Quotenvergleich unter Schweizer Vorzeichen – zwei Veranstalter, viele Zahlen
Ladevorgang...
Oktober 29, 2026 – geprüft gegen die Bewilligungen der Gespa und die Veranstalterangaben von Swisslos und Loterie Romande.
Wer in der Schweiz Sportwetten vergleichen will, stösst auf ein Missverhältnis, das die Branche selten ausspricht. Zehn Anbieter präsentieren sich als Wettanbieter, doch nur zwei von ihnen haben eine Bewilligung, um überhaupt Sportwetten zu veranstalten. Das ist keine Fussnote, sondern die Struktur, um die sich jede Rechnung auf diesem Gebiet dreht. Ein Quotenvergleich bleibt trotzdem sinnvoll – er beantwortet nur nicht die Frage, die die meisten stellen. Er beantwortet nicht, wer die «besten Quoten» hat, sondern wie viel von jedem eingesetzten Franken wieder zurückfliesst und was der Weg dorthin kostet.
Der Vergleich ist in der Schweiz eine Rechnung mit zwei Unbekannten, an die man sich gewöhnen muss. Die eine ist arithmetisch und unbestechlich: Marge, Auszahlungsquote, implizite Wahrscheinlichkeit. Die andere ist rechtlich und entscheidet mehr über den Ausgang als jede dritte Nachkommastelle einer Quote. Wer 1,94 statt 1,90 auf denselben Ausgang bekommt, gewinnt auf dem Papier rund zwei Prozent mehr – wer dagegen bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung setzt, verliert im Streitfall den gesamten Schweizer Rechtsschutz, und dieser Wert steht in keiner Tabelle.
Rangliste 2026: die Schweizer Wettanbieter im direkten Vergleich
Die Rangfolge dieser Gegenüberstellung hat eine Besonderheit, die sich nicht wegschreiben lässt: die beiden ersten Plätze sind nicht gewonnen, sondern vergeben. Swisslos und Loterie Romande sind die Einzigen, die Sportwetten in der Schweiz veranstalten dürfen. Alles danach ist kein Rennen um den ersten Platz mehr, sondern eine Einordnung dessen, was ein Schweizer Wettender an Alternativen überhaupt antrifft.

Trotzdem wird hier nicht nach dem Gesetz, sondern nach der Sache sortiert. Bewilligung, Quotenniveau, Limiten, Gestaltung der Wetten und der Spielerschutz aus den eigenen Bedingungen – dieselben Massstäbe für alle zehn Anbieter. Genau das ist der Punkt: Ein Werbebanner macht keinen einzigen dieser Punkte bequem überprüfbar. Die Bedingungen eines Veranstalters dagegen schon.
Die Rangfolge folgt der Frage, welche Wege überhaupt offenstehen und wem jeder einzelne davon passt. Nicht «welcher Buchmacher ist der beste», sondern «für wen läuft welche Entscheidung wie aus».
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. angegebene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| AmunRa | kein Schweizer Permit | ohne Angabe |
| Boomerang Bet | kein Schweizer Permit | ohne Angabe |
| Wettigo | kein Schweizer Permit | ohne Angabe |
| Rainbet | kein Schweizer Permit | ohne Angabe |
| BassBet | kein Schweizer Permit | ohne Angabe |
| Pribet | kein Schweizer Permit | ohne Angabe |
| Coolzino | kein Schweizer Permit | ohne Angabe |
| HighFlyBet | kein Schweizer Permit | ohne Angabe |
Die Spalte der Bewilligungen ist bewusst vor der Spalte der Zahlen angeordnet, denn sie entscheidet, ob die Zahlen überhaupt eine Bedeutung haben, die vor einem Schweizer Gericht Bestand hat. Zwei Zeilen tragen einen Veranstalter mit Sitz und Rechtsform; acht tragen nicht einmal eine Angabe, welche Aufsicht für sie zuständig wäre. Wer in der Gegenüberstellung nach der «besten Quote» sucht, schaut auf die falsche Spalte.
Einordnung, wie sich Quoten vergleichen lassen: Marge, Auszahlung, Wahrscheinlichkeit
Die drei Begriffe, um die sich alles dreht, sind keine Fachsprache für Eingeweihte. Sie sind das Gerüst jeder Sportwette, und sie hängen zusammen wie Fenster, Rahmen und Wand.
Die Ausschüttungsquote gibt an, welcher Anteil der Einsätze in Form von Gewinnen an die Spielenden zurückfliesst. Der Rest bleibt beim Buchmacher, und dieser Rest trägt in der Fachsprache den Namen, der seine Herkunft gut beschreibt.
Buchmacher kalkulieren ihre Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen mehr als 100 Prozent ergeben. Der Überschuss über die 100 Prozent heisst Overround. Er lässt sich nicht als Werbetext wegerklären, denn er ist das, was bei ausgeglichenem Buch beim Buchmacher hängen bleibt.
Aus einer Dezimalquote lässt sich die implizite Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs direkt ablesen: sie ist ihr Kehrwert. Die Quote 2,00 entspricht damit 50,00 Prozent, die Quote 4,00 entspricht 25,00 Prozent, und die Quote 1,01 entspricht 99,01 Prozent. Der Kehrwert der Quote ist also nicht die Wahrscheinlichkeit, die der Buchmacher für möglich hält – es ist der Anteil des Einsatzes, den er für diesen Ausgang einzunehmen glaubt, wenn er selbst nichts daran verdienen würde. Man sieht förmlich den Puffer.
Zwei Beispiele machen die Grössenordnung greifbar. Die Quote 1,95 auf beiden Seiten einer Zweiwegwette ergibt eine Ausschüttungsquote von etwa 97,5 Prozent und eine Buchmachermarge von etwa 2,5 Prozent. Bei der Quote 1,80 auf beiden Seiten beträgt die Marge etwa 10 Prozent. Zwischen diesen beiden Paaren liegen Welten – nicht in der Optik, sondern im Ergebnis über hundert Wetten.
Typisch sind bei Buchmacher-Quoten etwa 90 Prozent Ausschüttung bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Tennis, und etwa 85 Prozent bei Wetten mit drei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Fussball. Die Differenz ist kein Zufall und keine Willkür: sie folgt aus der Zahl der Ausgänge, über die der Buchmacher seinen Puffer verteilen muss.
Wie viele Ausgänge ein Markt hat, entscheidet über die Marge
Ein Zweiwegmarkt wie Tennis kennt zwei Ergebnisse, ein Dreiwegmarkt wie Fussball kennt drei. Jeder zusätzliche Ausgang gibt dem Buchmacher eine weitere Stelle, an der er Unsicherheit einpreisen kann – und eine weitere Gelegenheit, den Puffer etwas dicker zu ziehen. Das ist der ganze Grund, warum dieselbe Buchmacherin auf den Sieger eines Tennismatches enger kalkuliert als auf den Ausgang eines Fussballspiels mit Remis.
Deshalb ist die Frage «Was nimmt dieser Buchmacher für die Marge?» ohne die Angabe des Marktes nicht zu beantworten. Die 2,5 Prozent des Zweiwegmarkts und die zehn Prozent des anderen Beispiels gehören zu unterschiedlichen Quotenpaaren desselben Mechanismus, und keines der beiden lässt sich auf einen anderen Markt desselben Anbieters übertragen. Wer für Fussball Quoten vergleicht, muss Fussballmärkte vergleichen – ein Blick auf die Ausschüttung einer Tenniswette sagt darüber nichts.
Das ist die stille Sperre, die jeden Quotenvergleich beweglicher macht, als er aussieht. Dieselbe Buchmacherin liefert auf zwei Sportarten zwei Zahlen, und beide sind richtig. Erst die Marschrichtung des Vergleichs entscheidet, welche zählt.
Wo der Vergleich schnell war und schnell ungenau wird
Quoten ändern sich laufend, und damit auch jede Marge, die man daraus errechnet. Ein Vergleichsfoto von heute früh ist gegen Mittag Makulatur. Wer die Steigung einer Quote beobachtet, beobachtet nicht nur das Geschehen auf dem Feld – er sieht auch, wie der Buchmacher sein Buch nachjustiert, wenn die Einsätze einseitig auflaufen.
Für den Wettenden heisst das: Der Vergleichswert zählt nur zu dem Zeitpunkt, zu dem die Wette tatsächlich abgeschlossen wird. Bis dahin ist jede Zeitungs- oder Tabellenzahl eine Momentaufnahme.
Bleibt die dritte Grösse, die keiner der im Abschnitt «Einordnung, wie sich Quoten vergleichen lassen: Marge, Auszahlung, Wahrscheinlichkeit» genannten entspricht und trotzdem zu jedem Quotenvergleich gehört. Bei festen Quoten setzt der Buchmacher die Quote fest und tritt als Gegner des Wettenden auf. Die Quote gilt ab Wettabschluss und kann nachträglich nicht geändert werden. Vor dem Klick auf «setzen» ist die Zahl also verhandelbar, danach ist sie ein Vertrag – und zwar einer mit einer Gegenseite, die den Ausgang täglich neu bewertet.
Bei variablen Quoten – dem Totalisator – funktioniert es umgekehrt. Die Wettenden setzen untereinander, und die Quote steht erst nach dem Ereignis fest. Der Auszahlungsanteil liegt bei staatlichen Anbietern unter 50 Prozent, bei Pferderennen bis etwa 85 Prozent. Wer diese Lotsennatur des Totalisators einmal verstanden hat, versteht auch, warum er sie von einem Buchmachernamen gar nicht erst erwartet.
Rechnung: was ein ausgeglichener Zweiwegmarkt zurückgibt
Der vorgeführte Fall ist eine reine Illustration und keine zitierte Preisangabe: eine Zweiwegwette, auf beiden Seiten zu 1,90 angeboten. Wer möchte, kann das als eine Partie zwischen zwei gleich starken Gegnern lesen, wie es sie in fast keiner Sportart gibt – als Rechenmodell funktioniert es trotzdem.
Die Rechnung beginnt bei den Kehrwerten. Zweimal der Kehrwert 1 ÷ 1,90 ergibt für die Summe der Ausgänge ungefähr 1,0526. Ein durch diesen Wert geteilt ergibt eine Ausschüttungsquote von ungefähr 95 Prozent; die Marge ist die Differenz zu den 100 Prozent, also ungefähr 5 Prozent. Ein Franken, der auf diesen Markt fliesst, kommt bei ausgeglichenem Buch über die beiden Seiten gerechnet im Durchschnitt also als rund 95 Rappen zurück.
Diese 5 Prozent sind ein Band, keine Konstante, und die Bedingung hängt an der Zahl der Ausgänge. Auf einen Markt mit zwei möglichen Ergebnissen trifft der Wert bei diesem Quotenpaar zu; auf einen Dreiwegmarkt mit denselben beiden Quoten je Ausgang läge die Marge erheblich höher, weil dann drei Kehrwerte zusammenkommen. Dieselben 1,90, ein anderer Markt, ein anderes Ergebnis. Deshalb steht am Ende jeder Marge die Angabe, worauf sie sich bezieht.
Ein Zweiwegmarkt zwischen 1,90 und 1,95 je Seite trägt nach derselben Rechnung eine Marge von rund 5 Prozent am unteren und rund 2,5 Prozent am oberen Ende des Bandes. Über hundert Wetten zu je CHF 100 verschiebt dieser Unterschied im statistischen Mittel rund CHF 250 zwischen Buchmacher und Wettendem. Das ist die ganze Grösse, die die Werbung mit «Top-Quoten» nicht nennt.
Dazu kommt ein zweiter Betrag, den kaum jemand in die Rechnung nimmt: die Rundung des Gewinns. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote – bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten – und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Auf eine Einzelwette fällt das kaum auf. Über ein Jahr mit vielen Wetten ist es ein weiterer kleiner Abzug, den selten jemand nachrechnet.
Rechtslage: warum der Quotenvergleich in der Schweiz nur zwei Adressen kennt
Die hier besprochene Materie ist genau jene Materie, die die Zahl der Vergleichspunkte bestimmt. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit 1. Januar 2019; die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern – nicht die ESBK, die allein für Casinos zuständig ist. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung je Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos mit dem Produkt Sporttip ist einer davon; Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport der andere. Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip.
Die beiden teilen sich das Land auf. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, und das ist keine Lücke, sondern das Ergebnis. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Alle Erträge fliessen über die Kantone gemeinnützigen Zwecken zu.
Was überhaupt Gegenstand einer Wette sein darf, ist eng umrissen: nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das zulässige Angebot ist eine geschlossene Liste – die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, Fassung 10.09.2026. Qualifikationsrunden erscheinen darin nur, wenn sie ausdrücklich gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste weist keine Eckball- oder Kartenmärkte aus und keine Esport-Sektion – Esport erscheint schlicht nicht in der Liste. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt; das Gesetz beschränkt live nicht auf bestimmte Märkte. Cash-Out dagegen ist nicht reguliert und bleibt Sache des jeweiligen Veranstalters.
Ein Onlinekonto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz voraus und in der Praxis zusätzlich im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Für Swisslos bedeutet das mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und genau eine Registrierung pro Person. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Ausländische Buchmacher: nachschlagen ja, Schweizer Schutz nein
Die acht weiteren Anbieter in der Rangliste tragen alle dieselbe Kennzeichnung ohne Schweizer Bewilligung, und sie ist wörtlich zu nehmen. Eine ausländische Lizenz – ob Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – hat in der Schweiz keine Geltung. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Bestraft wird der Veranstalter, nicht die Spielerin oder der Spieler.
Trotzdem ist der Satz «dann lasse ich es eben» zu kurz. In einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und es gibt keine Fairplay-Kontrolle und keine Stelle, an die sich ein Wettender mit einem Streit über eine Quote wenden könnte. Diese vier Punkte – keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, im Ausland erzielte Gewinne nach kantonaler Praxis steuerbar – gehören zusammen und in einem Atemzug.
Die Sperrliste der Gespa funktioniert als Zugangssperre: Schweizer Telekommunikationsanbieter blockieren gelistete ausländische Domains per DNS-Auflösung. Die erste Liste stammte vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt – die Gespa nennt dieses Domain-Hopping, und sie nennt auch Interwetten und Bet-at-Home sowie bet365 als auf der Liste geführt.
Der praktische Rat, den ein Quotenvergleich hier geben kann, ist der langweiligste und der ehrlichste. Vergleichen lässt sich alles, was öffentlich einsehbar ist. Ob ein Anbieter im Streitfall erreichbar ist, steht nicht in der Quote.
Verantwortungsvolles Wetten: woran ein Quotenvergleich nichts ändert
Eine bessere Quote ändert nichts am Verlustrisiko jeder Wette. Der Satz klingt wie eine Selbstverständlichkeit, und er ist der einzige Satz dieser Seite, den die Arithmetik nicht widerlegen kann. Wer die Marge von 2,5 auf 5 Prozent senkt, verschiebt den Erwartungswert – er hebt ihn nicht über null.
In der Schweiz liegt die Kontrolle darüber, wie viel ein Konto verlieren darf, nicht beim Staat. Es gibt keine gesetzliche feste Einzahlungsgrenze. Die Limiten setzt die Spielerin oder der Spieler selbst, und die Veranstalter sind verpflichtet, einen oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste zu verlangen. Wer noch nie bei Sporttip gesetzt hat, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – gesetzlich sind 24 Stunden vorgesehen, Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Diese 72 Stunden sind der interessanteste Satz im ganzen Spielerschutz, denn sie sind keine Bürokratie. Sie sind eine Bedenkzeit, die genau in dem Moment greift, in dem jemand die Reissleine ziehen will – und sie ist die einzige Bremse in diesem System, die nicht der Wettende selbst lösen kann.
Weiter geht es mit der Sperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, und daran ist eine Fachstelle beteiligt. Gesetzlich muss ausserdem ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten angeboten werden. Gesperrte oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Der Punkt, den ein Quotenvergleich selten erwähnt, weil er nicht in sein Fach fällt: Ein Schweizer Wettender, der auf einer ausländischen Seite setzt, hat an diesem Register keinen Anteil. Die Spielsperre, die ein Konto bei Swisslos, bei einem Casino und im Fürstentum Liechtenstein gleichzeitig schliesst, existiert für ihn dort nicht. Wer von zwei Wegen spricht, muss diesen Punkt auf beiden Seiten benennen.
Was der Schutzmechanismus leisten soll und was er tatsächlich leistet, liegen zudem auseinander. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Eine Zahl, die den Satz verbietet, die Kontrolle an der Verkaufsstelle sei streng. Am Onlinekonto mit verifizierter Identität, einem Konto pro Person und einem Ausweisabgleich sieht es anders aus – wer annimmt, beide Zugänge funktionierten gleich zuverlässig, irrt.
Zu den Zahlungen gehört ein Detail, das für die Anbietergruppe spricht, aber selten genannt wird. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es in der bewilligten Schweizer Sportwette nicht, und Kredit an Spielende wird nicht gewährt. Wer sein Konto auf den Namen einer anderen Person auszahlen lassen möchte, wird bei einem bewilligten Veranstalter nicht durchkommen.
Wettarten und Quoten: welcher Markt welchen Vergleich erlaubt
Welche Wettmärkte verglichen werden, bestimmt das Ergebnis. Das ist keine Feinheit, sondern der Ausgangspunkt jeder Gegenüberstellung, und es erklärt, warum zwei Tabellen mit denselben Buchmachern zu unterschiedlichen Rangfolgen kommen können.
Die Einzelwette setzt auf eine Voraussage, die Kombiwette fasst mehrere zusammen, und die Systemwette kombiniert mehrere Voraussagen so, dass nicht alle zutreffen müssen. Jede dieser Formen hat ihre eigenen Grenzen, und die unterscheiden sich von Veranstalter zu Veranstalter deutlich.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Die Höchstgewinne setzen die eigentliche Obergrenze, und sie liegt bei Jouez Sport bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette sowie CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Wer eine Kombination mit zehn Voraussagen spielt, stösst also nicht an die Einsatzgrenze, sondern irgendwann an die Gewinngrenze – und das ist die Zahl, die über die tatsächliche Obergrenze des Spiels entscheidet. Die Quote einer Kombination ist das Produkt der Einzelquoten, und mit jeder weiteren Voraussage steigt die Marge über die Kehrwerte aller eingebundenen Ausgänge mit. Ein Zehner ist deshalb nicht nur die riskantere Wette, sondern auch die mit dem grösseren Abzug – in der Werbung sieht man nur den grossen Endbetrag.
Eine abgesagte Sporttip-Veranstaltung, die nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt wird, macht die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Für den Kombinationswettenden ist das der stille Fallstrick – ein einziger ausgefallener Bestandteil drückt die Gesamtquote, ohne dass die Wette verloren wäre.
Livewetten und Cash-Out: was von der Quote übrig bleibt, wenn sie laufen soll
Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer den Ausstieg als Sicherheitsnetz eingeplant hat, plant mit einem Netz, das nicht über jedem Markt ausgerollt ist.
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist die Kehrseite der Livewette: sie läuft in Echtzeit, und die Bewertung tut es auch.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer Tor und Torschütze im selben Spiel kombinieren möchte, sollte den dafür vorgesehenen Weg kennen, bevor er den Wettschein ausfüllt.
Dazu kommt eine Gruppe von Zusatzangeboten, die man bei einem Quotenvergleich leicht überschätzt. Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online für Prematch, Live und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts dagegen gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Diese Konstruktion sagt mehr über den Anbieter als jede Werbeseite. Der Kombiboost belohnt genau das Format, das die grössere Marge trägt, und er belohnt es gestaffelt nach der Zahl der Voraussagen. Das ist ein Anreiz, den man kennen sollte, auch wenn er nichts Verbotenes ist.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Nachfolgend dieselben Massstäbe für alle: Bewilligung, Limiten, Spielerschutz, Gestaltung des Wettangebots. Die Reihenfolge folgt der Rangliste und nicht dem Bekanntheitsgrad.
Swisslos Sporttip: der Standard, an dem sich alles andere messen lassen muss
Sporttip ist der einzige Anbieter dieser Übersicht, dessen Zahlen aus einer vollständigen, öffentlich einsehbaren Regelversion stammen – Version 4.2 der Spielregeln und Teilnahmebedingungen. Das ist kein Zufall des Angebots, sondern der Bewilligung: eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz unter Aufsicht der Gespa verpflichten zu nachvollziehbaren Bedingungen.
Der Zugang ist streng und klar. Ein Onlinekonto braucht mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet – also in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer in Genf oder Waadt wohnt, findet hier keine Tür. Eine zweite Registrierung ist ausgeschlossen, und die Ausweisdaten werden gegen Adressdatenbanken geprüft.
Die Limiten sind im Schweizer Vergleich grosszügig: ab CHF 1 Einsatz, bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, bis CHF 10’000 pro Systemwette. Zum Spielerschutz gehört, dass beim ersten Mal Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage hinterlegt werden müssen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; die Erhöhung einer Limite wirkt erst nach 72 Stunden.
Beim Wettangebot sticht der Kombiboost heraus, und er ist der ehrlichste Teil des Angebots, weil er seine Bedingungen offenlegt: mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote, dafür 5 Prozent auf den Nettogewinn, und bei fünfzehn Voraussagen 100 Prozent. Wer selten Kombinationen in dieser Grösse spielt, für den bleibt der Boost Dekoration. Wer sie regelmässig spielt, für den ist er der eigentliche Grund, hier zu bleiben.
Das Urteil fällt kürzer aus als bei den anderen, weil sich hier zwei Dinge in die Quere kommen. Der Kombiboost belohnt ausgerechnet das Format mit der grössten eingebauten Marge, und die 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen sehen besser aus, als sie für einen durchschnittlichen Wettschein sind. Wer hier nicht wegen des Boosts setzt, sondern wegen der Bewilligung und der Schweizer Linienführung, setzt aus dem richtigen Grund.
Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Schutz, eine andere Preisliste
Jouez Sport ist das Westschweizer Gegenstück und trägt dieselbe Bewilligungslage: Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa, Veranstalterin die Société de la Loterie de la Suisse Romande. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende – die Verkaufsstellen sind für Wettende ohne Onlinekonto der eigentliche Zugang.
Der Konto-Zugang folgt der Sprachgrenze: Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Auch hier ist ein Onlinekonto nur für Personen mit Wohnsitz im Gebiet möglich.
Die Zahlen weichen von Sporttip ab, und zwar in beide Richtungen. Mindesteinsatz online CHF 2, an der Verkaufsstelle CHF 3, für Multiples CHF 2. Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500 – also die Hälfte des Sporttip-Werts. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Nach oben setzt der Höchstgewinn die Grenze: CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Die Kombi umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Für den Vergleich heisst das: Ein Westschweizer Wettender hat eine tiefere Einsatzgrenze pro Wette, dafür eine ausdrücklich benannte Gewinngrenze. Wer hohe Einsätze in einer einzigen Wette unterbringen will, wird bei Jouez Sport eher an die CHF 500 stossen als bei Sporttip an die CHF 1’000.
Das Mindesteinsatz-Gefälle zwischen Online und Verkaufsstelle ist der aufschlussreichste Posten dieser Preisliste. CHF 2 online gegen CHF 3 am Schalter sagt, wo die Verwaltungskosten liegen – und es sagt auch, warum ein Vergleich, der nur die Onlinequote betrachtet, an einem erheblichen Teil des Schweizer Wettgeschäfts vorbeigeht.
AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Sperrregister
AmunRa gehört zu den acht Anbietern dieser Rangliste, die über keine Schweizer Bewilligung verfügen. An der Bewilligungslage ändert kein Merkmal des Auftritts etwas: Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten, und eine ausländische Lizenz hat hier keine Geltung. Eine Aufsicht, die für einen Schweizer Wettenden greifbar wäre, lässt sich dem Anbieter nicht zuordnen.
Was das konkret bedeutet, steht an vier Stellen. Keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg bei Streit über eine Quote, und Domains des Anbieters können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden. Im Ausland erzielte Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerbar – Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen.
Dass ein Anbieter öffentlich auffindbar ist, ist kein Bewilligungsnachweis. Wer hier setzt, setzt auf eine Gegenpartei, die keiner Schweizer Aufsicht untersteht und deren Bedingungen niemand in der Schweiz für ihn durchsetzt.
Boomerang Bet: dieselbe Bewilligungslücke, derselbe Vorbehalt
Boomerang Bet steht in dieser Übersicht an derselben Stelle wie alle anderen ausländischen Anbieter und trägt dieselbe Kennzeichnung. Eine Schweizer Bewilligung liegt nicht vor, und eine Aufsicht, unter die der Anbieter in der Schweiz fiele, ist nicht gegeben.
Die Prüfpunkte, die ein Wettender selbst abhaken kann, sind die nüchternen: Wer haftet für das Konto, welche Bedingungen gelten für Limiten und Auszahlungen, und an welche Stelle wendet man sich, wenn eine Quote falsch bewertet wurde. Bei einem bewilligten Schweizer Veranstalter ist die Antwort auf die letzte Frage eine andere als hier.
Es bleibt die Feststellung, die für alle acht gilt. Auffindbarkeit ist kein Bewilligungsnachweis, und ein Quotenvergleich auf Papier verändert daran nichts.
Wettigo: nachschlagen, nicht gleichsetzen
Wettigo hat keine Schweizer Bewilligung, und nur Swisslos und Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten. Das ist die Einordnung, die über allen acht ausländischen Namen dieser Rangliste steht.
Wichtig für die Lektüre: Ein Anbieter kann in einem Quotenvergleich auftauchen, ohne damit in der Schweiz zulässig zu sein. Ein Vergleich ist eine Aufstellung, keine Zulassung.
Wer den Anbieter prüfen will, prüft seine Bedingungen – und nicht die Werbeseite. Für Schweizer Wettende bleiben die bekannten Nachteile: keine Anbindung an das Sperrregister, kein hiesiger Rechtsweg, Steuerbarkeit im Ausland erzielter Gewinne, blockierbare Domains.
Rainbet: die Bewilligungsfrage ist keine Geschmacksfrage
Rainbet gehört zur Gruppe jener Anbieter, die über keine Schweizer Bewilligung verfügen. Das ist keine Wertung des Auftritts, sondern eine Feststellung zum Rechtsrahmen, und sie lässt sich nicht mit guten Konditionen aufwiegen.
Das Schweizer Recht sieht das Veranstalten von Sportwetten ohne Bewilligung als Straftat – bis zu drei Jahren, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Betroffen ist der Veranstalter, nicht der Wettende. Der Wettende trägt ein anderes Risiko: Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne erfassen.
Bemerkenswert an dieser Liste ist weniger die einzelne Marke als ihre Länge. Acht Namen ohne Bewilligung kommen in einem Suchfeld zusammen, während genau zwei Anbieter das ganze Land abdecken.
BassBet: was die Sperrliste bedeutet
BassBet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Anbieter ohne Permit können in die Sperrliste der Gespa aufgenommen werden; Schweizer Telekommunikationsanbieter blockieren solche Domains dann per DNS-Auflösung, und Betroffene erfinden schnell neue Adressen – was die Gespa als Domain-Hopping bezeichnet und was die Liste am Ende des Jahres 2025 auf 671 Domains wachsen liess.
Ein praktischer Hinweis klingt banal und spart Ärger. Wer bei einem Anbieter ohne Bewilligung ein Guthaben stehen hat und ihn über die Sperrliste nicht mehr erreicht, hat keinen Schweizer Weg, an dieses Guthaben zu kommen. Der Kontostand taugt nicht als Parkplatz.
Pribet: dieselbe Kennzeichnung, derselbe Massstab
Pribet gehört zu den Anbietern ohne Schweizer Bewilligung. Der Vergleichsmassstab bleibt für ihn derselbe wie für die übrigen: keine Schweizer Aufsicht, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und ausländische Gewinne können nach kantonaler Praxis steuerbar sein.
Bemerkenswert ist der Kontrast zu den zwei bewilligten Veranstaltern. Swisslos und Loterie Romande veröffentlichen Spielregeln, Limiten und Wettartlisten in versionierter Form – bei Sporttip trägt die geltende Fassung die Nummer 4.2 und ein Datum. Das ist Aufsicht, die sich lesen lässt, und der Vergleich fällt dadurch automatisch einseitig aus.
Wer sich für einen Anbieter ohne Bewilligung interessiert, sollte die eigenen Bedingungen als einzige belastbare Quelle behandeln. Alles andere ist Marketing.
Coolzino: Anbieter ohne Permit als Grauzone für den Wettenden
Coolzino fällt unter die Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Für Sportwetten in der Schweiz fehlt ihm die Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, und das ist die Voraussetzung, die über den Weg entscheidet.
Das Konstrukt der Sperrliste sei hier nicht wiederholt, nur die Konsequenz für das Portemonnaie. Ein Schweizer Wettender kann bei einem gelisteten Anbieter nicht mehr auf seine Domain zugreifen, und ein Guthaben dort ist dann nicht «gesperrt» – es ist einfach nicht mehr erreichbar. Wer nur kleine Einsätze setzt, verliert wenig; wer sein Konto als Aufbewahrungsort nutzt, verliert entsprechend mehr.
Der ehrliche Schluss bleibt der gleiche wie bei den anderen Namen dieser Gruppe. Wer den Schweizer Schutz will, findet ihn bei genau zwei Adressen.
HighFlyBet: konkurrenzfähige Zahlen, andere Voraussetzungen
HighFlyBet gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Einschränkungen dieser Gruppe gelten hier unverändert: kein Schweizer Permit, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, blockierbare Domains, mögliche Steuerpflicht auf Gewinne nach kantonaler Praxis.
Das ist die Bewilligungsseite, und die lässt sich nicht relativieren. Wer sie für sich anders gewichtet, sollte das mit offenen Augen tun und nicht mit der Annahme, es gäbe eine Aufsicht im Hintergrund.
Bemerkenswert an der Liste als Ganzem ist etwas anderes. Wäre der Vergleich rein arithmetisch, also über Marge und Limiten, liesse sich über die Reihenfolge streiten. Die Bewilligungszeile macht den Streit überflüssig, weil hier ohnehin kein Schweizer Permit steht.
Steuern, Werbung und Nebenregeln: der Rahmen, den die Quote nicht zeigt
Drei Regelungsbereiche bestimmen das Umfeld, in dem die Quoten stehen. Wer sie kennt, liest eine Quote nüchterner.
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerbar. Ab dem 1.1.2026 liegt der Bundeswert bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400 – und der kantonale Wert weicht davon ab, weshalb hier «je nach Kanton» steht und keine einzelne kantonale Zahl. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückholt. Eine typische Wette liegt weit unterhalb dieser Grenze: auf den Gewinn fällt dann weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, sind aber nach der kantonalen Praxis Thurgaus unabhängig von der Höhe volles Einkommen. Das alles ist allgemeine Information; die passende Stelle für den eigenen Fall ist die Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung.
Bei der Werbung ist die Regel kurz und aus Sicht der Wettenden beruhigend. Werbung darf nicht aufdringlich sein, nicht irreführen und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht zugelassenes Glücksspiel ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Gratisspiele oder Gratisgutschriften brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Eine zeitliche Beschränkung der Werbung nach Tageszeit existiert nicht.
Wer ein Quotenvergleich ist, ist keine Werbefläche: beschrieben und bewertet wird, nicht zum Mitspielen aufgefordert. Der Rahmen, den das Gesetz für bewilligte Anbieter absteckt und der für die acht ausländischen Namen in dieser Rangliste nicht gilt, ist der eigentliche Wert der Gegenüberstellung.
Häufige Fragen zum Quotenvergleich
Wie lässt sich die Marge aus den Quoten eines Spiels berechnen?
Die Kehrwerte aller Quoten addieren und 1 durch diese Summe teilen – das ergibt die Ausschüttungsquote. Die Marge ist die Differenz zu 100 Prozent. Bei 1,90 auf beiden Seiten eines Zweiwegmarkts sind das rund 95 Prozent Ausschüttung und ungefähr 5 Prozent Marge.
Unterscheiden sich die Quoten von Sporttip und Jouez Sport für dasselbe Spiel?
Das lässt sich nicht pauschal sagen, und die Unterschiede liegen vor allem in den Bedingungen. Sporttip erlaubt CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, Jouez Sport CHF 2 bis CHF 500 online. Für die Quoten selbst zählt der konkrete Markt, nicht der Anbietername.
Was ist der Overround, und was sagt er über den Gewinn des Buchmachers?
Overround ist der Überschuss, den die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen über 100 Prozent ergeben. Er ist buchhalterisch der Gewinn des Buchmachers bei ausgeglichenem Buch – also der Teil, der bei ihm bleibt, wenn auf alle Seiten gleich viel gesetzt wird.
Wie wird aus einer Dezimalquote die implizite Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs?
Die implizite Wahrscheinlichkeit ist der Kehrwert der Quote. Aus 2,00 werden 50,00 Prozent, aus 4,00 werden 25,00 Prozent, aus 1,01 werden 99,01 Prozent. Die Summe über alle Ausgänge eines Marktes liegt wegen des Overrounds über 100 Prozent.
Warum ist die Ausschüttung bei Wetten mit zwei Ausgängen höher als bei drei Ausgängen?
Weil weniger Ausgänge denselben Puffer tragen. Typisch sind etwa 90 Prozent Ausschüttung bei zwei Ausgängen, etwa bei Tennis, und etwa 85 Prozent bei drei Ausgängen, etwa bei Fussball. Die Marge verteilt sich bei einem Dreiwegmarkt auf eine Seite mehr.
Lohnt sich der Vergleich mit ausländischen Seiten ohne Schweizer Schutz?
Nachschlagen ja, gleichsetzen nein. Eine ausländische Lizenz entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, der Rechtsweg fehlt, das Sperrregister greift nicht, und ausländische Gewinne können kantonal steuerbar sein. Der Vergleich bleibt informativ, der Schutz bleibt schweizerisch nur bei zwei Anbietern.
Quoten – italienfussball
Inhalt erstellt vom Team «italienfussball»
