Favoritenwetten in der Schweiz: zwei bewilligte Wege und eine lange Reihe von Umwegen

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball liegt auf dem Anstosspunkt eines leeren Rasenplatzes im dichten Morgennebel.

Oktober 29, 2026 · Bewilligungen geprüft gegen die Veranstalter- und Spielbewilligungen nach BGS (SR 935.51) sowie die Aufsicht der Gespa, Sperrliste eingeschlossen.

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300'000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1'000'000.

Wer auf den Favoriten setzt, kauft sich keine Ruhe. Er kauft eine hohe geschätzte Wahrscheinlichkeit zu einem Preis, in dem die Marge des Veranstalters schon steckt. Das ist der ganze Mechanismus, und er ist unspektakulärer, als die Werbung glauben macht. Ein Favorit verliert regelmässig. Nicht oft — aber oft genug, dass die Rechnung am Ende nicht aufgeht, wenn man die Einsätze so legt, als wäre die Sache abgemacht.

In der Schweiz hat dieser Mechanismus einen zweiten Teil, den man in kaum einem anderen Markt so deutlich sieht. Es gibt genau zwei Veranstalter, die Sportwetten anbieten dürfen, und jeder von ihnen bedient sein eigenes Gebiet. Wer in Zürich wohnt, kommt an den einen. Wer in Genf wohnt, an den anderen. Wer in Basel wohnt, an den einen und nicht an den anderen. Alles andere, was auf dem Bildschirm auftaucht und Sportwetten verspricht, hat hier keine Bewilligung und damit auch keine Aufsicht.

Die folgende Übersicht ordnet die Wahlmöglichkeiten, die in der Schweiz bestehen.

Die Rangliste: was die zwei bewilligten Wege taugen und was daneben liegt

Die Einordnung beginnt dort, wo der Schweizer Markt am engsten ist. Zwei Veranstalter, zwei Produkte, zwei Vertragsgebiete. Alles Weitere ist Referenz, nicht Angebot.

Eine leere Tartanbahn einer Leichtathletikanlage am frühen Morgen, Tau auf den Rasenflächen daneben und tiefstehende Sonne.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Weil der Umfang dieser Liste den Leser in die Irre führen könnte, steht das Wichtigste vor der Tabelle: Von den zehn Anbietern hier dürfen zwei in der Schweiz Sportwetten veranstalten. Die übrigen acht sind ohne Schweizer Bewilligung unterwegs. Sie lassen sich beschreiben und bewerten, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen, aber keine Zeile über sie sollte als Empfehlung gelesen werden — Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS strafbar.

Anbieter Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
GG.BET keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt
1Bet keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt
Playzilla keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt
ZotaBet keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt
Betify keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt
HornetBet keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt
Coolzino keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt
Wettigo keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz gültige Bewilligung bekannt

Die Spalte, die den Unterschied macht, ist die mittlere. Nicht «hat eine Lizenz» gegen «hat keine», sondern: Was heisst eine Bewilligung nach Art. 21 bis 25 BGS konkret? Sie ist zweiteilig — eine Veranstalterbewilligung und dazu eine Bewilligung pro Spiel — und sie gilt nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz. Ein ausländisches Papier entfaltet hier keine Wirkung. Die acht Zeilen am unteren Ende der Tabelle sind deshalb keine acht Alternativen zum Schweizer Angebot, sondern acht Spielarten desselben Umstands: kein Schweizer Rechtsschutz, kein Eintrag im hiesigen Sperrregister, kein Schweizer Instanzenweg.

Der Reiz dieser acht liegt woanders. Ein Favorit mit sehr tiefer Quote ist bei einem Anbieter ohne die Schweizer Einschränkungen leichter mit anderen Favoriten zu einer Kombi zu bündeln. Aber das ist eine Bequemlichkeit, keine Sicherheit, und der Preis dafür steht nicht auf dem Wettschein.

Was eine Favoritenquote überhaupt aussagt

Eine tiefe Quote ist eine Rechnung, kein Versprechen. Der Veranstalter schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs ein und zieht davon seine Marge ab. Aus dieser Marge wird der Preis. Deshalb ist 1.20 nicht «so gut wie sicher», sondern «nach Einschätzung des Veranstalters wahrscheinlich, abzüglich seines Anteils».

Eine Steintreppe mit Geländer führt zu einer hohen Holztür eines alten Gebäudes, Herbstlaub liegt auf den Stufen.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Der Wettende kann diese Marge sichtbar machen, und zwar ohne einen einzigen Prozentwert des Anbieters zu kennen. Man nehme einen Markt mit zwei Ausgängen zu je 1.90. Die Auszahlungsquote ist dann 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also rund 95 %. Die Marge beträgt 100 % minus diese Auszahlungsquote. Das ergibt eine Grössenordnung von etwa 5 Prozentpunkten, und genau diese Bandbreite — grob 4 bis 6 Prozentpunkte, je nach Markt und Anbieter — ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem eingesetzten Franken einbehält.

Der Satz gehört mit seiner Bedingung gelesen. Er gilt für einen ausgewogenen Zweiwegmarkt, wie ihn die Rechnung unterstellt, und nicht für jede Wette auf dieser Seite. Auf Favoritenmärkten mit sehr tiefer Quote kann die Marge anders liegen — oft höher, weil sich die Wahrscheinlichkeiten dort schlechter in einen fairen Preis giessen lassen. Wer die 1.90/1.90 als Naturkonstante nimmt, baut auf Sand.

Was aus dieser Zahl für den Leser folgt, ist unbequem und sollte trotzdem dastehen: Der Erwartungswert jeder Favoritenwette ist negativ, bevor das Spiel angepfiffen wird. Nicht weil der Veranstalter etwas falsch macht, sondern weil er von jedem Umlauf etwas abzieht. Ein Favorit mit Quote 1.20 verliert, wenn er verliert, den ganzen Einsatz — und 1.20 bedeutet, dass selbst eine ordentliche Trefferbilanz die Verluste eines einzigen Fehlgriffs nur mühsam ausgleicht. Die hohe Wahrscheinlichkeit macht den einzelnen Verlust teurer, nicht billiger.

Das ist der Kern der Sache, und kein Text über Favoritenwetten kommt daran vorbei.

Warum die Quote eines Favoriten so tief ist

Ein Favorit ist ein Ausgang, dem der Markt eine hohe geschätzte Wahrscheinlichkeit zuschreibt. Je höher diese Einschätzung, desto tiefer der Preis. Das ist keine Höflichkeit gegenüber dem Publikumsliebling, sondern die Kehrseite der Wahrscheinlichkeit. Wer 1.10 auf einen Ausgang sieht, liest darin vor allem, dass der Markt kaum Zweifel anmeldet.

Zwei Effekte schieben den Preis zusätzlich nach unten. Erstens die Marge: Sie ist, wie die Rechnung oben zeigt, ein fester Abzug, und bei tiefen Quoten fällt sie proportional stärker ins Auge als bei hohen. Zweitens die Nachfrage. Auf klare Favoriten setzen viele. Ein Buchmacher kann es sich leisten, den Preis dort weiter zu drücken, wo die Kundschaft ohnehin Schlange steht.

Ein Beispiel, das die Wirkung des zweiten Effekts zeigt, ohne eine einzige konkrete Partie zu nennen: Zwei Märkte mit identischer Marge können sehr unterschiedliche Quoten auf den Favoriten tragen. Der eine zahlt 1.60, der andere 1.25 auf denselben Einschätzungssachverhalt. Der Unterschied ist keine bessere Information, sondern ein anderes Publikumsverhalten.

Statistik, Form und Verletzungen — was davon im Preis steckt

Daraus folgt eine Regel für den Umgang mit Information, die nicht weiterhilft: Wer auf eine Statistik setzt, die alle kennen, setzt auf eine Statistik, die schon im Preis steckt. Der Vorteil entsteht nur dort, wo die eigene Einschätzung besser ist als die des Veranstalters — und das ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Die Turniere und Märkte, für die man solche Überlegungen anstellt, sind in der Schweiz übrigens nicht frei wählbar. Dazu unten mehr.

Warum «sicher» das falsche Wort ist

Sport kennt keine sicheren Ausgänge. Ein Favorit kann in Rückstand geraten, eine rote Karte kassieren, einen Elfmeter verursachen oder schlicht einen schlechten Tag haben. Bei einer Quote von 1.20 klingt eine Niederlage selten; sie kommt trotzdem vor, und dann ist der Einsatz weg.

Die Konsequenz daraus ist nicht Verzicht, sondern Zuschnitt. Wer Favoritenwetten mag, sollte den Einsatz so wählen, dass ein einzelner Ausreisser nicht die Bilanz eines Monats zerstört. Das ist keine Strategie, die gewinnt. Es ist eine, die nicht überrascht wird.

Wo Favoritenwetten in der Schweiz erlaubt sind

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Beaufsichtigt wird das von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, auf Grundlage des Geldspielkonkordats (in Kraft seit 1.1.2021). Nicht von der ESBK — die ist für Casinos zuständig, und diese Unterscheidung ist der Grund, weshalb ein Casino-Papier keine Aussage über Sportwetten trifft.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt also keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domänen.

Swisslos Sporttip: das Vertragsgebiet der Deutschschweiz

Träger ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip.

Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Für Personen ausserhalb dieses Gebiets ist ein Online-Konto nicht zu haben.

Loterie Romande Jouez Sport: sechs Kantone und eine eigene Rechnung

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Genossenschaft nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Zwei Veranstalter, zwei Sprachregionen, zwei Produkte — und jedes Produkt mit eigenen Regeln, eigenen Limiten und eigenen Auszahlungsmodalitäten. Wer die Wahl hat, wählt zwischen diesen Unterschieden, nicht zwischen einem guten und einem schlechten Anbieter.

Was überhaupt gewettet werden darf

Die erlaubte Angebotspalette ist eine geschlossene Liste: die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie genannt sind. Frauenwettkämpfe ebenfalls nur, wenn sie genannt sind. Ranglistenwetten sind zulässig, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nicht gewettet werden. Die Liste enthält keine Corner- oder Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Wetten sind ausschliesslich auf Sportereignisse möglich. Auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen zu wetten, ist nicht erlaubt. Wer einen Favoriten in einem italienischen Spitzenspiel sucht, findet ihn in der Liste — sofern das Spiel und der Markt dort stehen. Wer einen Sondermarkt sucht, findet ihn dort nicht, und das ist kein Zufall und keine Lücke, sondern die Liste.

Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht.

Bei Swisslos gilt für Livewetten eine Besonderheit, die man kennen sollte: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — der Einsatz kommt also zurück, ein Gewinn entsteht nicht. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.

Die Marge im Preis — was sie den Wettenden kostet

Dass die Marge existiert, ist oben gezeigt. Was sie bei einem Favoriten konkret bedeutet, lohnt eine eigene Betrachtung, weil sie dort am unangenehmsten ist, wo die Quote am tiefsten ist.

Nehmen wir einen Favoriten mit Quote 1.90 in einem Zweiwegmarkt, wo der Gegenausgang ebenfalls 1.90 trägt — die Rechnung von oben, nur diesmal als Teil des Angebots. Die Auszahlungsquote liegt bei rund 95 %, die Marge also bei etwa 5 Prozentpunkten. Auf einen Einsatz von CHF 20 entfallen damit rund CHF 1, den der Veranstalter einbehält, bevor das Spiel überhaupt beginnt. Bei zehn solchen Wetten sind das rund CHF 10 — unabhängig davon, wie viele davon aufgehen.

Und jetzt der unangenehme Teil. Bei einem Favoriten mit Quote 1.20 ist der Einsatz bei einem Fehlgriff vollständig weg, während der Gewinnfall nur einen Fünftel Ertrag auf denselben Einsatz bringt. Die Marge bleibt dabei prozentual dieselbe; sie wiegt nur schwerer, weil die Ertragsseite dünner ist. Aus fünf Treffern und einem Fehlgriff wird bei Quote 1.20 und gleichem Einsatz bereits ein Nullsummenspiel vor Marge — und nach Marge ein Verlust. Wer das einmal nachrechnet, versteht, warum der Rat, auf Favoriten zu setzen, ökonomisch so eigenartig ist.

Das ist keine Warnung vor dem Markt. Es ist die Beschreibung seiner Mechanik.

Steuern: was von einem Gewinn übrig bleibt

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; erst darüber werden sie steuerpflichtig. Der Bund setzt diesen Freibetrag ab dem 1.1.2026 auf CHF 1’071’000 fest nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, weshalb hier «je nach Kanton» gilt und keine einzelne Kantonszahl.

Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein; diese holt man sich über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurück. Ein typischer Wettender bleibt weit unter dieser Schwelle und zahlt weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn.

Bei ausländischen Anbietern sieht es anders aus: Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, dafür behandelt die kantonale Praxis etwa im Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht — wer eine solche Zahl liest, liest sie falsch.

Das ist allgemeine Information, keine Steuerberatung. Für die eigene Situation gilt: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Was Schwarzwetten kosten — und was nicht

Ein ausländisches Papier aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS).

Der Spielende selbst wird nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht und die einzige. Stakes und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und ein Schweizer Schutz- oder Fairplay-Mechanismus existiert nicht.

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domänen, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86 bis 93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domänen Ende 2025). Blockierte Domänen werden innerhalb von Stunden ersetzt — ein Vorgang, für den die Gespa ihren eigenen Namen hat und für den sie Anbieter wie Interwetten und Bet-at-Home nennt. Auch bet365 steht auf der Liste.

Wer auf der Sperrliste steht, erscheint regelmässig mit neuer Adresse wieder. Ein Anbieter, der blockiert wird, verschwindet nicht; das DNS-Karussell dreht sich weiter. Für den Leser heisst das: Die Tatsache, dass eine Seite erreichbar ist, sagt nichts über ihren Status.

Die Wahl zwischen Bewilligung und Bequemlichkeit

Hier wird es interessant, weil beide Seiten etwas kosten.

Das Schweizer Angebot bietet vollen Schutz: ein Spielerkonto mit verifizierter Identität, eine Bewilligung mit zwei Teilen, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Aufsicht, die ihre Entscheide veröffentlicht. Es bietet aber nur zwei Veranstalter, ein Wohnsitz-Erfordernis und keinen Zugang zu Märkten, die auf der Liste fehlen.

Das Ausland bietet Breite: exotische Märkte, Kombinationen quer über Ereignisse, die hier nicht kombinierbar wären. Es bietet dafür keine Schweizer Beschwerdeinstanz, keinen Eintrag im Sperrregister und — je nach Kanton — eine andere steuerliche Behandlung des Gewinns.

Keine der beiden Seiten ist per Voreinstellung «die sichere Wahl». Wer in einem Deutschschweizer Kanton oder im Tessin wohnt und Wert auf Schweizer Rechtsschutz legt, hat nur den einen Weg, der dafür wirklich bewilligt ist. Wer im Ausland anbieter hin- und herwechselt, hat die Breite und trägt das Risiko selbst.

Einzahlung, Auszahlung und Registrierung bei den bewilligten Veranstaltern

Wer den bewilligten Weg nimmt, geht durch eine Registrierung, die mehr verlangt als eine E-Mail-Adresse.

Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Ein Konto auf einen falschen Namen ist damit praktisch ausgeschlossen — und das ist gewollt.

Das Spielguthaben auf dem Wallet wird per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Als Zahlungsart nennt Swisslos unter anderem PostFinance Pay; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Auszahlungen des Guthabens sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Ein Punkt aus dem Aufsichtsrecht gehört hier neben diese Zahlen: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht, und Kredite an Spielende sind nach Art. 75 Abs. 1 BGS untersagt. Wer auf einem ausländischen Portal eine Auszahlung in Krypto angeboten bekommt, weiss damit zumindest, in welchem Rechtsrahmen er sich befindet.

Welche Zahlungsmarken ein einzelner Veranstalter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.

Wetten lassen sich online über Swisslos.ch oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden — der einzige bequeme Weg, einen digital gebauten Wettschein wieder offline zu bringen.

Limiten, Sperren und der Umgang mit einem Favoriten, der verliert

Jede Wette auf einen Favoriten bleibt ein Risiko. Das ist keine Floskel, sondern der Grund, weshalb die folgenden Instrumente überhaupt existieren. Sie sind nicht für die gedacht, die ausschweifen — sie sind für alle gedacht, weil niemand im Voraus weiss, wie er nach einer Serie von Fehlgriffen reagiert.

Limiten setzen die Spielenden selbst, nicht der Staat. Der Veranstalter muss nach Art. 87 VGS einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen. Eine Senkung wirkt sofort; eine Erhöhung greift nach dem Gesetz erst nach 24 Stunden, Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.

Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Diese Staffelung ist bemerkenswert: Wer unter 21 ist, bekommt nicht dieselbe Limite wie alle anderen, und das ist bewusst so gebaut.

Ein Wort zur Einordnung dieser Grenze. Sie ist, wenigstens formal, ein Niveau, das ein durchschnittliches Budget nicht berührt. Wer mit CHF 50 pro Wochenende wettet, stösst nie an CHF 9’999. Die tiefere Zahl von CHF 1’000 für unter 21-Jährige dagegen trifft sehr wohl ein realistisches Budget und verlangt, dass man den Einsatz entsprechend plant. Die Limite ist also nicht die Bremse, die einen vom Kippen abhält — das ist die selbst gewählte Verlustlimite, die deutlich tiefer liegen sollte.

Bemerkenswert ist ausserdem die Wirksamkeit der beiden Richtungen. Eine Limite lässt sich sofort senken — ein guter Mechanismus, weil er den Moment nutzt, in dem jemand gerade klar sieht. Erhöhen dauert. Wer im Anflug von Überzeugung «nur kurz» mehr freischalten will, wird von der Wartezeit ausgebremst, und genau dafür ist sie da.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer eine solche Sperre einträgt, sperrt sich also nicht nur bei einem Anbieter, sondern über den ganzen Schweizer Markt hinweg — eine gründlichere Massnahme, als sie viele erwarten.

Nach Art. 80 bis 82 BGS können überdies überschuldete oder suchtgefährdete Personen gesperrt werden; ein freiwilliger Ausschluss lässt sich nach Art. 84 VGS erst nach drei Monaten aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Ein Hinweis, der unbequem ist und deshalb hierher gehört: Die Kontrolle an den Verkaufsstellen funktioniert nicht zuverlässig. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer sich auf die Alterskontrolle am Schalter verlässt, verlässt sich auf etwas, das fast die Hälfte der Zeit durchgeht.

Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Beide Fristen sind kurz, beide stehen in den Bedingungen, und beide überraschen regelmässig die, die sie reissen.

Wie eine Verlustlimite in der Praxis wirkt

Stellen Sie sich ein Monatsbudget von CHF 200 vor, das in Vier-Wochen-Raten verplant wird. Die Verlustlimite sollte nicht bei CHF 200 liegen, denn dann ist das Budget nach einer unglücklichen Woche aufgebraucht, und die Versuchung, sie zu erhöhen, ist gross. Sinnvoll ist ein Wert, der auch eine schlechte Woche übersteht: Wer vier Wochen mit je CHF 50 plant und die Limite auf CHF 50 pro Woche setzt, hat genau einen Puffer — die Verlustwoche endet, nicht das Budget.

Der zweite praktische Rat betrifft den Zeitpunkt. Limiten setzt man, bevor man den ersten Wettschein ausfüllt, nicht danach. Die 72-Stunden-Regel bei Erhöhungen macht das unangenehm genug: Wer im Lauf eines Abends merkt, dass die eigene Limite im Weg steht, kommt an diesem Abend nicht mehr daran vorbei.

Wie Sporttip und Jouez Sport ihre Favoritenmärkte regeln

Die beiden bewilligten Wege unterscheiden sich in Details, die für einen Favoritenspieler durchaus ins Gewicht fallen. Der eine Anbieter baut stark auf Kombinationen und Boni, der andere setzt harte Obergrenzen für den Gewinn. Beides ist eine Wahl, und beide haben einen Preis.

Swisslos Sporttip: breites Angebot, harte Regeln

Bewilligung und Aufsicht. Swisslos verfügt über eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), unter Aufsicht der Gespa. Es ist einer der beiden Veranstalter, die das interkantonale Recht zulässt.

Vertragsgebiet und Konto. Ein Online-Konto gibt es nur für Personen, die in der Deutschschweizer Kantonsliste, im Tessin oder im Fürstentum Liechtenstein wohnhaft sind. Wer ausserhalb wohnt, kommt an den Sporttip-Onlineshop nicht heran — und das lässt sich nicht umgehen.

Einsatzgrenzen und Auszahlung. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese Rundung ist kleinlich, aber sie steht in den Bedingungen und wird nicht verhandelt.

Kombiboost. Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Wer auf Favoriten wettet, wird von dieser Staffelung kaum profitieren. Vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 sind das Gegenteil eines Favoriten-Scheins: Ein Favorit mit Quote 1.50 ist kein klarer Favorit mehr, und wer vier davon findet, hat schon einen deutlich anderen Wettschein gebaut als der typische Favoritenspieler. Der Boost belohnt die Kombination, nicht die Überzeugung.

Quotenboosts und Profitboosts. Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer einen Boost gesetzt hat und dann auscasht, verliert die Erhöhung.

Cash-Out. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Für einen Favoritenspieler ist das eine wichtige Einschränkung. Bei einer Quote von 1.20 ist der Cash-Out-Wert früh im Spiel meist nahe am Einsatz, und der Abzug gegenüber dem Endgewinn fällt proportional stark aus. Das Werkzeug ist da, aber es ist teuer — und es ist nicht garantiert. Es ist nicht reguliert; ob es angeboten wird, ist Sache des Veranstalters.

Reguläre Spielzeit. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer — im Fussball etwa 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf einen Favoriten in einem Pokalspiel setzt, sollte wissen, auf welches Ende er setzt.

Bet Builder. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Diese Regel schützt den Anbieter vor einer Kombination, die er nicht bepreisen wollte — der Wettende verliert in diesem Fall seinen Wettschein, nicht sein Geld.

Absage. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Auch hier gilt: Der Rest der Kombi lebt weiter, mit einer Quote weniger.

Alter und Teilnahmesperren. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Urteil. Zwei Dinge entscheiden über den Wert dieses Angebots für einen Favoritenspieler. Das erste ist die Kombinationslogik: Ein Booster, der Quoten ab 1.50 verlangt, zahlt sich für Favoritenwetten praktisch nie aus, und die tiefe Quote bleibt damit der schlechteste Kandidat für den Bonus. Das zweite ist die Gewinnobergrenze — sie liegt so hoch, dass sie für normale Einsätze nie greift, und genau deshalb ist sie keine relevante Einschränkung, sondern nur eine Zahl. Wer im Vertragsgebiet wohnt, ruhige Favoritenwetten mit kleinen Einsätzen mag und die App für die Bequemlichkeit nutzt, ist hier am richtigen Ort. Wer grosse Kombinationen mit hohen Favoritenquoten bauen will, wird an der Boost-Hürde hängen bleiben.

Loterie Romande Jouez Sport: Westschweizer Weg mit Gewinnobergrenze

Bewilligung und Aufsicht. Jouez Sport wird von der Loterie Romande veranstaltet und verfügt ebenfalls über eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), unter Aufsicht der Gespa. Es ist der zweite der beiden Veranstalter, die das interkantonale Recht zulässt.

Vertragsgebiet. Das Angebot gilt für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse der Genossenschaft ist die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne. Zur Reichweite gehören 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende — Zahlen, die den Charakter dieses Weges gut beschreiben: viel Präsenz vor Ort, ein vergleichsweise kompakter Betrieb.

Gewinnobergrenzen. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Die Obergrenze von CHF 300’000 ist für einen normalen Favoritenspieler irrelevant — sie liegt jenseits jedes realistischen Einsatzes. Interessanter ist die andere Zahl: Die Gesamtquote einer Kombi darf 100’000 nicht übersteigen. Wer sehr viele Favoriten mit tiefen Quoten bündelt, kommt dieser Grenze näher, als man denkt, denn das Produkt vieler Quoten wächst schnell. Hier zeigt sich der Unterschied zur Deutschschweizer Seite: Swisslos begrenzt den Einsatz, Jouez Sport begrenzt den Gewinn und die Quote. Wer regelmässig grosse Kombinationen baut, sollte vorher prüfen, welche Grenze früher greift.

Mindestquote 1.10. Diese Untergrenze ist eine kleine, aber relevante Hürde. Wer einen sehr klaren Favoriten mit einer Quote unter 1.10 als Einzelwette spielen will, findet bei Jouez Sport keinen Wettschein. Die tiefste Favoritenquote, die hier überhaupt spielbar ist, liegt bei 1.10.

Urteil. Zwei Regeln sind für diesen Anbieter bestimmend. Die Mindestquote von 1.10 schliesst die klarsten Favoriten aus — diejenigen mit der tiefsten Quote und der höchsten Marktüberzeugung —, sodass das Angebot gerade dort endet, wo der Favoritenspieler am ehesten hingeht. Und die Deckelung des Multiples bei CHF 1’000’000 Gewinn macht die Produktbreite zur eigentlichen Antwort: viel Vor-Ort-Präsenz, ein kompakter Katalog, klare Grenzen. Wer in einem Westschweizer Kanton wohnt und vor allem Einzelwetten auf mittelhohe Favoritenquoten mit einem Besuch an der Verkaufsstelle verbindet, hat hier seinen Weg. Wer die ganz klaren Favoriten unter 1.10 spielen will, findet ihn hier nicht.

Was hinter einer tiefen Quote steckt: die Rechnung

Die Rechnung ist der eigentliche Grund, weshalb Favoritenwetten sich anders anfühlen, als sie aussehen. Sie ist oben bereits eingeführt und wird hier nur noch geschlossen.

Bei einem Zweiwegmarkt zu je 1.90 beträgt die Auszahlungsquote rund 95 %, die Marge also rund 5 Prozentpunkte. Bei einem Einsatz von CHF 20 über zehn Wetten sind das etwa CHF 10, die unabhängig vom Ausgang an den Veranstalter gehen. Bei Quote 1.50 auf einen Favoriten und CHF 20 Einsatz beträgt der Gewinn im Trefferfall CHF 30, der Nettogewinn CHF 10 — bei einer Niederlage sind die CHF 20 vollständig weg. Der Ausgleich für ein solches Verhältnis liegt bei einer Trefferquote weit über 50 %, und die Marge verschiebt diese Schwelle zusätzlich nach oben.

Das ist der Punkt, an dem «Favorit» und «sichere Sache» auseinanderfallen. Bei einer Quote von 1.50 muss zwei von drei Wetten aufgehen, damit man vor Marge auf null kommt. Nach Marge liegt die Schwelle höher. Wer die Quote als Wahrscheinlichkeit liest, liegt schon falsch; wer sie als Ertragsversprechen liest, liegt noch falscher.

Und noch einmal, weil es leicht untergeht: Diese Zahlen sind eine statistische Schätzung über viele Wetten unter der genannten Annahme, kein Ergebnis für einen einzelnen Wettschein. Wer zehn Favoritenwetten abschliesst, kann mit sechs Treffern weit im Minus liegen. Die Rechnung sagt, wohin die Bilanz tendiert, nicht wohin sie an einem Samstag fällt.

Die acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Diese acht stehen hier, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen und nach ihnen suchen. Keine Zeile über sie ist eine Empfehlung — Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS strafbar und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS).

Was sie eint: keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung eines ausländischen Papiers in der Schweiz (Art. 4 BGS), keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Instanzenweg. Ihre Domänen können auf der Sperrliste der Gespa landen und per DNS blockiert werden.

Was der Leser beim einzelnen Anbieter prüfen kann, ist immer dasselbe: Wer die Veranstalterin tatsächlich ist, welches Papier sie nennt, wo die im Papier genannte Aufsicht sitzt, und welche Bedingungen für Limiten, Auszahlung und Streitfälle in ihren eigenen Regeln stehen. Diese vier Fragen beantwortet keine Marketingseite.

GG.BET. Ohne Schweizer Bewilligung; eine in der Schweiz wirksame Bewilligung ist nicht feststellbar. Für einen Favoritenspieler bedeutet das: Die klassische Favoritenwette ist hier technisch banal — sie ist in jedem Markt vorhanden —, aber die Streitfrage bei einem strittigen Ausgang hat keine Schweizer Instanz. Wer bei einem Favoriten mit 1.20 auf ein torloses Spiel setzt und der Anbieter den Markt anders auslegt als erwartet, muss sich mit den Regeln des Anbieters auseinandersetzen. Das ist die eigentliche Entscheidung, nicht die Quote.

1Bet. Ohne Schweizer Bewilligung. Die Favoritenwette steht und fällt hier mit der Frage, wessen Regeln im Konfliktfall gelten. Eine Schweizer Bewilligung, die das regeln würde, fehlt. Der Anbieter richtet sich an ein internationales Publikum, was für den Schweizer Wettenden bedeutet, dass er sich in einem Regelwerk wiederfindet, das nicht für ihn geschrieben wurde.

Playzilla. Ohne Schweizer Bewilligung. Wer hier Favoritenwetten spielt, spielt in einem Umfeld ohne Schweizer Alterskontrolle, ohne Sperrregister und ohne Schweizer Aufsicht über die Wettarten. Das ist keine Kleinigkeit, sondern die Summe der Mechanismen, die im bewilligten Markt genau für Favoritenwetten relevant sind.

ZotaBet. Ohne Schweizer Bewilligung. Der Anbieter gehört zu der Gruppe, deren Domänen auf der Sperrliste stehen können. Für den Wettenden bedeutet das eine praktische Unbequemlichkeit, die häufig unterschätzt wird: Ein blockierter Zugang trifft mitten in eine laufende Wette, und der Weg zum eigenen Guthaben wird kompliziert.

Betify. Ohne Schweizer Bewilligung. Die Frage, die ein Favoritenspieler hier zuerst stellen sollte, ist die nach der Auszahlung: Wie und in welcher Frist kommt Geld zurück? Ein Anbieter ohne Schweizer Konto kann nicht auf die Schweizer Vorgaben zur Auszahlung auf ein Konto auf den Namen des Inhabers zurückgreifen — im Schweizer Markt ist das die Regel, hier ist es das nicht.

HornetBet. Ohne Schweizer Bewilligung. Bei HornetBet wie bei allen Anbietern dieser Gruppe gilt: Die Quote auf einen Favoriten mag auf den ersten Blick attraktiv wirken, aber ohne Schweizer Rahmen lässt sich der Wert eines Angebots nur noch an seinen eigenen Bedingungen messen. Und diese Bedingungen sind nicht überprüfbar, weil es keine Schweizer Stelle gibt, die sie prüft.

Coolzino. Ohne Schweizer Bewilligung. Der Name deutet bereits an, dass Sportwetten hier nicht das einzige Produkt sind. Für einen Favoritenspieler ist das ein Hinweis auf die Prioritätensetzung: Wer Sportwetten als Beigabe zu einem Casino-Angebot betreibt, behandelt Favoritenmärkte anders als ein reiner Wettanbieter.

Wettigo. Ohne Schweizer Bewilligung. Der Anbieter ist auf der Liste derer, die in der Schweiz blockiert werden können. Für einen Schweizer Wettenden bedeutet das ein Risiko, das kein noch so gutes Quotenangebot aufwiegt: Der Zugang kann von einem Tag auf den anderen verschwinden.

Ein Hinweis, der für alle acht gilt: Der Spielende selbst ist nicht strafbar. Die Schweizer Behörden verfolgen die Veranstalter. Das ist aber keine Entlastung, wenn es um das eigene Geld geht.

Wo die Zahlen aufhören und der Leser selbst nachsehen muss

Es gibt Bereiche, in denen hier keine belastbare Zahl steht, und der Grund ist nicht Bequemlichkeit. Einige Fragen beantwortet nur das Regelwerk des einzelnen Anbieters.

Für die acht Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es in der Schweiz keine Stelle, die deren Limiten, Auszahlungsfristen oder Streitregeln überprüft. Wer dort spielt, liest die Bedingungen selbst — und das sind meist mehrere Dokumente, die sich im Konfliktfall unterscheiden. Die Zahl, die auf der Startseite steht, ist nicht die Zahl, die im Konfliktfall gilt.

Für die zwei bewilligten Veranstalter ist die Prüfung einfacher. Die Bedingungen stehen online, und die Aufsicht veröffentlicht ihre Entscheide. Wer wissen will, welche Wettarten in einem konkreten Wettprogramm freigeschaltet sind, findet das im Wettprogramm selbst und in der Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa. Wer wissen will, ob ein konkreter Markt Live-Cash-Out anbietet, findet das in den FAQ des Anbieters — und muss damit rechnen, dass die Antwort von Spiel zu Spiel verschieden ausfällt.

Wer wissen will, ob ein Anbieter blockiert ist, kann die Sperrliste der Gespa einsehen. Wer wissen will, wie die eigene Steuersituation aussieht, fragt die kantonale Steuerverwaltung, nicht den Anbieter.

Und ein Punkt, der häufig übersehen wird: Die bewilligten Veranstalter sind zugleich die einzigen, bei denen die schweizweite Spielsperre greift. Wer sich dort sperren lässt, ist auch bei Casinos inklusive Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein gesperrt. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung existiert diese Verknüpfung nicht — die Sperre gilt dort schlicht nicht, und niemand setzt sie durch.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Quote auf einen Favoriten so tief, und was verrät sie über die Wahrscheinlichkeit?

Der Markt schätzt den Ausgang als wahrscheinlich ein, und je höher diese Einschätzung, desto tiefer der Preis. Die Quote ist aber nicht die Wahrscheinlichkeit, sondern die Wahrscheinlichkeit abzüglich der Marge des Veranstalters. Eine Quote von 1.20 sagt deshalb vor allem, dass kaum Zweifel bestehen — nicht, dass ein Fehlgriff ausgeschlossen ist.

Wie wirkt sich die Marge des Veranstalters auf Favoritenwetten aus?

In einem Zweiwegmarkt zu je 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 %, die Marge also bei etwa 5 Prozentpunkten. Bei jedem Einsatz geht dieser Anteil ab, unabhängig vom Ausgang. Bei tiefen Favoritenquoten wiegt der Abzug schwerer, weil die Ertragsseite dünner ist und die Schwelle zur Nullbilanz dadurch steigt.

Was ergibt eine Einzelwette über CHF 20 bei einer Quote von 1.50?

Die Wette zahlt CHF 30 zurück, der Nettogewinn beträgt CHF 10. Geht sie nicht auf, sind die CHF 20 vollständig verloren. Der Einsatz multipliziert mit der Quote ergibt den Rückzahlungsbetrag; die Differenz zum Einsatz ist der Gewinn. Diese Rechnung ist die Grundlage jeder weiteren Überlegung zu Favoriten.

Warum zählen sehr klare Favoriten oft nicht für den Kombiboost?

Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Ein klarer Favorit mit einer Quote von 1.20 oder 1.30 fällt damit aus jeder solchen Kombination heraus. Der Bonus belohnt längere Wettscheine mit mittleren Quoten — nicht den Schein, den ein Favoritenspieler ohnehin bauen will.

Welche Turniere und Wettarten sind in der Schweiz für Favoritenwetten zugelassen?

Es gilt die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden und Frauenwettkämpfe nur, wenn sie darin genannt sind; Corner- und Kartenmärkte fehlen, eine Esport-Sektion gibt es nicht. Wetten sind ausschliesslich auf Sportereignisse möglich.

Wie setze ich Verlustlimiten, damit Favoritenwetten nicht teuer werden?

Limiten setzen die Spielenden selbst; der Veranstalter muss Höchstwerte verlangen (Art. 87 VGS). Bei Swisslos sind vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage Pflicht — Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Senken wirkt sofort, erhöhen erst nach 72 Stunden. Realistisch ist eine Wochenlimite, die eine schlechte Woche aushält.

Inhalt erstellt vom Team «italienfussball»