppen gespielt, danach folgt Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli und das Finale am 9. Juli 2028. Ein Spiel um Platz 3 findet nicht statt. Diese Struktur ist für den Rechner deshalb relevant, weil jedes zusätzliche K.-o.-Spiel ein eigenes Risiko ist. Ein Team, das über drei K.-o.-Runden muss, hat mehr Gelegenheiten zu scheitern als eines, das im Achtelfinale einen leichteren Gegner bekommt.
Und da ist der Zeitpunkt. Die Qualifikation zur EURO 2028 wird in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams gespielt; die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt, ausgelost wird am 6. Dezember 2026 in Belfast. Bis dahin steht nicht einmal fest, welche Nationen dabei sind. Eine Siegerquote aus der Vorqualifikationszeit bepreist einen Pool, von dem ein Teil noch unbekannt ist.
Favoriten sind keine Gewissheiten
Die Historie ist ein nützlicher Massstab dafür, wie wenig selbst die klarste Favoritenstellung garantiert. Rekordsieger der Europameisterschaft ist Spanien mit vier Titeln, Deutschland gewann drei — 1972, 1980 und 1996. Zwischen diesen drei Titeln liegen fast vier Jahrzehnte. Rekordtorschütze des Wettbewerbs ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren. Seit 2016 spielen 24 Mannschaften mit, von 1996 bis 2012 waren es 16, und die erste Europameisterschaft fand 1960 statt.
Bei der EURO 2024 verteilten sich die Tore bemerkenswert flach: sechs Spieler erzielten je drei Treffer — Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Die Gesamtzuschauerzahl lag bei 2’681’288. Ein Turnier mit einem so breiten Feld produziert eben nicht den einen herausragenden Einzelnen, den sich die Torschützen-Wette wünscht. Wer auf den Torschützenkönig setzt, spielt gegen eine Verteilung, nicht gegen ein Gefühl.
Der ehrlichste Satz über jede Siegerwette auf ein Turnier lautet: Eine Mannschaft mit gutem Kader und gutem Los gewinnt häufiger als eine ohne beides, aber kein Veranstalter weiss, welche. Was die Quote ausdrückt, ist eine Wahrscheinlichkeit, nicht eine Zusage. Wer das verwechselt, liest in eine Zahl hinein, was sie nicht hergibt.
Was die Quote über die Wettarten verrät
Die Siegerwette auf ein Turnier ist nur ein Markt unter mehreren, und je nach Markt verhält sich die Marge anders.
Die Einzelwette ist ein Tipp auf ein Ereignis. Die Kombiwette verbindet mehrere Voraussagen zu einer Quote — bei Jouez Sport umfasst sie 2 bis 10 Voraussagen, bei Swisslos müssen voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die gesamte Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Die Systemwette schliesslich ist bei Swisslos mit bis zu CHF 10’000 Einsatz möglich. Alle drei sind auf ein Turnier mit sechs Wochen Laufzeit anwendbar, aber die Dauer der Bindung unterscheidet sich radikal.
So rechnen Sie die implizite Wahrscheinlichkeit aus
Eine Quote von 6.00 auf eine Nation sagt nicht «rund 17 Prozent». Sie sagt nur, zu welchem Preis ein Einsatz bezahlt wird. Lesbar wird sie erst, wenn man den Kehrwert bildet: 1 geteilt durch 6.00 sind ungefähr 16,7 Prozent. Diese Zahl ist aber noch nicht die Einschätzung des Veranstalters, denn in ihr steckt bereits dessen Anteil. Die Summe der Kehrwerte über alle möglichen Ausgänge eines Marktes ergibt immer mehr als 100 Prozent, und der Überschuss ist die Marge.
Die Marge selbst lässt sich an einem Beispiel durchrechnen, und weil es ein Beispiel ist und kein abgelesener Preis, taugt es für jede Nation gleichermassen. Nehmen wir einen zweiseitigen Markt — zwei mögliche Ausgänge, beide mit einer Quote von 1.90, wie es bei einem Kopf-an-Kopf-Markt vorkommt. Die Auszahlungsquote dieses Marktes liegt dann zwischen 94 und 95 Prozent, die Marge des Veranstalters also zwischen etwas über 5 und 6 Prozent. Solche Angaben sind immer als Band zu lesen und gelten nur unter der Bedingung, dass beide Quoten wirklich genau so stehen; verschiebt sich eine der beiden, verschiebt sich das ganze Ergebnis. Wer für den Ausgang mit der Quote 1.90 einen Franken setzt, bekommt im Erfolgsfall CHF 1.90 zurück: CHF 1.00 Einsatz und CHF 0.90 Nettoertrag.
Die entscheidende Konsequenz steht nicht in der Quote, sondern in der Anwendung. Auf einer Wette, die sechs Wochen gebunden bleibt, ist die Quote ein Preis und kein Versprechen: Der Markt bewegt sich weiter, nach Abschluss der Qualifikation, nach Kaderbekanntgabe, und wer vorher gekauft hat, sitzt für die Dauer der Wette auf dem Preis. Genau hier trifft die Marge den geduldigen Spieler härter als den kurzfristigen. Bei einem Spiel am Abend gleicht die Bewegung über den Tag hinweg manches aus. Über Monate gibt es diesen Ausgleich nicht.
Zusatzangebote und ihre Bedingungen
Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Sprung von 5 auf 100 Prozent klingt nach einem Geschenk und ist eine Wette darauf, dass fünfzehn Voraussagen alle aufgehen, jede davon mit mindestens 1.50. Wer sich ausrechnet, wie oft das passiert, sieht die Sache nüchterner.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein ausgeführtes Cash-Out kann also eine Erhöhung kosten, die der Wettschein vorher ausgewiesen hat. Das ist kein Betrug, aber es ist eine Bedingung, die man kennen sollte, bevor man sich über die Erhöhung freut.
Anzumerken ist eine Regel, die manche Marktart im Keim erstickt: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt — oder im Rahmen eines Turniers —, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Bei einem Turnier heisst das: Eine verschobene Partie kann eine Kombiwette auf fünf Voraussagen auf vier schrumpfen lassen, mit derselben Gesamtquote geteilt durch 1.00. Der Effekt ist real und wird selten erwähnt.
Zwei Veranstalter, zwei Vertragsgebiete, zwei Preislisten
Eine Reihung nach Quotenhöhe wäre bei diesem Markt unseriös — die beiden zulässigen Veranstalter bedienen unterschiedliche Gebiete, und ein Vergleich nach der besten Zahl ist ein Vergleich, der den Kaufpreis versteckt. Verglichen wird deshalb nach Einsatzgrenzen, Auszahlungsregeln und den praktischen Bedingungen, die einen Wettschein ausmachen.
| Einordnung | Sporttip (Swisslos) | Jouez Sport (Loterie Romande) |
|---|---|---|
| Mindesteinsatz | CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten | CHF 2 online, CHF 3 in Verkaufsstellen, CHF 2 für Multiples |
| Höchsteinsatz | CHF 1’000 je Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 je Systemwette | CHF 500 je Einzel- oder Kombiwette, CHF 7’500 je Wettschein mit Multiples |
| Höchstgewinn | nicht beziffert; der Gewinn wird auf fünf Rappen abgerundet | CHF 300’000 je Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen |
| Bandbreite der Quoten | nicht beziffert | Quote je Voraussage mindestens 1.10, Gesamtquote höchstens 100’000 |
| Cash-Out | für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, online, vollständig, nicht garantiert je Markt | nicht beziffert |
| Grenze ändern | jederzeit und ohne Angabe von Gründen möglich | im Reglement festgelegt |
Der Höchstgewinn ist die interessanteste Zeile dieser Gegenüberstellung, weil sie zwei völlig verschiedene Arten von Obergrenze zeigt. Jouez Sport nennt eine konkrete Zahl beim Gewinn und eine weitere für ein ganzes Multiple. Bei Swisslos ist die Gewinnseite nicht durch eine Summe begrenzt, sondern über den Einsatz und die Rundung des Auszahlungsbetrags. Für den Betrag, den ein durchschnittlicher Spieler bewegt, ist beides ohne Bedeutung. Für jemanden, der eine Systemwette über CHF 10’000 plant, ist es der Unterschied zwischen einem Reglementsartikel und einer freundlichen Bitte.
Die Mindesteinsätze wiederum sind der Massstab, an dem die Zugänglichkeit hängt. Jouez Sport führt mit CHF 3 an der Verkaufsstelle die höchste Einstiegshürde aller vier genannten Zahlen. Swisslos liegt mit CHF 1 am tiefsten. Wer zehn Franken zur Verfügung hat und das Gefühl kennenlernen will, wie ein Turniergewinn über sechs Wochen mitschwingt, findet bei Swisslos die günstigere Eintrittskarte — und bei Jouez Sport ein Reglement mit klareren Obergrenzen.
Wettmärkte einordnen: wie eine Siegerquote entsteht
Wer zum ersten Mal eine Turniersiegerquote sieht, hält sie für eine Vorhersage. Sie ist eine Preissetzung. Der Veranstalter schätzt für jede Nation die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Turnier gewinnt, addiert seine Kosten und seinen Ertrag und rechnet das Ergebnis in eine Quote um, die er zu jedem Zeitpunkt der Saison verschieben darf.
Das erklärt eine Eigenheit, die dieses Thema von jeder Bundesliga-Quotentafel unterscheidet: Siegerquoten auf ein Turnier sind zwischen zwei Ausgaben kaum vergleichbar. Nicht nur, weil andere Mannschaften antreten, sondern weil sich auch die Zahl der Teilnehmer geändert hat. Seit 2016 spielen 24 Mannschaften mit, von 1996 bis 2012 waren es 16. Ein Titelgewinn in einem 24er-Feld ist etwas anderes als in einem 16er-Feld, und jedes einzelne Team steht vor mehr K.-o.-Spielen als früher. Wer historische Siegerquoten heranzieht, um eine aktuelle zu bewerten, vergleicht also Zahlen aus zwei verschiedenen Wettbewerbsformaten.
Was hinter der Livequote steckt
Eine Livequote auf ein laufendes Turnier ist noch eine Stufe unruhiger. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit der Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, eine Entscheidung des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten mit der Quote 1.00 werten. Wer in diesen Momenten auf den Ausgang setzt, setzt auf einem Markt, dessen Preis der Veranstalter in der Schwebe halten darf.
Das ist kein Grund, Livewetten zu meiden. Es ist ein Grund, den Preis nicht als endgültig zu behandeln, solange die Situation nicht entschieden ist, und nicht auf eine Quote zu bauen, die während eines Elfmeters auf dem Bildschirm steht. Für eine Siegerwette auf das Turnier spielt dieser Mechanismus nur am Rand hinein, aber wer Gewohnheiten aus dem Livegeschäft mitbringt, nimmt sie mit.
Warum der Marktplatz klein bleibt
Was gepriesen wird als Vielfalt an Anbietern, ist in der Schweiz eine kurze Liste. Sportwetten sind ein Grossspiel und brauchen eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Das ist keine Marktlücke, die jemand füllen könnte. Es ist die Obergrenze. In der Schweiz fehlen sieben Kandidaten einer üblichen Top-10-Zusammenstellung, weil sie hier nicht veranstalten dürfen: Ein Urteil über die Grösse des Schweizer Sportwettmarktes ist in Wahrheit ein Urteil über zwei Anbieter.
Grundlagen: was eine Wette auf den Europameister ist
Eine Siegerwette auf die Europameisterschaft ist eine Langzeitwette mit einem Merkmal, das sie mit fast keiner anderen Wette teilt: Sie wird entschieden, wenn das Turnier vorbei ist, nicht wenn ein Spiel vorbei ist. Dazwischen liegt nicht selten mehr als ein Jahr.

Das Turnier selbst ist der älteste Mannschaftswettbewerb Europas: Die erste Europameisterschaft fand 1960 statt. Veranstalter ist die UEFA, gespielt wird alle vier Jahre. Die letzte Ausgabe in Deutschland umfasste 24 Mannschaften, eine Vorrunde mit sechs Gruppen zu je vier Teams und insgesamt 51 Spiele. Die nächste Ausgabe folgt demselben Muster und bringt 24 Nationen nach England, Schottland, Wales und Irland.
Für die Siegerwette ergibt sich daraus eine besondere Struktur. Bei einer Einzelwette auf ein Spiel fallen Quote und Auszahlung zeitlich zusammen. Bei einer Siegerwette liegen zwischen Einsatz und Entscheidung Monate, in denen sich Kader verletzen, Trainer entlassen werden und die Auslosung neue Gegner bestimmt. Ein Spieler, der zehn Franken setzt, hat zehn Franken für die Laufzeit des Turniers gebunden. Das ist der Kern der Sache — und deshalb steht am Ende fast jeder Turniersiegwette die Frage, ob das eingesetzte Geld während dieser Zeit besser irgendwo anders gelegen hätte.
Was der Schweizer Markt zulässt und was nicht
Nicht jeder Markt, den ausländische Anbieter bewerben, ist hier erlaubt. Der Grundsatz lautet: gewettet wird auf Sportveranstaltungen. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen. Was im Einzelnen angeboten werden darf, steht in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Nach dieser Liste richten sich Qualifikationsrunden nur dann, wenn sie dort aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur dann, wenn sie aufgeführt sind, und Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nicht gewettet werden. Corner- und Kartenmärkte fehlen in der Liste ebenso wie ein Esport-Abschnitt. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Für die Siegerwette auf den Europameister ist das eine beruhigende Nachricht — dieser Markt steht auf der Liste. Für einen Wettenden, der aus einem ausländischen Angebot Ecken, Karten oder ganz andere Sportereignisse gewohnt ist, ist es eine Umstellung: Der hiesige Markt ist ausdrücklich eine geschlossene Liste, und was nicht darauf steht, gibt es im bewilligten Schweizer Angebot nicht.
Warum Siegerquoten nicht über die Jahre vergleichbar sind
Wer sich eine Reihe historischer Siegerquoten anschaut, wird nicht klug daraus, und das hat einen strukturellen Grund. Jede dieser Quoten wurde auf ein Feld bezogen, das anders aussah als das heutige. 1960 traten vier Mannschaften an, der Wettbewerb hiess noch anders, und die Zahl der Teilnehmer wuchs über die Jahrzehnte. Seit 2016 gilt das 24er-Format mit sechs Vierergruppen und einer K.-o.-Phase, die im Achtelfinale beginnt.
Wer eine Quote von damals mit einer von heute vergleicht, vergleicht deshalb keinen Markt mit sich selbst, sondern zwei verschiedene Märkte. Zulässig ist der Vergleich zweier Quoten desselben Turniers, etwa zwischen dem Frühjahr und dem Abend vor dem Finale. Alles darüber hinaus ist eine Rechnung mit wechselnden Einheiten.
Rechtslage: wer in der Schweiz ein Siegerangebot machen darf
Der Rahmen ist klar abgesteckt. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und werden von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, beaufsichtigt. Nicht von der ESBK, die ausschliesslich die Casinos prüft. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz. Die Lotterien und Sportwetten der Kantone sind auf zwei Veranstalter beschränkt: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Die Nettoerträge fliessen gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu.

Die beiden Veranstalter bedienen unterschiedliche Gebiete, und das ist keine Förmlichkeit. Swisslos führt Sporttip in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Für ein Onlinekonto ist ein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im jeweiligen Gebiet nötig. Ein Spieler aus Zürich kann also kein Jouez-Sport-Konto eröffnen, eines aus Genf kein Sporttip-Konto.
Die Bewilligung als Schutzversprechen gegenüber einer Chance
Der Unterschied zwischen den beiden lizenzierten Veranstaltern und den übrigen im Vergleich genannten Marken ist nicht der Preis. Er ist der Schutz.
Bei Swisslos und der Loterie Romande greifen die Schweizer Regeln: eine geprüfte Identität, ein Konto pro Person, eine Altersgrenze von 18 Jahren, Limiten für den einzelnen Spielenden, eine Verrechnung der Sperre über das schweizweite Register. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung fehlt all das. Ein ausländisches Permit — ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Wirkung, weil die Bewilligung nach dem Gesetz nur in der Schweiz gilt.
Das heisst nicht, dass jeder ausländische Anbieter unseriös operiert. Es heisst, dass ein Streitfall in der Schweiz keine Anlaufstelle hat und dass die Aufsicht, die man sonst anrufen könnte, für diese Anbieter gar nicht zuständig ist. Auffällige Schweizer Domains ausländischer Anbieter können zudem auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und von den Telecom-Anbietern per DNS blockiert werden — die Liste existiert seit dem 3. September 2019, und Ende 2025 trug sie 671 Domains. Ein blockierter Anbieter wechselt die Adresse oft innerhalb von Stunden. Die Liste ist deshalb weniger ein Filter als eine Momentaufnahme.
Eine Zahl aus dem Bereich des Verbraucherschutzes verdient es, in Erinnerung zu bleiben: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurden an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen Sportwetten an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Schutzmechanismen an der Ladenkasse für selbstverständlich hält, sollte diese Zahl kennen — sie beschreibt nicht die Online-Konten, aber sie beschreibt die Verkaufsstellen, an denen Jouez Sport einen Teil seiner Wettscheine verkauft.
Verlustlimiten setzen, bevor das Turnier zum Laufsteg wird
Sechs Wochen Europameisterschaft erzeugen eine Bewegung, die kein anderes Wettformat erzeugt. Es wird jeden Tag gespielt, es gibt jeden Tag Neues zu tun, und ein Turnier, das über Monate läuft, lädt dazu ein, sich während der ganzen Zeit zu beschäftigen. Genau deshalb greift der Schweizer Spielerschutz bei den Limiten früher, als man denkt.
Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Teilnahme an Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung gilt erst nach 72 Stunden — der Standard der Veranstalter, während das Gesetz 24 Stunden vorsieht. Das ist die wichtigste Asymmetrie im ganzen Bereich Spielerschutz: Wer den Rahmen enger ziehen will, kommt sofort durch. Wer ihn erweitern will, muss erst warten. Eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage lässt sich zusätzlich setzen.
Wer noch weiter gehen will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren — vor Ablauf der Frist wird sie nicht aufgehoben. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich regulär erst nach drei Monaten wieder lösen, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Wer sich mit einer Turniersiegerwette über Monate bindet, sollte diese Werkzeuge kennen, bevor er sie braucht: Eine Limite, die man mitten im Turnier erst setzt, kommt zu spät für die ersten Wetten.
Das Schweizer Sportwettrecht kennt keinen gesetzlich festgelegten Einzahlungsdeckel. Die Limiten setzt der Spielende selbst, der Veranstalter muss sie verlangen. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es diese Pflicht gar nicht, und das schweizweite Sperrregister gilt für ihn nicht.
Die geprüften Buchmacher im Einzelnen
Zehn Marken stehen hier nebeneinander, und die Reihenfolge ist eine Tatsache des Schweizer Marktes, keine Wertung: Zuerst die beiden Veranstalter, die hier veranstalten dürfen, danach die Marken, die Schweizer Spielende antreffen, ohne Bewilligung zu haben. Wer die erste Gruppe mit der zweiten vergleicht, wie es die Zahl nahelegt, vergleicht zwei verschiedene Rechtsräume. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist strafbar und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet werden; entsprechend werden die Marken hier beschrieben und bewertet, aber nicht beworben.
Swisslos Sporttip: der Veranstalter mit dem niedrigsten Einstieg
Swisslos ist die interkantonale Landeslotterie-Genossenschaft mit Sitz in Basel und betreibt ihre Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, beaufsichtigt von der Gespa. Das Onlinekonto steht Personen offen, die im Swisslos-Vertragsgebiet wohnen oder sich dort gewöhnlich aufhalten.
Am Preisgefüge fällt zuerst der Einstieg auf: CHF 1 Mindesteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette ist die tiefste Hürde in dieser Aufstellung. Am anderen Ende steht ein Höchsteinsatz von CHF 1’000, der sich nur über eine Systemwette auf CHF 10’000 erweitert. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt das eigentliche Geschäft. Wer mit kleinen Beträgen arbeitet, findet hier den bequemsten Zugang; wer grosse Linien auf einen Turniersieg bauen will, wird jeden Schein einzeln ausfüllen.
Sporttip verlangt vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, wahlweise mit einer Einzahlungslimite für je 30 Tage obendrauf. Dazu kommt der Kombiboost, der nur online greift, vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote verlangt und den Nettogewinn um 5 Prozent erhöht — oder bei fünfzehn Voraussagen um 100 Prozent, was in der Praxis eine andere Wette ist, keine bessere Auszahlung. Cash-Out existiert für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten und damit auch für eine Siegerwette vor Turnierende, aber nur vollständig und ohne Teilauszahlung, und ohne Garantie für einen bestimmten Markt.
Was hinter all dem steht: ein Anbieter, dessen Spielerschutzwerkzeuge tatsächlich greifen, weil er die Limiten zwingend verlangt und die Sperre im ganzen Land wirkt. Auf der Kostenseite steht die starre Einsatzdecke, die eine grössere Position in viele kleine Scheine zerlegt. Die Marge selbst steht nicht im Reglement, sondern in der Quote, und sie steckt dort in jeder Zeile — auch bei einem Veranstalter, dessen gemeinnütziger Zweck eine unbequeme Rechnung ist, wenn man vergisst, wer sie bezahlt.
Loterie Romande Jouez Sport: klare Obergrenzen für den Westschweizer
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz bei 221 Mitarbeitenden. Die Bewilligung ist dieselbe Art wie bei Swisslos: Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz unter Gespa-Aufsicht. Ein Onlinekonto setzt Aufenthalt in einem der sechs Kantone voraus.
Die Zahlen des Reglements sind deutlich kantiger. Mindestens CHF 2 online, CHF 3 in der Verkaufsstelle, CHF 2 für Multiples. Höchsteinsatz CHF 500 je Einzel- oder Kombiwette, und ein Wettschein mit Multiples darf gesamthaft höchstens CHF 7’500 umfassen. Dazu kommen zwei Grenzen auf der Gewinnseite, die es bei Swisslos in dieser Form nicht gibt: CHF 300’000 Höchstgewinn je Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Diese Obergrenze von 1.10 ist die interessanteste Zahl des Reglements, weil sie eine Strategie ausschliesst, die anderswo als sicherheitsorientiert gilt. Wer mehrere sehr niedrig bewertete Ereignisse kombiniert, um das Risiko scheinbar zu streuen, fällt unter die Schwelle, sobald eine einzelne Voraussage zu knapp bewertet ist. Das Reglement kennt diesen Trick und lässt ihn nicht zu.
Der Preis ist ein Einstieg, der doppelt so hoch liegt wie bei Swisslos — CHF 2 statt CHF 1. Dafür erhält die Spielerin ein Regelwerk mit ausgeschriebenen Obergrenzen, an denen kein Ermessensspielraum hängt: Wer CHF 300’000 gewinnt, weiss vorher, dass er sie bekommt, statt auf eine Auslegung zu warten. Dasselbe gilt für die 1.10-Grenze, die manche Kombination verhindert, aber die Grenze steht im Voraus fest. Für den Spieler, der Zahlen sehen will, bevor er setzt, ist das ein Vorteil, der sich nicht in der Quote abbildet und deshalb in keiner Rangliste auftaucht.
Rollbit: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Weg
Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. Das ist keine Kleinigkeit am Rand, sondern der ganze Sachverhalt: Sportwetten veranstalten in der Schweiz dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande. Über eine anderweitige Zulassung ist nichts ausgewiesen, und eine ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung. Das Konto hängt an keinem Schweizer Sperrregister, es gibt keine Schweizer Aufsichtsstelle, und die Domain kann auf der Sperrliste landen und per DNS blockiert werden.
Wer die Marke dennoch prüft, prüft sie unter diesen Voraussetzungen: der Schweizer Schutz, den die beiden Veranstalter zwingend liefern, ist hier nicht vorhanden, und die Schweizer Regeln gelten nicht. Die Bewertung lautet entsprechend schlicht, dass das Angebot in keiner Schweizer Aufsicht steht und ein Streit nicht über eine hiesige Stelle läuft.
Bruce Bet: ohne Schweizer Bewilligung
Bruce Bet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf, und es gibt keine Organisation, die in der Schweiz eine Rechtsfolge daran knüpfen könnte. Wer heute auf den Europameister setzt, bindet sein Geld für Monate an einen Anbieter, gegen den im Streitfall keine Schweizer Stelle angerufen werden kann. Schweizer Spieler, die ein solches Angebot trotzdem antreffen, treffen es ohne die Schweizer Schutzwirkung an.
Für dieses Angebot lässt sich kein Punkt benennen, um dessentwillen sich der Verzicht auf den Schweizer Schutz lohnen würde. Der einzige belastbare Gesichtspunkt bleibt die Aufsicht, die fehlt.
BetLabel: ohne Schweizer Bewilligung, nur auf der Sperrliste relevant
BetLabel steht unter den Anbietern ohne Schweizer Bewilligung. Die Konsequenzen sind dieselben wie bei jeder Marke dieser Gruppe: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Anlaufstelle, und die Möglichkeit, dass die Domain auf die Sperrliste kommt und blockiert wird. Schweizer Kantone versteuern Gewinne aus ausländischen Anbietern zudem nach ihrer eigenen Praxis — Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen.
Das macht die Marke für den Schweizer Spieler vor allem zu einem Beispiel dafür, was mit dem Heimvorteil passiert, wenn man ihn aufgibt. Der Verweis auf das ausländische Gewinnen nicht entlastet, ist deshalb kein Wortspiel, sondern eine Steuerfolge.
Betscore: ohne Schweizer Bewilligung
Betscore ist in der Schweiz nicht bewilligt. Ein Konto bei diesem Anbieter hängt an keiner Schweizer Aufsicht, und die Schweizer Schutzregeln greifen nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden, und blockierte Adressen werden schnell gewechselt.
Die Bilanz ist eine kurze: dem Schweizer Schutz wird der Zugang zu einem Angebot gegenübergestellt, das hier nicht veranstalten darf. Wer den Zugang will, zahlt mit dem Schutz — und dieser Tausch ist der einzige Inhalt der Entscheidung.
Betovo: ohne Schweizer Bewilligung, schnell blockierbar
Betovo hat keine Schweizer Bewilligung, und seine Domain kann auf die Sperrliste kommen und von den Telecom-Anbietern per DNS blockiert werden. Angesichts der 671 Domains, die Ende 2025 auf der Liste standen, ist das keine theoretische Möglichkeit, sondern die Regel für Anbieter ohne Bewilligung. Ein Adresswechsel lässt die Blockade ins Leere laufen, aber er lässt auch das Konto des Schweizers nicht sauberer werden.
Wer sich anmeldet und später auf einem blockierten Weg landet, steht vor derselben Frage wie am ersten Tag, nur mit Geld auf dem Konto.
ZotaBet: ohne Schweizer Bewilligung, ausserhalb des Registers
ZotaBet ist nicht schweizerisch bewilligt. Damit greift weder das Sperrregister noch eine hiesige Aufsicht, und der Schweizer Spielerschutzwert, der bei den beiden Veranstaltern selbstverständlich ist, entfällt hier vollständig. Die Marke taucht bei Schweizer Spielenden auf, ohne dass eine Bewilligung sie trägt.
Eine Bewertung, die diesen Namen über die übrigen stellt, müsste sich auf Zahlen stützen, und solche Zahlen gibt es für den Schweizer Markt nicht.
N1 Bet: ohne Schweizer Bewilligung
N1 Bet gehört in die Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, und die Folgen sind die dieser Gruppe: keine Aufsicht in Bern, kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Anlaufstelle im Streit. Eine Domain kann auf die Sperrliste kommen und blockiert werden; die Sperrliste ist eine Momentaufnahme, kein Filter.
An diesem Punkt ist die Frage nicht mehr, wie gut ein Angebot ist, sondern ob es sich überhaupt um eine Schweizer Angelegenheit handelt. Tut es nicht.
AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung
AmunRa steht ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung da. Wer dort auf den Europameister setzt, bindet Geld über Monate an einen Anbieter, der in der Schweiz nichts zugesichert hat — kein Konto pro Person gegen das Register, keine Schweizer Limitenpflicht, keine Aufsicht.
Damit endet die Liste, und die beiden Veranstalter mit Bewilligung bleiben das eine, was der Schweizer Markt an Sportwetten zu bieten hat. Wer ausserhalb davon sucht, findet Angebote. Er findet nur keinen Schweizer Schutz dazu.
Wie ein Gewinn aus einer Siegerwette besteuert wird
Die Antwort ist kürzer als erwartet, und für die meisten Spieler lautet sie: gar nicht. Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen sind bis zu einem Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; besteuert wird erst oberhalb dieser Schwelle. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400 — eine Bewegung von 600 Franken, die den meisten Spielern das Nachrechnen erspart. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb bleibt es bei einem «je nach Kanton».
Wer die Schwelle überschreitet, bekommt es mit der Verrechnungssteuer zu tun: Die Veranstalterin behält 35 Prozent zurück, und zurückgeholt wird das Geld, indem der Gewinn in der Steuererklärung angegeben wird. Für einen normalen Wetter, der eine Siegerwette über zehn oder zwanzig Franken hält, ist das eine Regel aus einem anderen Universum. Auf den Gewinn fällt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer an.
Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze existiert nicht. Wer im Ausland Vergleichswerte liest und eine Abgabe auf den Einsatz erwartet, sucht etwas, das es hier nicht gibt. Und eine Zahl, die ausserhalb der Schweizer Aufsicht wirklich relevant werden kann: Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen zwar nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Das macht den Anbieter ohne Bewilligung nicht nur rechtlich zu einer anderen Kategorie, sondern steuerlich zu einer teuren.
Wenn das Turnier länger dauert als der gute Vorsatz
Eine Siegerwette auf ein Turnier hat eine Eigenschaft, die sie von jeder Wochenendwette unterscheidet: Sie wird nicht mit dem nächsten Spiel vergessen. Sechs Wochen Spielbetrieb, dazu die Qualifikationsmonate davor, ergeben einen Zeitraum, in dem das Spielerkonto nicht einfach still liegt.
Die Werkzeuge, die dafür bereitstehen, sind im Schweizer Sportwettrecht nicht freiwillig. Beim ersten Login müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Die Limitsenkung greift sofort, die Erhöhung erst nach 72 Stunden. Das ist die wirksamste Konstruktion des ganzen Systems, weil sie dem Impuls, nach einer Serie den Rahmen aufzureissen, drei Tage Bedenkzeit entgegensetzt. Wer diese drei Tage nicht will, sollte die Limite genau dann nie anheben.
Für den Fall, dass eine Verlustlimite nicht reicht, steht die Selbstsperre: produktbezogen für 1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein — die Sperre hat also Zähne, sie wirkt über das einzelne Produkt hinaus. Eine freiwillige Sperre lässt sich nach drei Monaten über eine Fachstelle wieder lösen. Wer eine Turniersiegerwette hält und sich mitten im Turnier sperrt, sollte wissen: Über eine Sperre entscheidet das Register, nicht die Stimmung des Augenblicks.
Für die erste Teilnahme an Sporttip gilt zudem, dass eine Person nur ein Konto haben darf und dass die Angaben aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft werden. Minderjährige werden nach dem Geldspielgesetz online nicht zugelassen, und die Altersgrenze für Sportwetten liegt bei 18 Jahren. Die Testkäufe an Verkaufsstellen aus dem Jahr 2025 zeigen, wie weit die Praxis davon entfernt sein kann. Das sind die Zahlen, an die sich ein Spieler halten kann, wenn er unsicher ist — und die Telefonnummern der Beratungsstellen sind der zweite Punkt, den man vor dem ersten Einsatz parat hat, nicht nach dem vierten.
Verantwortungsvolles Spielen heisst in diesem Markt etwas sehr Konkretes: eine Limite, die vor dem ersten Schein steht, eine Sperre, die über ein Register wirkt, und ein Spielerkonto, das auf den eigenen Namen läuft. Wer die Langzeitwette auf den Europameister genau deshalb schätzt, weil zwischen Einsatz und Entscheidung Zeit liegt, hat dieselbe Zeit auch für einen nüchternen Blick auf das, was der Schein kostet.
Häufige Fragen zu Siegerquoten auf den Europameister
Wie entsteht eine Siegerquote für den Europameister, und welchen Anteil behält der Veranstalter darin?
Der Veranstalter schätzt für jede Nation die Chance auf den Titel und rechnet daraus die Quote. In jeder Quote sitzt sein Anteil: Bildet man aus allen Ausgängen eines Marktes die Kehrwerte der Quoten, ergibt die Summe über 100 Prozent, und dieser Überschuss ist die Marge. Bei einem zweiseitigen Beispielmarkt mit je 1.90 auf beiden Seiten liegt die Auszahlungsquote zwischen 94 und 95 Prozent.
Wann findet die nächste Europameisterschaft statt, und wer hat zuletzt gewonnen?
Die letzte Ausgabe war die EURO 2024 in Deutschland, gespielt vom 14. Juni bis 14. Juli 2024, mit dem 2:1-Sieg Spaniens gegen England im Finale am 14. Juli 2024 in Berlin. Die nächste Ausgabe ist die EURO 2028 mit dem Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff und dem Finale am 9. Juli 2028 in London. 2026 findet keine Europameisterschaft statt.
Bieten Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und was regelt die Gespa-Liste?
Beide sind bewilligte Veranstalter und dürfen Sportwetten auf Sportveranstaltungen anbieten; ob ein konkreter Markt im Sortiment steht, zeigt das Wettprogramm. Die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten bestimmt, was überhaupt zulässig ist. Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn sie auf dieser Liste stehen; Corner- und Kartenmärkte fehlen darin.
Wie lese ich aus einer Quote wie 6.00 die implizite Wahrscheinlichkeit ab?
Der Kehrwert der Quote ist die Wahrscheinlichkeit, mit der der Veranstalter rechnet: 1 geteilt durch 6.00 ergibt rund 16,7 Prozent. Diese Zahl ist noch nicht seine Einschätzung, denn in ihr steckt die Marge. Über alle Ausgänge eines Marktes gerechnet ergeben die Kehrwerte immer mehr als 100 Prozent, und der Betrag darüber zeigt, wie viel der Veranstalter pro Einheit vorwegnimmt — bei zwei Seiten zu je 1.90 sind es etwas über 5 bis 6 Prozent.
Wie lange bleibt ein Einsatz auf den Turniersieger gebunden, und gibt es einen Weg vorzeitig heraus?
Bei einer Siegerwette bleibt der Einsatz bis zur Entscheidung des Marktes gebunden, bei einem Turnier also über Wochen und Monate. Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; eine Garantie für einen bestimmten Markt besteht nicht, und ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.
Wie wird ein Gewinn aus einer solchen Wette besteuert, und ist der Freibetrag kantonal gleich?
Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei, der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000. Oberhalb davon behält die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer zurück, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Der kantonale Freibetrag weicht ab — je nach Kanton. Bei Fragen hilft die kantonale Steuerverwaltung.
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Inhalt erstellt vom Team «italienfussball»
